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 Wohnzimmer

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BeitragThema: Wohnzimmer   Mi Aug 02, 2017 8:06 pm

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Alice Hampton
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BeitragThema: Re: Wohnzimmer   Sa Dez 16, 2017 1:53 am

cf: Krankenzimmer #2

Schon auf der Autofahrt schnabulierte Trent über die Möglichkeiten, die er sich an Essbarem vorstellen konnte. Alice musste darüber leicht schmunzeln, während sie versuchte nicht verkrampft da zu sitzen. Stattdessen klammerte sie sich aber an ihr Lenkrad, als wäre es der einzige sichere Anker, der ihr noch blieb. Daher und auch wegen den schlechten Wetterverhältnissen, fuhr sie etwas langsamer als sonst. Denn was viele nicht wussten, war, dass Alice tatsächlich mehr Geld für Strafzettel ausgab, als für vieles andere. Sie fuhr eigentlich immer zu schnell, weil sie immer zu spät von zu Hause loskam. Alice hatte es schlichtweg immer eilig irgendwo hin zu kommen. Bis auf wenige Male, in denen sie sich zusammen riss, wie zum Beispiel, als sie ihre neue Bekanntschaft Emily mit zu sich genommen hatte. Nun fuhr sie ebenfalls langsamer. Einerseits, weil ihr Körper einem einzigen Krampf glich und andererseits weil das Wetter so schlecht war, das eine schnelle Fahrweise einen Unfall begünstigt hätte. Und Trent war nun wirklich schon mitgenommen genug und hatte erst vor kurzem einen Aufprall mit einem anderen Fahrzeug hinter sich, dass sie das wirklich nicht verantworten wollte.

"Fischstäbchen mit Vanillesoße?", fragte sie belustigt und wagte einen kurzen Blick zu ihrem Sitznachbarn. "Du solltest Koch werden. Das klingt kulinarisch.", fügte sie noch an und hielt an einer roten Ampel an. Währenddessen sie standen betätigte sie zusätzlich die Scheibenwischer, da es mal wieder angefangen hatte zu schneien. Hörte dieser Winter auch irgendwann mal auf? Oder wurde ruhiger? Der Schneesturm saß ihr noch immer in den Knochen, weil kaum eine Heizmöglichkeit funktioniert hatte. Da war sie wirklich dankbar über den Elektrolüfter mit Heizfunktion gewesen, den ihr ihre Freundin oder alte Bekannte mal geschenkt hatte. Auch wenn dieser nur so viel Wärme schenkte, dass man sich in einer Kuscheldecke mit Wollsocken davor setzen musste, um etwas davon ab zu bekommen. Aber, er hatte gewärmt. Seine Reichweite konnte man ihm da wohl nicht vorhalten. Und gerade wo sie an dieses Gerät dachte, schwärmte Alice kurz über die prickelnde Wärme und war so in Gedanken, dass erst ein lautes Hupen und ein Heranrücken von Scheinwerfern sie wieder ins Hier und Jetzt brachte. Leicht erschrocken drückte sie aufs Gas, wodurch der kleine Polo einen Satz nach vorne machte und schlitternd in Fahrt kam. Durchaus etwas beruhigter und langsamer, da das laute Geräusch und die grellen Lichter kein böses Ungetüm, sondern nur ein genervter Autofahrer in einem Jeep gewesen waren, fuhr sie gemäßigter weiter, sodass sich auch ihr Polo wieder beruhigte.
"Tschuldige.", murmelte Alice und nahm sich vor im nächsten Jahr weniger Entschuldigungen zu verwenden. 'Also wirklich. Das waren bestimmt an die 25 in den letzten Stunden', dachte sie bei sich und schüttelte innerlich den Kopf über sich. Es war wirklich selten von ihr so viele Entschuldigungen zu hören. Denn bei sich selbst musste man sich entschuldigen und sonst war sie fast immer allein. Selbst bei der Arbeit vielen nicht mehr Worte als nötig, da sie zu ihren Gästen selten eine engere Bindung aufbauen wollte. Außer bei dem verrückten Typ, der auch gerade auf ihrem Beifahrersitz saß. Wie sie es geschafft hatte den an Land zu ziehen, war ihr immer noch ein Rätsel.
'Achja, da war ja diese Sache mit den Geistern', rief sie ihrem lahmen Gedächtnis zu und erinnerte sich kurz an den ersten gemeinsamen Geistervorfall.

Trent wandte im nächsten Moment ein, dass sie natürlich auch das kochen konnte, was sie wollte, sie würde schon etwas Brauchbares auf den Tisch zaubern. "Sei dir da mal nicht so sicher.", murmelte die Blonde mehr zu sich selbst, als zum Brünetten. "Klar.", meinte sie etwas lauter, um ihn nicht zu beunruhigen. Tatsächlich konnte sie ein wenig besser kochen, als sie selbst von sich glaubte. Das eintönige Tütenessen war ihr irgendwann so zu den Ohren raus gekommen, dass sie tatsächlich angefangen hatte sich durch Internetvideos das Kochen selbst beizubringen. Immerhin schmeckte es ihr und auch Emily hatte nichts gegen ihre Zubereitungen gehabt. Also musste es wohl brauchbar sein. Doch ob sie in ihrem derzeitigen Zustand überhaupt irgendetwas kochen konnte, ohne vom zu langen Stehen am Boden festzufrieren war eine andere Frage.
Endlich kam das kleine Vehikel in der Auffahrt vor ihrem Wohnblock zum stehen und Alice half ihrem verwundeten Freund beim Aussteigen. Er stellte sich weitaus besser an, als sie, wenn sie ohne Kaffee aus dem Haus ging. Da war sie deutlich desorientierter als er mit seinen Krücken auf dem rutschigen Boden. 'Meinen Respekt dafür', drückte sie gedanklich aus. Sie schloss die untere Haustür auf und machte ihm Platz, noch immer seinen Beutel mit den nun getragenen Sachen über der Schulter.
"Nach Ihnen Madame.", witzelte sie dabei und es wäre wohl sehr viel glaubhafter rüber gekommen, wenn sie dabei nicht einen starken Zitteranfall bekommen hätte. 'Verdammte Axt, freu ich mich auf eine heiße Schokolade', dachte sie bei sich und schloss die hölzerne Tür wieder. Während Trent sich schon mit den Treppen abmühte, das Haus hatte leider keinen Fahrstuhl, das es nur drei Stockwerke hatte und erst ab einem fünften ein solcher eingebaut wurde, folgte Alice ihm langsamer. Beziehungsweise wollte sie ihm folgen, wurde jedoch von einem Klicken einer Tür rechts von ihr aufgehalten. Heraus kam ihre Untermieterin, Betty Craine, eine rundliche kleine Frau in gesetztem Alter, die ähnlich wie eine Alarmanlage funktionierte. Denn Bettys Lieblingsbeschäftigung war es, alles und jeden durch den Spion in der Tür oder aus dem Fenster heraus zu beobachten und somit die größte Tratschttante in der ganzen Nachbarschaft zu sein. Sprich: Alice konnte sie nicht besonders gut leiden. Daher blieb sie auch nur auf halbem Absatz stehen, um Trent im Auge zu behalten, falls er Hilfe benötigte.
"Was gibt's?", fragte sie mit einem Unterton, der verdeutlichte, dass sie erstens wenig Lust auf ein Gespräch und zweitens keine Zeit hatte. Doch Betty störte das, wie immer, herzlich wenig.
"Alice! Endlich kommst du Heim! Ich habe schon sehr lange gewartet, damit du den Köter endlich abholen kannst.", sagte sie mit einem derart vorwurfsvollen Ton, dass Alice davon kurz zu überrascht war, als das sie den Sinn ihrer Worte richtig begriff. Dann sickerte es langsam durch ihren geeisten Geist. "Hm, was?", sagte sie zuerst, doch wurde ihre Frage auch schon von einer feuchten Hundenase und einem unterdrückten Bellen beantwortet.
"Nepomuk?", fuhr sie aus und sah vollkommen verdattert zu ihrem Hund, einem buntgescheckten Mischling mit hauptsächlich viel weiß um den Brust und Bauchbereich, fuchsfarbenen Flecken hier und da und einem schwarzen Rücken, wie auch Kopf, herab, der sie freudig begrüßte, während er sich an Bettys schwabbeligem Bein vorbeidrückte.
"Ja. Der wurde schon gestern Abend bei mir abgegeben. Von einer sehr unhöflichen Frau. Also ich weiß ja nicht was für unhöfliche Leute du kennst, aber-", fing Betty auch schon in ihrer typischen Tratschlaune an zu plappern, doch Alice hörte ihr schon bald nicht mehr zu, sondern ging vor ihrem Rüden in die Knie und knuddelte ihn erst mal. Warum er hier war, spielte für sie im ersten Moment keine Rolle. Sie war einfach nur froh, ihn wieder zu haben. Denn ja, er hatte ihr gefehlt, weswegen sie ihn auch nur schweren Herzens jeden Winter bei ihrer Freundin abgab, da es ihr dann immer mit den Depressionen zu schlecht ging. Das wollte sie ihrem Vierbeiner einfach nicht antun. Doch Betty klärte sie auch gleich darüber auf, warum er hier war.
"Die Frau meinte, sie würden in einen anderen Bundesstaat ziehen. Wegen ihrem Kind oder so. Na jedenfalls bin ich froh, dass du den Flohtreiber endlich mitnimmst. Der haart mir hier alles voll.", endete die füllige Frau schließlich, machte noch eine Art Winkbewegung und schloss ihre Tür wieder vor Alice Nase. "Na dann komm mal mit, Schnuffi.", sagte Alice, gerade einfach zu glücklich um böse auf ihre Freundin oder Betty zu sein.
Sie folgte Trent, Nepomuk im Schlepptau, die Treppen hoch.
"So wie es aussieht, sind wir jetzt wohl zu dritt.", meinte sie und schloss die Tür auf, damit der Brünette endlich ins Warme konnte. Während Alice mit Nepomuk in die Küche ging, um ihm erst einmal eine von den bereits angestaubten Dosen Hundefutter zu geben, sie musste dringend neue kaufen, bat sie Trent, es sich im Wohnzimmer gemütlich zu machen.

„Hast du einen Computer mit Internetverbindung?“, schallte es aus jenem auch nur kurz danach und Alice hob den Kopf, zog eine Braue hoch.
"Nur weil ich ein Retrofan bin, heißt das nicht, dass ich in der Steinzeit lebe, Trent.", meinte sie vorwurfsvoll zu ihm zurück und fing an Sachen aus dem Kühlschrank zu holen. Sie hatte vor ihr Lieblingsgericht zu machen: Curry. In der Hoffnung, dass es noch mehr wärmte, nur von innen.
"Guck mal auf dem Sofa.", fügte sie noch an und tätschelte Nepomuk den Kopf, während dieser eifrig aus seiner Schale schleckte, um auch die letzten Reste seiner Mahlzeit zu verkosten. Dann wandte sie sich wieder der Zubereitung des Currys zu, kochte Reis auf und schnippelte etwas Gemüse und Hähnchenfleisch in Streifen und Würfel. Da es bald schon sehr scharf in der Küche roch, schickte sie ihren Hund zu Trent, wo er sich wahrscheinlich kurz umsehen würde, bevor er sich in seinen Sessel legte. Ja, der Sessel gehörte ihm und bei der Namensgebung war sie deshalb auch kurz zu Sherlock umgeschwankt, bevor sie bei Nepomuk geblieben war.
Neben den unzähligen DVD's, die überall verteilt lagen und die verschiedensten Filme zeigten, von "Zurück in die Zukunft" bis "Harry Potter" war hier alles vertreten, zeigten ihre Wände erstaunliche Kunstwerke. Per Hand gezeichnet und teilweise sogar gemalt oder gesprayed. Alice lebte sich in ihrer Kunstwelt eben gerne aus.

(ooc: sorry für den langen Post Razz)

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Trent Cingsley
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BeitragThema: Re: Wohnzimmer   Do Dez 21, 2017 4:52 pm

Scheinbar wusste in diesem Land niemand etwas mit Doctor Who anzufangen. Auch das Lieblingsgerichtes des 11. Doktors sagte Alice nichts weiter. Sie bemerkte nur, dass es kulinarisch klang und er besser Koch werden sollte.
„Ich hab ne Ausbildung als Servicekraft hinter mir und hab fast immer allen Leuten ihren Tee öber ihre Hemden geschöttet – als Koch könnte ich zwar experimentieren, klingt aber eher langweilig“, entgegnete er. Wenn er daran zurückdachte, wie er vor seinem Umzug nach Amerika in der Bäckerei seiner Mutter ausgeholfen hatte – das kalte Grausen überkam ihn.

An einer roten Ampel schien auch die Blondine mit ihren Gedanken leicht abzudriften, aber sicherlich nicht zu ihrem Job. Vielleicht überlegte sie nach wie vor, was für eine Art von Wesen sie angegriffen hatte und wie lange es dauern würde, bis sie entweder starb oder wieder gesund war. Trent wollte hoffen, dass der erste Fall gar nicht erst eintrat – doch dafür musste er erst einmal herausfinden, was überhaupt mit Alice passiert war.
Erst ein lautes Hupen von dem hinter ihnen fahrenden PKW riss die Blondine wieder in die Wirklichkeit zurück, so dass sie sich kleinlaut für ihre gedankliche Abwesenheit entschuldigte. Eventuell aber auch für ihren Fahrstil, wobei der Brünette früher in seinem Mad March noch viel schlimmere Verkehrsmanöver hinbekommen hatte, als sie hier.
„Kein Thema“, überging er es schlicht, und ignorierte für einen Augenblick die Schmerzen in seinem Gesäß und seinem Bein – wenigstens war sein Arm dank dem Gips und der Schlinge so gut verpackt, dass er sicherlich auch bei dem schlimmsten Fahrstil heil davonkam.

Als er ihr vorschlug, dass sie kochen konnte, was sie wollte, überlegte er im Hinterkopf schon einmal, worauf er eigentlich Lust hatte.
Smarties, belgische Pralinen, Hackbraten mit gebratenen Bohnen, eine gute Tasse Tee …
Alles Sachen, auf die er Lust hatte und die er, sollte er erst wieder in seiner Bude sein, zum Großteil nicht essen konnte. Zwar hatte er immer eine Reservepackung Smarties in seiner Wohnung – doch anders sah es mit den belgischen Pralinen aus, von denen er ohnehin nur eine bestimmte Sorte vertilgte. Mit der Zubereitung von frischem Essen sah es in nächster Zeit ohnehin nicht besonders rosig aus. Brote schmieren konnte er zwar auch mit links – anders sah es jedoch bei den Hauptgerichten aus, die er sich für die Weihnachtsfeiertage ausgemalt hatte. Die Zubereitung eines Truthahns und eines traditionellen Christmas Puddings erforderte nun einmal zwei Hände. Vielleicht konnten andere, die nur mit einer Hand geboren worden waren, sich vielleicht an die Situation anpassen – doch er war es nicht gewöhnt.

Als sie an dem Wohnblock ankamen, in dem Alice wohnte, betrachtete Trent diesen erst einmal durch die Frontscheibe des Wagens. Erinnerte ihn ein wenig an seinen eigenen Wohnblock. Wenn im Flur auch noch Kronleuchter von der Decke hingen, wusste er aber wenigstens, dass der Block demselben Vermieter gehörte.
Die Blonde half ihm beim Aussteigen, wofür er eigentlich kaum noch Hilfe bedurfte. An den Umgang mit der Krücke hatte er sich schon in der vergangenen Nacht im Krankenhaus gewöhnt.
„Geht schon, geht schon, danke“, sagte er und folgte ihr dann zur Haustür, wo sie ihn ebenfalls vorließ.

„Dir wörde eine Schwitzkur in der Sauna guttun“, meinte er, als er wieder sah, wie sie am ganzen Körper unter ihrem Zittern fast vibrierte.
Trent orientierte sich am Klingelschild danach, in welchem Stock wohl Alice Wohnung lag und wusste schon, dass er einige Treppen vor sich haben würde – je nach Stufenhöhe und Lage der Wohnungen in den Stockwerken konnten das entweder mehr oder weniger sein als bis zu sich in den vierten Stock.
Er machte sich aufgrund seines Zustands schon mal daran, die Treppen zu erklimmen, während Alice im Erdgeschoss noch von einer Nachbarin aufgehalten wurde, die ihn sehr an die neugierige Raquel Ochmonek aus der Fernsehserie ALF erinnerte. Das einzige, was an ihrem Bild fehlte, war ein Fernglas, was um ihren Hals baumelte.

Er beobachte die Szene schweigend, wie die Blondine ihren Hund von der Nachbarin zurückbekam, die sich über die Situation aber vielmehr beklagte als froh zu sein, dass sie den Flohpelz wieder los hatte.
„So wie es aussieht, sind wir jetzt wohl zu dritt“, sagte sie zu ihm, als sie mit ihrem Hund im Schlepptau sich wieder auf die Treppe zu ihm gesellte.
Der Brünette beäugte den kleinen Hund zuerst missbilligend, zuckte dann jedoch mit den Schultern. „Solange er mich nicht anpieselt, komm ich mit ihm klar.“

In ihrer Wohnung angekommen, machte er es sich zunächst im Sessel bequem und fragte gleichzeitig Alice nach einem tragbaren Computer.
„Guck mal auf dem Sofa“, rief sie ihm aus der Küche zu. Unter einem Kissen entdeckte er schließlich den Laptop und suchte zunächst nach dem Mechanismus, um diesen aufzuklappen. Er hatte schon immer mit dem Fortschritt der Technik gehadert und war froh, dass die Computer im Polizeirevier groß genug waren, dass man den Anschaltknopf auf Anhieb fand.
Doch schließlich hatte er auch dieses Problem gelöst und auch den Knopf gefunden, mit dem er das Betriebssystem hochfahren konnte.

Einige Minuten später schaute er wieder etwas überfordert auf den Bildschirm und suchte das Symbol für das Internet.
„Hast du das Internet von dem Ding runtergelöscht?“, fragte er und klickte doppelt auf den Papierkorb, um zu schauen, ob dort das Internet lag.

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Alice Hampton
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BeitragThema: Re: Wohnzimmer   Di Jan 02, 2018 12:12 am

Trent schien alles in allem nicht sehr begeistert über den zufälligen Hundebesuch zu sein. Doch gehörte der Vierbeiner nun einmal zu ihr, weshalb sie ihn nicht in ein Zimmer sperren würde, nur weil Herr Geisterhass keine Hundehaare auf seiner Hose wollte. Daher musste er wohl schlichtweg damit leben, ob er wollte oder nicht. Zudem Nepomuk äußerst gut erzogen war, solange man ihm seinen Sessel ließ. Auch beim Futter konnte er durchaus mal knurren, wenn man seinem vollen Napf zu nahe kam. Aber da Alice das bereits wusste, hielt sie sich einfach weit genug fern, wenn dieser fraß.
Gemeinsam humpelten, tapsten und gingen sie die restlichen Treppen hoch, wo Alice dann schließlich ihre Wohnungstür aufschloss. Auffallend für die beiden war wohl deutlich, dass kein einziger Geist sich auf dem Flur oder in der Wohnung blicken ließ. Alice hatte selbst auch einige Vorkehrungen getroffen, um ihre Ruhe zu haben. Auch wenn sie von besonders starken Geistern manchmal dennoch heim gesucht wurde.

Als Alice begann sich in der Küche nützlich zu machen und nach einer Weile bereits der Reis in ihrem Reiskocher kochte, den sie einmal von einer Arbeitskollegin geschenkt bekommen hatte, hörte sie, wie Trent nach ihrem Laptop fragte. Da sie ihm bereits gesagt hatte, wo dieser zu finden sei und sie nicht verstanden hatte, was er sagte, kam sie kurzerhand aus der Küche ins Wohnzimmer, um sich in den Türrahmen zu lehnen und ihn fragend anzusehen. "Was hast du gesagt?", hakte sie deutlicher nach.
Trent sah wieder zu ihr auf und deutete auf den Bildschirm.
„Hast du das Internet von dem Ding runtergelöscht?“, wiederholte er seine Frage und Alice konnte selbst aus diesem Winkel sehen, dass er den Papierkorb geöffnet hatte. Sie schnaubte und wischte sich die Hände an einem mitgebrachten Geschirrtuch ab, bevor sie zu ihm herüber kam. Da er auf dem Sessel saß und sie ihm den Laptop nicht aus der Hand nehmen wollte, beugte sie sich kurzerhand hinter ihm über ihn, sodass sie über seine Schulter sehen konnte und ihn quasi von hinten umarmte, während sie mit den Händen einige Sachen auf der Tastatur tippte.
"Schlauvogel. Erstmal richtig gucken, bevor du meckerst.", meinte sie zu ihm und öffnete mit einer einfachen Tastenkombination einen Ordner, auf dem groß und fett INTERNET stand.
"Ich musste das damals so verbergen, weil die alte Vermieterin immer hier eingestiegen ist, weil sie glaubte, ich sei eine Voodoopriesterin. Wegen dem Weihrauch und so.", fügte sie erklärend an. "So, da hast du es.", meinte sie und löste sich von ihm, konnte es nicht lassen und fuhr ihm kurz über die braunen Haare, bevor sie leise lachend wieder in der Küche verschwand.

Nur wenig später, Alice hatte inzwischen das Radio wieder ausgemacht, welches sie zum kochen angeschaltet hatte, hatte sie das Curry fertig. Es schmeckte soweit echt gut und sie war mal wieder stolz auf ihre Kochkünste. Mit zwei Tellern, Besteckt und einem Untersetzer bewaffnet kam sie zurück ins Wohnzimmer und stellte alles auf den Sofatisch, an den man auch wunderbar vom Sessel aus ran kam. Sie kraulte Nepomuk, der auf dem anderen Sessel lag, kurz hinter den Ohren und ließ ihn dann schlafen. Bevor sie mit dem Topf und dem darin befindlichen Curry wieder rein kam, ihn auf dem Untersetzer abstellte und Trent ansah.
"Sag stop, wenn es dir reicht.", meinte sie, während sie ihm bereits aufkellte, bevor sie auch sich etwas auf den Teller tat. Dann setzte sie sich aufs Sofa und fing an zu essen. Ihr war eiskalt und etwas Warmes im Magen zu haben würde ihr sicherlich etwas helfen.
"Was machst du da überhaupt?", fragte sie zwischen zwei Bissen und sah Trent fragend an.

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Trent Cingsley
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BeitragThema: Re: Wohnzimmer   Mo Jan 08, 2018 10:54 am

Trent war noch nie der Typ für Haustiere gewesen – er hatte insgesamt zwei Hamster und vier Meerschweinchen zu Grabe getragen. Was suchten diese Viecher auch immer hinter der Schrankwand? Und wunderte es die Viecher da wirklich, dass sie hinter der Schrankwand nicht mehr hervorkamen und erst bemerkt wurden, wenn ihr Verwesungsgestank schon fast das ganze Haus verpestete?!
Nach dem vierten Meerschweinchen kamen sowohl die Schrankwand auf dem Sperrmüll und keine weiteren Haustiere ins Haus. Der Brünette konnte es nachvollziehen. Er hatte sowieso nie Nerven für Lebewesen, um die man sich kümmern musste. Selbst ein Tamagotchi hätte bei ihm nicht überlebt – doch das hatte er erst gar nicht ausprobiert. Und als in der Schule der Testlauf für das erste Baby startete, hatte er den Test bereits am ersten Tag vergeigt, als er die Babypuppe in den Geschirrspüler verfrachtete. Das Klo war nicht groß genug, um es gründlich abzuspülen.

Eventuell hätte er sich ein wenig mehr für Computer und das Internet begeistert, wenn er sich nicht in den Tagen, wo der Hype entstand, mit anderen Dingen herumgeschlagen hätte. Seine vielen Schulverweise, seine Experimente, die Recherche nach den Rosenkriegen und obendrein auch noch die vielen lästigen Geister. Er hatte sich erst wirklich mit dieser Form der neuen Technik auseinandergesetzt, als er ein Praktikum bei seinem Vater gemacht hatte. Doch dort hatte er wenigstens eins gelernt: wenn man auf etwas eine Antwort nicht wusste, gab man die Frage bei der Suchmaschine vom Internet ein und bekam nicht nur eine sondern hunderttausende Antworten.

Alice kam aus der Küche zu ihm, während er immer noch den Bildschirm des Laptops nach dem Symbol absuchte, was er bei sich zuhause immer für das Internet benutzte. Irgendsoein kleines ‚e‘ oder so.
Die Blonde schnäuzte einmal laut in ein Taschentuch und kam schließlich zu ihm hinüber. Besorgt sah er sie an.
„Noch mal Fieber oder Kälte gemessen?“, fragte er sie, während sie eine wilde Tastenkombination vollführte und sich ein weiteres Fenster auf dem Bildschirm öffnete mit einem ihm unbekannten Symbol, unter welchem jedoch der Vermerk ‚Internet‘ stand. Ein paar Klicks weiter und ein Fenster öffnete sich, dass ein wenig anders aussah als das, was er von der Arbeit und sich selbst kannte.

„Ich musste das damals so verbergen, weil die alte Vermieterin immer hier eingestiegen ist, weil sie glaubte, ich sei eine Voodoopriesterin. Wegen dem Weihrauch und so“, klärte ihn Alice auf und Trent beäugte immer noch skeptisch das Fenster, was nun offenbar das Internet war.
„Wozu benutzt du denn Weihrauch?“, fragte er und löste seinen Blick wieder von dem Bildschirm. „Hilft das den toten Schabracken beim Öbergang ins Licht oder lockt der Geruch vielleicht Charon auf seinem Paddelboot an?“, fragte er. Mit einem Finger auf den Bildschirm deutend fragte er jedoch noch einmal weiter.
„Und das ist das Internet? Das sieht bei dir aber anders aus als bei mir. Irgendwie … moderner. Und meine Seite braucht auch immer eine geföhlte Ewigkeit, bis da was kommt. Hier ist das so schnell. Bist du sicher, dass du keine Voodoopriesterin bist?!“

Bevor sie wieder in die Küche verschwand, fuhr sie mit ihrer Hand noch einmal durch seine strubbeligen Haare. Da sie aber ohnehin niemals richtig lagen, störte er sich nicht weiter daran.
„Dein Hund sitzt da dröben“, merkte er noch kurz an, bevor er sich aber wieder an das komische Menü des neuartigen Internets wandte. Wenigstens sahen die Suchleisten einigermaßen gleich aus, und so kam er auch ziemlich schnell auf die Internetseite der Ghostfacers. Zu schnell für seinen Geschmack.

Die hat sicher irgendwas mit dem Internet gemacht … erst die neue Aufmachung und jetzt funzt das auch noch so schnell …

Immerhin kannte er aber die Seite und wusste inzwischen, wo genau er dort was fand. Sogar mit dem internen Kommunikationsprogramm, was dort nur ‚Chat‘ hieß, hatte er sich vor einiger Zeit vertraut gemacht. Und wenn er dort war, so war er einer der Leute, die ausgiebig über Geister und sonstiges übernatürliches Zeug plauderten. So dauerte es auch jetzt nicht lang, bis er eine hitzige Debatte mit einem Typen oder einer Frau mit dem Namen ‚L3G0LA5-43VR‘ führte, der neben ‚Miss Pinky‘ und ‚Cpt. Ed Z. Kirk‘ aktuell im Chat vertreten war.
Er schaute erst auf, als Alice mit dem Topf wieder kam, aus dem es herrlich duftete.
„Hmmm … das riecht himmlisch. Fast wie das Zeug, was meine Mutter fröher immer gekocht hat, wenn ich zur Abwechslung mal eine gute Note erhalten hab“, sagte er.
„Sag stop, wenn es dir reicht“, sagte sie und fuhr mit einer großen Kelle in den Topf, bevor sie diese schließlich auf seinem Teller ablud.
„Noch eine volle bitte!“, sagte er und griff mit seiner linken Hand schon nach seiner Gabel.

Nachdem sich Alice ebenfalls gesetzt hatte, wandte sie ihren Blick jedoch fragend zu dem, was er da gerade im Internet tat.
„Was machst du da überhaupt?“
Trent schob gerade seine dritte volle Gabel in seinen Mund und schluckte das Essen erst kurz hinunter, bevor er ihr antwortete.
„Ich bin gerade im Chat der Ghostfacers unterwegs und erkundige mich nach möglichen Wesen, die för das, was dir zugestoßen ist, verantwortlich sein können. ‚Cpt. Ed Z. Kirk‘ meint, dass es eventuell doch nur ein Geist ist, der auf grausame Art und Weise erfroren ist und nun die Leute damit quält, indem er sie auf dieselbe Art sterben lässt. Scheinbar der Chef der Seite – teilweise mit Ahnung. ‚Miss Pinky‘ fragt nur, wo ich die letzte Zeit gewesen bin und dieser Mistkerl von ‚L3G0LA5-43VR‘ streitet sich mit mir öber die richtige Anwendung von hethitischen Symbolen zur Geisterabwehr und stellt die Behauptung auf, ich hätte keine Ahnung von Geistern und dem Thema an sich, was sich offenbar bereits aus meinem Nutzernamen ergibt“, sprudelte er hervor, bevor er auf seinen eigenen Chatnamen deutete, der ‚Psycho-Norman IV‘ lautete.

Er verschlang ein paar weitere Gabeln mit Curry. „Erwähnte ich schon, dass das voll lecker ist?!“, zollte er kurz Anerkennung für das Essen.
„Jedenfalls hat Ed – der Chef, wie ich denke – gemeint, wir sollen uns auf die Suche nach Todesfällen in der Gegend machen, die so ähnlich abgelaufen sind. Und anschließend: Leiche ausbuddeln, salzen und verbrennen.“

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Alice Hampton
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BeitragThema: Re: Wohnzimmer   Mo Jan 22, 2018 4:06 pm

Alice lachte kurz auf.
"Weihrauch hilft mir eher die toten Schabracken fern zu halten.", erwiderte die Blonde und schüttelte leicht den Kopf.
"Ich hatte jedenfalls nicht vor irgend wen auf einem Paddelboot anzulocken. Obwohl, wenn er ein weißes Pferd namens Binky gehabt hätte vielleicht schon."
Sie erhob sich wieder aus ihrer Position über ihm und musterte ihn für einen Moment. Das er sich wirklich Sorgen um sie machte, beruhigte sie irgendwie. Sie hatte  in den letzten Jahren so wenig Menschen an sich heran gelassen, dass sie schon fast vergessen hatte, wie es sich anfühlte umsorgt zu werden. Vielleicht würde sie ihr Verhalten aber dennoch nicht ändern. Immerhin wollte sie nur einen Menschen gerade um sich haben und der saß in ihrem Wohnzimmer und wunderte über ihr Internet herum.
"Ja, das ist das Internet. Kannst mir vertrauen. Ich arbeite auch nicht für das Pentagon.", meinte sie zwinkernd und verschwand wieder aus dem Raum. Seinen Kommentar über ihren Hund ignorierte sie gekonnt und machte sich schließlich daran das Essen zu servieren.

„Hmmm … das riecht himmlisch. Fast wie das Zeug, was meine Mutter fröher immer gekocht hat, wenn ich zur Abwechslung mal eine gute Note erhalten hab“, merkte der Brünette an und ließ sich ordentlich auftischen von ihr, bevor sie beide anfingen zu essen.
"Freut mich wenn es schmeckt.", meinte Alice und lächelte leicht, bevor sie ein Schaudern unterdrücken musste. Schnell schob sie sich einen Löffel der dampfenden Mahlzeit in den Mund. Sie durfte nicht wieder in den Zustand zurück geraten, den sie im Krankenhaus gehabt hatte. So versuchte sie sich mit warmen Gedanken abzulenken.
Währenddessen tippt Trent eifrig auf ihrem Laptop herum und schien emsig an einer Sache zu arbeiten oder eben zu suchen. Denn wozu hätte er sonst das Internet gebraucht? Auf ihre Frage diesbezüglich bekam Alice sogar recht schnell eine Antwort, auch wenn diese recht kryptisch ausfiel.
Die Blonde schaltete bereits nach dem Satzanfang: „Ich bin gerade im Chat der Ghostfacers ..." soweit ab, dass sie angestrengt versuchte, aus seinen Worten schlau zu werden. Erst später begriff sie, dass die kryptischen Namen Usernamen waren. Ihr Geist schien teilweise so eingefroren, dass sie die einfachsten Zusammenhänge nicht checkte. Das ärgerte sie. Sie musste ihrer Haarfarbe gerade alle Ehre machen und das gefiel ihr gar nicht.
"Also hast du bisher noch nichts raus gefunden?", schlussfolgerte sie und aß selbst noch etwas von dem Curry, das ihr offenbar wirklich gut gelungen war diesmal. Dann sah sie auf und musterte den Usernamen von Trent.
'Norman? Na das ist ja mal interessant'
„Erwähnte ich schon, dass das voll lecker ist?!“, riss Trent sie wieder aus ihren Gedanken bezüglich seines Namens und sie blickte auf, wurde sogar leicht rosa um die Nase.
"Danke. Och, von mir aus kannst du es ruhig noch öfter sagen.", erwiderte sie schmunzelnd und aß selbst ihren Teller leer. Sie fühlte sich zwar nun satter als vorher, aber wirklich warm war ihr nicht geworden. Vielleicht half ja eine warme Badewanne? Oder noch mehr Tee ...
„Jedenfalls hat Ed – der Chef, wie ich denke – gemeint, wir sollen uns auf die Suche nach Todesfällen in der Gegend machen, die so ähnlich abgelaufen sind. Und anschließend: Leiche ausbuddeln, salzen und verbrennen.“
Alice schauderte aufgrund von Trents Worten.
"Wie sollen wir etwas ausbuddeln, wenn der Boden hart wie Beton ist? Vielleicht solltest du erwähnen, dass bei uns tiefster Winter ist und wir gerade keinen Flammenwerfer zur Hand haben. Außer du hast einen ...", merkte Alice an und schlang eine Decke um ihre Schultern. Zusätzlich zog sie die Füße an und versuchte sich so warm zu halten. Doch die Kälte kroch ihr ohne wenn und aber in die Glieder und schon spürte sie wieder, wie sich ihr Körper wie versteinert anfühlte. Auch ihre Haut wurde mit einem Schlag weiß wie das Licht. Doch spürte Alice nur, wie sich ihre Hände leicht verkrampften und sie für einen Moment nur starr in die Luft blickte. Ihr Hund fing leise an zu winseln und beobachtete sie mit wachsamen Blick.

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Trent Cingsley
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BeitragThema: Re: Wohnzimmer   So Jan 28, 2018 9:36 am

Er sorgte sich immer noch um Alice und ging im Kopf schon die gängigsten und verrücktesten Methoden durch, wie er ihre Körpertemperatur von Minimum auf Normal steigen lassen konnte. Allerdings waren die verrückten Methoden nicht unbedingt ein Zeichen dafür, dass die Blondine auch überleben würde. Sie in einen aktiven Vulkan zu stoßen, würde zwar ihre Temperatur wieder steigen lassen – aber auch dafür sorgen, dass sie wie Gollum in der Lava ihr Ende fand. Und das wollte Trent ihr nun nicht wirklich zumuten. Zumal es auch schwierig war, in der näheren Umgebung einen aktiven Vulkan zu finden. Dafür musste er Alice wenn schon erst mal nach Mexiko schleppen. Und in seinem und ihrem Zustand kamen sie mit dem kleinen Auto von der Blondine nicht sonderlich weit.

War sowieso eine hirnrissige Idee.

Hoffentlich würde wenigstens das heiße Essen dafür sorgen, dass Alice zum Teil wieder warm wurde.
Als er ihr erklärte, was er mit ihrem Laptop anstellte, sah sie ihn fragend an und fragte nach, ob er schon etwas gefunden hätte.
„Ich kenne mich mit der Geschichte dieser Stadt genug aus, um zu wissen, dass es keinen Todesfall gab, in der eine Frau erfroren ist – und wenn doch, dann hat man diesen Fall als Unglöcksfall deklariert, der es nicht wert ist, in der Chronik erwähnt zu werden“, sprudelte er hervor, während sich die junge Frau seinen Usernamen besah.

Bedauerlicherweise hatte er seinen Nutzernamen damals ausgewählt, nachdem er sich mal wieder den Film von Alfred Hitchcock reingezogen hatte. Bereits drei Stunden später (als eine Wiederholung von 'Doctor Who' im Fernsehen lief), bedauerte er seine Wahl. Zwar war sein Name in gewisser Hinsicht auch mit seinem eigenen Namen verbunden – doch er hätte lieber allen Chatnutzern vermittelt, dass er ein Whovian war.

„Wie sollen wir etwas ausbuddeln, wenn der Boden hart wie Beton ist? Vielleicht solltest du erwähnen, dass bei uns tiefster Winter ist und wir gerade keinen Flammenwerfer zur Hand haben. Außer du hast einen ...“ Mit diesen Worten warf sie sich eine dicke Decke um die Schultern, so dass er sie wieder aus besorgten Augen ansah.
Erst einige Minuten später hatte er festgestellt, dass er auf ihren Einwand noch nichts geantwortet hatte, weil ihm wieder der Gedanke an die aktiven Vulkane fesselte.
„In jedem Badezimmer befinden sich die perfekten Zutaten für einen behelfsmäßigen Flammenwerfer“, entgegnete er schließlich. Bei vielen der Produkte, die auch er selbst für seinen wirren Haarschopf benötigte, war das Symbol für 'leicht entflammbar', und dass man das Zeug nicht gegen offene Feuerstellen sprühen sollte.

„Sicherlich bietet deins keine Ausnahme.“
Doch geklärt war damit immer noch nichts. Er wusste nicht, ob es überhaupt ein Geist gewesen war, der für die hypothermischen Reaktionen von Alice verantwortlich war. Angenommen, er fand in wenigen Minuten eine tote Frau, die tatsächlich auf eine solche Weise den Tod gefunden hatte und sie würden anschließend zum Friedhof fahren, um ihr Grab auszuheben – was in ihrem gesundheitlichen Zustand nicht unbedingt von Vorteil war. Er mit einem angebrochenen Unterarm im Gips und einem verstauchten Knöchel – Alice, die bereits dabei war, ihren Körper immer weniger zu spüren … Sie müssten erst einmal jemanden finden, der die Knochenarbeit für sie übernahm. Und selbst dann blieben immer noch Zweifel, ob damit das Problem überhaupt gelöst wäre.

Diesen Zweifel teilte er auch der Blonden mit.
„Wir können aber immer noch nicht mit Sicherheit davon ausgehen, dass es tatsächlich ein Geist ist – vielleicht ist es was ganz anderes, von dem wir noch nicht mal was gehört haben“, gab er zu bedenken.
Als er Alice bei seinen Worten ansah, wurde ihm fast übel, weil sie aussah, als wäre sie fast zu Eis erstarrt.
„Alice? ALICE!“ Trent rappelte sich mühsam aus dem Sessel hoch, auf welchem er gesessen hatte, und schnappte sich dabei seine Tasche und humpelte mit dieser in seiner linken Hand hinüber zu ihr, wo er dann wieder anfing, dort herumzuwühlen und nach der Salbe zu suchen, die einen Hitzeeffekt auf der Haut hatte.
Nach einigen Sekunden, die ihm jedoch mehr wie Stunden vorkamen fand er sie auch und schmierte ihr die Salbe auf das Gesicht und den Hals.

„Du wirst mir hier nicht krepieren! Verstanden?!“

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Alice Hampton
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BeitragThema: Re: Wohnzimmer   Sa Feb 03, 2018 2:51 pm

"Flammenwerfer", murmelte die Blonde, presste die Worte zwischen ihren erstarrten Lippen hervor. Sie spürte, wie sich ihr Innerstes verkrampfte, ihre Muskeln verhärteten. Die Kälte umfing sie, wie eine dichte Decke, vernebelte ihren Geist. Alice spürte, wie sie die Kraft verließ, die Lebensgeister ihr entschwanden. Zu Anfang war es schmerzhaft. Dann fühlte es sich an wie eine warme Umarmung, eine Erlösung. Sie könnte es nicht beschreiben, nicht einmal wenn sie gewollt hätte. Die junge Frau erstarrte immer mehr zu Eis und das im wahrsten Sinne des Wortes. Die Erfrierungen zeigten sich auf ihrer blassen Haut in Form von bläulich lilafarbenen Flecken, die sie sich wie Risse unter der Haut fortbewegten. In ihrem Gesicht und am Hals zeigten sie sich am deutlichsten, erschienen aber auch auf ihren Händen und Handgelenken.
Der Blick ihrer sonst so klaren Augen schien dumpf und starr, als würde sie einen Starrwettbewerb gegen einen Python veranstalten, um dem Tod durch Erwürgen zu entgehen. Doch würde sie diesen wohl ohnehin verlieren, da Schlangen in der Regel keine Augenlider hatten und daher auch nicht blinzelten. Dennoch musste auch die Blonde im Moment nicht blinzeln, da es sich anfühlte, als würde ihre Tränenflüssigkeit zu Eis gefrieren.
Alice nahm nichts mehr um sich herum war, hatte Trent ausgeblendet beziehungsweise konnte sie ihn schlichtweg nicht mehr sehen. Einen Moment lang gab sie sich der wohlig werdenden Umarmung des Kältetodes hin. Dann erwachte ein leises Stimmchen in ihrem Innern zum Leben und meldete sich zu Wort.

Wenn du jetzt aufgibst, stirbst du. Kämpfe, Alice. Kämpfe. Es ist noch zu früh deine Eltern wieder zu sehen ... Sie würden dich ohnehin fortschicken.

Und als hätte die leise Stimme etwas in ihr heraufbeschwören, sah Alice sie. Ihre Eltern. Ihr inneres Auge projizierte sie vor sie, in ihr Wohnzimmer. Doch sahen sie nicht aus wie Geister, nicht wie Menschen. Eher wie eine Projektion von einem Beamer, der flackern buntes Licht in den Raum strahlte.
Alice atmete nur noch flach und hätte die Lippen zusammen gepresst, wenn sie es gekonnt hätte. Sie sahen so normal aus, als hätten sie nie einen Unfall gehabt, als wären sie nie gestorben. Trotz der erstarrenden Kälte rollte eine Träne über die bläulich blasse Wange der jungen Frau.
"Mom ... Dad ...", wisperte sie so leise, wie es ihre starren Stimmbänder zu ließen. Sie wollte zu ihnen, sie in den Arm nehmen, doch konnte sie sich nicht bewegen. Kein Muskel rührte sich und so musste sie zu sehen, wie die Gestalten wieder verblassten. Das letzte was sie sah war, dass ihre Mutter sie traurig ansah und langsam den Kopf schüttelte. Dann waren sie verschwunden und Alice' Augen schlossen sich langsam. Ihr Körper sackte entkräftet in sich zusammen, die Schultern wurden schlaff und ihre Rücken fiel gegen die Sofalehne. Eine ganze Weile spürte sie die allumfassende Kälte und Dunkelheit um sich. Dann wurde die kommende Ruhe vor dem Tod von etwas gestört.

Brennende Hitze durchzuckte ihren Körper, ausgehend von ihrem Gesicht. Alice konnte es nicht zuordnen, weshalb sie vorerst nicht positiv darauf reagierte. Sie verkrampfte sich erneut und diesmal deutlich sichtbar. Doch mit der Zeit merkte sie, wie mit dem Brennen Wärme in sie eindrang und die Kälte etwas verdrängte. Wohlige Wärme durchzuckte sie und die Blonde spürte das Prickeln auf ihrer Haut, wie es sie kurzzeitig belebte. Mit langsamen, mühsamen Bewegungen öffnete sie ihre Augen einen Spalt breit und konnte nun eine unscharfe Gestalt vor sich erkennen. Sie wusste natürlich, dass es Trent war, aber ihr erster Gedanke war, dass es ihre Mutter sein könnte, die zu ihr zurück gekehrt war.
„Du wirst mir hier nicht krepieren! Verstanden?!“ Seine Worte drangen dumpf an ihr Ohr und sie brauchte eine ganze Weile, bevor sie sie verstand und darauf reagieren konnte. Leicht nickte sie und tatsächlich fand sich nach etwas Anstrengung ein seliges Lächeln auf ihren Lippen wieder.
"Trent.", brachte sie hervor und in ihren Augen schimmerten erneut Tränen. Sicherlich ein Zeichen ihrer Rührung, jedoch auch gefördert von dem Brennen auf ihrer Haut. Alice konnte sich noch immer kaum rühren, jedoch versuchte sie langsam ihre Hand in seine Richtung zu heben. Doch letztlich war sie zu schwach und schaffte es nur ihre Finger kurz zucken zu lassen. Der Wille war da, daran lag es nicht.
"Hilf ... mir", wisperte die Blonde und sah in Trents Richtung, ohne ihn vollständig scharf zu sehen. Ein Zittern ging durch ihren Körper und mit einem Mal spürte sie etwas, was einem elektrischen Stoß glich. Er jagte durch ihren Leib und ließ sie zittern und beben. Dann, nach ein paar Sekunden, war es wieder vorbei und ihr Körper erschlaffte wieder. Alice spürte keine Schmerzen. Sie spürte gar nichts mehr, außer der empfangenden Kälte, die beinahe sanft von einer leichten Wärme abgelöst wurde, die sich immer mehr ausbreitete. Ihre Haut gewann wieder etwas an Farbe. Das bläuliche Flackern unter ihrer Haut wich einem ungesunden, gräulichen Ton, der sich besonders unter ihren Augen verdichtete und verdunkelte. Kalter Schweiß stand ihr auf der Stirn und sie spürte, wie ihre Muskeln leicht zu zittern begannen.
"So ... kalt", wisperte sie und schloss erneut für einen Moment die Augen. Ihr Zustand hatte sich definitiv für einen Moment verbessert, aber nun blieb er auf diesem Level und es war nicht sicher, ob er sich noch einmal verschlechterte.

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Trent Cingsley
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BeitragThema: Re: Wohnzimmer   Di Feb 06, 2018 8:39 am

Er musste dringend etwas unternehmen. Die Zeit, nach einer verstorbenen Person zu suchen, die vielleicht mal erfroren war, hatte Trent nicht mehr. Wenn es so lief wie bisher, würde Alice kaum mehr eine Stunde haben, bis sie endgültig erfroren war.
Sein Verstand lief auf Höchsttouren, doch bedauerlicherweise spuckte er in diesem Zustand sämtliche Ideen und Vorschläge zu sämtlichen Gebieten auf einmal aus. Er dachte daran, wie er in seinem kränklichen Zustand doch noch den Bau seines elektrischen Stuhls vollenden konnte. Ihm wurde klar, was das perfekte Passwort war, um seinen Computer vor Grippeviren zu schützen. Verschiedenste Pläne zum Bau eines Super-Duper-Flammenwerfers gingen durch seinen Kopf neben dem Bau einer weiterentwickelten Geisterfalle.

Als sich der Zustand der Blondine immer weiter verschlechterte und Trent um den Tisch herum humpelte, um ihr wenigstens noch ein wenig von dem Balsam aufzutragen (der einzige Gedanke, den er im ganzen Wirrwarr seines Kopfes noch erfassen konnte), hätte er beinahe den Tisch umgeworfen, weil seine Bewegungen zu hektisch waren.

Fast hatte er schon die Hoffnung gegeben, dass das brennende Zeug überhaupt eine Wirkung auf Alice hatte, weil sie tatsächlich so aussah, als hätte sie ihren letzten Atemzug bereits getan. Doch nach einigen Minuten, die dem Brünetten wie Stunden vorkamen, zuckte sie schließlich mit ihren Augen und öffnete sie schließlich langsam.
Das Sprechen fiel ihr schwer, wie er feststellte – doch er konnte verstehen, wie sie um Hilfe bat.
Dann passierte etwas mit ihrem Körper, was er von Filmen als 'das letzte Aufbäumen vor dem Tode' her kannte.
Als sich die Augen von Alice erneut schlossen, fuhr er sie an.
„Mach die Augen auf und bleib gefälligst wach! Wenn du einschläfst, bist du tot! Hast du denn so wenig vom Fernsehen gelernt?“

Er legte sich einen ihrer Arme um den Hals und half ihr so, vom Sofa aufzustehen, bevor sie wieder in die Eisstarre zurückfiel.
Bewegung! Solange sie sich bewegte und bei Bewusstsein war, würde es wenigstens noch etwas dauern, bis sie komplett gefror.
Ihm kam eine grauenvolle Idee, die ihm in Ottery St. Mary wohl den 22. Verweis eingebracht hätte – einschließlich dem endgültigen Exil aus seiner Heimatstadt.
„Ich sag das echt nur ungern, Alice: aber was dir jetzt guttun wörde, wäre ein richtig guter schwarzer Tee – oder um die Wirkung zu beschleunigen: Kaffee.“ Seine Zunge fühlte sich pelzig an, als er das letzte Wort aussprach. Widerlich. Allein schon der Gedanke an dieses grauenvolle Gebräu. Doch vom Polizeirevier wusste er wenigstens, wie man diesen zubereitete.

„Ich bring dich jetzt in dein Schlafzimmer und deck dich mit so vielen Schichten zu, wie ich finden kann“, beschloss er und sah fragend zu ihr, da er sie immer noch mit seinem Körper abstützte. „Wo genau ist dein Schlafzimmer?“

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Alice Hampton
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BeitragThema: Re: Wohnzimmer   Do Feb 08, 2018 12:29 pm

Alice versank in ihrem Kälteschlaf, wenn auch nur für ein paar Augenblicke. Während Trent wahrscheinlich durch eine gedankliche Hölle ging.
Als der Brünette gegen den Tisch rempelte, verdrückte sich Nepomuk von seinem Sessel, lief winselnd zur Tür und wieder zurück zum Sofa, worauf er sprang und seinen Kopf auf Alice' Schoß bettete. Er spürte wie sein Frauchen an Körperwärme verlor und wollte mit seiner eigenen aushelfen. Tatsächlich spürte die Blonde davon etwas und bewegte langsam ihre Finger durch das Fell des Hundes. Auch die Salbe, die Trent ihr unentwegt aufrieb, brannte noch auf ihrer Haut und hielt sie in einem unruhigen Halbschlaf. Sie hätte die Augen nicht schließen dürfen, das wusste sie. Doch hatte sie nicht genügend Willenskraft übrig gehabt, um dies zu verhindern.

Statt sich jedoch ebenfalls zu ihr zu setzen und sie mit dem Körper zu wärmen, wie es ihr Hund aus einem Instinkt heraus tat, sprach Trent laut mit ihr und tatsächlich drangen einige Worte zu ihr durch, was sie wieder blinzeln ließ.
„Mach ... Augen auf ... wach! Wenn ... tot! Hast du denn so wenig vom ... gelernt?“
Es ergab für sie im Moment wenig Sinn, aber immerhin hörte sie überhaupt etwas und verstand es vor allem auch. Ihr Geist schien wieder einigermaßen in Fahrt zu kommen, um ihr logisches Denken zu zu lassen. Das ließ sie Mut schöpfen und vor allem Hoffnung, die ja bekanntlich zuletzt sterben sollte.
Kaum das Alice sich innerlich darüber freute, dass sie ihr Bewusstsein wieder erlangt hatte, wurde sie auf die Beine gerissen. Einen Moment spürte sie deutlichen Schwindel in ihrem Kopf und ihre Knie drohten weich zu werden. Doch ihr Kampfgeist war erwacht und sie behielt die Beine durchgedrückt, kämpfte um jedes bisschen Körpergefühl.

Ich schaff das. Ich schaff das. Ich schaff das ....

Unaufhörlich wiederholte sie die Worte in Gedanken und pushte sich damit so weit, dass sie sich nur noch leicht auf Trents Schulter abstützen musste. Auch wenn sie hier und da mal wieder zurück fiel. Sie wusste, dass auch er Schmerzen hatte und umso mehr tat es ihr leid, dass sie ihm zur Last fiel.
„Ich sag das echt nur ungern, Alice: aber was dir jetzt guttun wörde, wäre ein richtig guter schwarzer Tee – oder um die Wirkung zu beschleunigen: Kaffee.“ , sagte Trent und diesmal hörte Alice alles von dem was er sagte. Kaffee? Es musste wirklich schlimm um sie stehen, wenn Trent ihr freiwillig Kaffee verabreichen wollte.
"Maschine ... Küche", brachte sie mit kratziger Stimme hervor. Ihre Stimmenbänder fühlten sich noch immer steif und kalt an, sodass sie klang, als wäre sie heiser, obwohl sie nicht laut geschrien hatte.
Doch statt sie wieder hinzusetzen und sich in die Küche zu begeben, schleppte Trent sie weiter, bis zum Türrahmen. Was hatte er vor?

„Ich bring dich jetzt in dein Schlafzimmer und deck dich mit so vielen Schichten zu, wie ich finden kann“, verriet er ihr auch sogleich auf ihre Frage. Alice brachte keine weiteren Worte dazu zustande, sondern nickte einfach schwach. Sie hatte inzwischen wieder etwas Mühe sich auf den Beinen zu halten. Ihre Muskeln im Oberschenkel zitterten und machten es ihr noch schwerer. Doch hielt sie durch. Noch konnte sie sich halten, noch schaffte sie es aufrecht zu bleiben.
„Wo genau ist dein Schlafzimmer?“, fragte Trent und erklärte somit, warum sie noch nicht weiter gegangen waren. Im Normalfall hätte Alice jetzt wohl gelacht, doch war ihr nicht nach lachen zumute. Mit der Willenskraft eines Büffels hob sie den rechten Arm und deutete den Flur herunter auf eine rechts abgehende Tür. Zusammen mit Trents Hilfe schleppte sie sich voran, Nepomuk immer im Schlepptau, der sich schließlich an ihnen vorbei schob und die Schlafzimmertür mit der Nase aufstieß, so als wüsste er am besten, dass Trent dafür keine Hand frei hatte und Alice sich kaum bewegen konnte. Schließlich sprang er noch auf das Bett am Fußende und ließ somit genügend Platz, damit sich die Kranke noch hinein legen konnte.

tbc: Schlafzimmer

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Thx Jo!
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Trent Cingsley
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BeitragThema: Re: Wohnzimmer   Mi Feb 14, 2018 12:53 pm

Sollte sich der Zustand von Alice nicht in den nächsten Minuten merklich verbessern, musste er wohl oder übel einen Krankenwagen rufen. Dass der Wagen bei den derzeitigen Straßenverhältnissen gut durchkam bezweifelte Trent zwar, aber er war kein fachlich ausgebildeter Experte für das Erhalten von Menschenleben. Und solange die Rettungskräfte überhaupt eintrudelten, war ihm das schon genug.

Toll – und dabei hast du sie noch nicht mal gerufen.

Hätte die Blondine sich nicht auch was anderes einfangen können als diese verdammte Hypothermie? Eine schöne Vergiftung zum Beispiel?! Dann hätte er mit seinem Wissen über Toxikologie punkten können. Aber so?!
Alles, was er tun konnte, war die junge Frau so lange wachzuhalten, bis er einen Krankenwagen gerufen und einen starken Kaffee gekocht hatte. Wobei ihm selbst das Zeug wohl noch näher an die Schwelle des Todes gebracht hätte als allen anderen.

Aber wenigstens reagierte Alice jetzt langsam wieder auf seine Worte und brachte mit krächzender Stimme hervor, wo die Maschine des Grauens zu finden war.
Auf ihre Richtungsanweisung schleppte er sie schließlich mühsam in ihr Schlafzimmer, wo er die junge Frau auf dem Bett ablegte.
„So, das hätten wir schon mal“, sagte er und machte sich dann daran, die Decke über die Blondine zu ziehen.
„Alice – Wachbleiben! Sonst weis ich deinen Hund an, solange zu bellen, bis du freiwillig die Glubscher auflässt. Klar soweit?“
Er sah sich in dem Schlafzimmer um und öffnete die Türen des Kleiderschranks, wo er sich mit seiner unverletzten Hand die wärmsten Pullover schnappte und diese auf die Bettdecke warf. Blieb zum einen zu hoffen, dass a) da was bringen würde und b) ihn Alice deswegen nicht zur Rechenschaft zog. Aufräumen war noch nie seine Stärke gewesen.

„Okay, ich kömmere mich um das Gebräu“, sagte er und wandte sich an den Hund, der ihm zuvor die Tür mit seiner Schnauze aufgestoßen hatte.
„Hund – du bellst, wenn sie einschläft, klar?“, wies er den Hund an, der ihn vom Fußende des Bettes her fragend ansah.
Kurz war er unschlüssig, ob er Alice überhaupt für die kurze Zeitspanne allein lassen konnte, die er benötigen würde, um den Kaffee zuzubereiten. Doch wenn sie noch die Kraft dafür besessen hatte, ihre Hand zu heben, um ihm zu zeigen, wo ihr Zimmer lag, dann würde sie hoffentlich noch wenigstens drei Minuten durchhalten.

„Du bleibst wach, klar!“, delegierte er noch kurz zu der Blonden, bevor er humpelnd ihr Schlafzimmer verließ, um sich in ihrer Küche umzusehen. Es roch noch immer verführerisch nach dem Curry, was zu gekocht hatte.
„Hmmmm …“, entfuhr es ihm, doch er riss sich am Riemen und fuhr dann fort, die Küchenschränke systematisch nach dem Kaffee zu durchsuchen. Zwangsläufig führte das dazu, dass er dabei jede Menge Krach verursachte und mehr Chaos zurückließ, als sonst in seinem Labor herrschte. Doch schließlich hatte er auch die gemahlenen Bohnen gefunden und machte sich schnell daran, den Kaffee anzusetzen, bevor er in das Schlafzimmer von Alice zurückkehrte.

tbc: Schlafzimmer

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