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 Neurologie

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BeitragThema: Neurologie   Di Sep 12, 2017 8:35 pm

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Tobias Lenchester
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BeitragThema: Re: Neurologie   Di Sep 12, 2017 8:46 pm

#Firstpost
Mit Patricia Yves

Orientierungslos streunte er durch die Gänge des Mystic Falls Hospitals, woeine Großmutter vor gut einer Woche eingeliefert worden war. Sie hatte sich die Tage davor über Kopfschmerzen beklagt und war schließlich am vergagenen Dienstag aus den Socken gekippt und einfach umgefallen. Tobias hatte sofort den Notdienst verständigt und die Leute vom Rettungsdienst waren wenige Minuten später zur Stelle gewesen. Seither bangte Tobias jeden Tag um das Überleben seiner letzten Verwandten. Gestern hatte er wenig zeit gehabt und sie daher auch nicht besuchen können, aber aus den letzten Besuchen war bereits hervorgekommen, dass es der alten Dame nicht sonderlich gut ging. Umso mehr plagte ihn das schlechte Gewissen, dass er gestern nicht für sie da gewesen war. Nachmittagsunterricht und anschließendes Bannzauber üben hatten ihm alle Zeit geraubt, die er am vorigen Tag gehabt hatte. Sie hatte ihn die letzten Monate immer getadelt, wenn er nicht fleißig übte. In erster Linie wollte er sie nicht enttäuschen und in zweiter Überlegung war er sich beinahe sicher, dass Jocelyn ihn auch im Koma tadeln würde. Sie war eine Hexe da war alles möglich.

Obwohl er nicht das erste Mal hier war, kannte er sich hinten und vorne nicht aus. Er musste aussehen wie ein Welpe, der ausgesetzt wurde und versuchte den Werg zurück zu finden. Krankenhäuser waren auch sowas von verwirrend. Er hatte sogar extra einen Blumenstraus für die alte Dame besorgt, doch fand er sie nicht. Tobias kratzte sich am Hinterkopf. Den nächsten ärztlich aussehenden Menschen würde er wohl fragen müssen. Er seufzte. Das wird ja heiter werden.

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BeitragThema: Re: Neurologie   Mo Okt 02, 2017 10:01 am

FIRST POST

Gekleidet in die blaue Funktionskleidung der Schwestern und auszubildenden Ärzte, eine Akte unter ihrem Arm und ein Stethoskop um den Hals verließ Patricia Yves das Zimmer von Jocelyn Lenchester. Im Laufe ihrer Karriere als Ärztin und besonders während ihrer Zeit auf der Neurologie hatte sie viele erfreuliche Fälle gehabt. Schlaganfallpatienten, die innerhalb von wenigen Wochen wieder komplett selbstständig schienen, als wäre nie etwas gewesen. Mrs. Lenchester gehörte bedauerlicherweise nicht zu diesen Patienten. Die alte Dame war bewusstlos aufgrund eines Schlaganfalls eingeliefert worden und war seitdem nicht aus ihrem Status erwacht. Heute morgen war sie zurück in die Intensivstation der Neurologie verlegt worden, weil der Pflegeaufwand für die Schwestern nicht mehr zu leisten gewesen war. Trish hatte die werte Dame nie kennengelernt, für die junge Ärztin war sie nur ein weiterer gesichtsloser Patient – und doch bedauerte sie es, dass sie dort lag. Solange sie die Menschen nicht kennenlernte, war das in Ordnung. Dann durfte man bedauern, Emotionen zeigen, denn sie blieben nicht. Nur zwei Tage später gab es genug andere gesichtslose Patienten, die – wenn sie starben – ruhig und friedlich dahingingen. Die Angehörigen waren da eine ganz andere Nummer. Sie leiden zu sehen, zu beschwichtigen und zu trösten war das schlimmste an ihrer Arbeit, wie Trish fand. Es war schwer, genügend Anteilnahme zu zeigen und trotzdem völlig neutral zu bleiben.

Sie schloss die Zimmertür hinter sich, der Vorhang der gläsernen Wand war halb offen. So konnten die Schwestern jederzeit einen Blick hinein werfen. Nicht, dass es im Fall Mrs. Lenchester viel zu sehen gab. Sie hatte sich seit einer Woche nicht bewegt, wenn man von ein paar Zuckungen in ihrer gelähmten Hand und ihren Atembewegungen absah. Doch das waren Reflexbewegungen. Nur Zeichen, dass sie noch nicht tot war. Wieder warf Trish einen Blick in die Akte. Der Blutdruck war noch in Ordnung, das EEG sah allerdings nicht so gut aus. Wenn nicht ein Wunder geschah, dann würde Jocelyn Lenchester nicht mehr lange leben. Und Patricia glaubte nicht an Wunder. Es war Zeit, die Angehörigen zu verständigen.

Auf dem Flur kam ihr eine der Schwestern entgegen. Kathryn, jung, engagiert, aber zu emotional, wenn es nach Trish ging. „Wie steht es um Mrs. Lenchester?“, fragte die junge Schwester sofort. Sie schob ein Blutdruckmessgerät vor sich her. „Das EEG sieht nicht gerade gut aus, ihr Status hat sich nicht verändert. Ich bezweifle, dass sie noch sehr lange überlebt.“ Ihre Antwort war neutral und emotionslos wie stets. „Oh“, Kathryn sah wirklich berührt aus. „Ich habe ihren Enkel heute morgen schon über die...“ Sie brach ab und sah an Trish vorbei, ihr Blick völlig erschrocken. Die junge Ärztin drehte sich ziemlich ratlos um. Hinter ihnen, direkt in Hörweite stand ein junger Mann, nicht älter als 18 Jahre.
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Tobias Lenchester
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BeitragThema: Re: Neurologie   So Okt 08, 2017 11:00 am

Die Worte der Ärztin und der Schwester hallten in seinem Kopf nach, der plötzlich leer war. » Ich bezweifle, dass sie noch sehr lange überlebt «... sollte er auch jetzt die letzte Person verlieren, die ihm am Herzen lag? Sein Blick ruhte auf den beiden Frauen, die ihn eben erst bemerkt hatten. Langsam ging er auf sie zu und starrte die Ärztin aus seinen grünen Augen an. "Heißt das... heißt das sie wird nicht wieder aufwachen?", fragte er, dabei huschte sein Blick zwischen den beiden immer wieder hin und her. Der Junge umklammerte den Blumenstrauß mit beiden Händen, er musste sich an etwas festhalten, wenn er die Wahrheit verkraften wollte. "Seien Sie bitte ehrlich mit mir, sie kommt nicht mehr zurück oder?", bettelte er um eine Antwort. Obwohl man ihm seine Nervösität durchaus ansehen konnte, so blieb seine Stimme fast so neutral, wie die der Ärztin vor wenigen Sekunden. Warum immer ich? Warum passieren immer mir diese schrecklichen Dinge? Kann ich nicht einmal in meinem Leben zufrieden sein?, quälte er sich in Gedanken während er nur mehr die Ärztin anstarrte und auf eine Antwort wartete.
Die Schwester sah sehr betroffen aus vom Schicksal von Tobias' Großmutter, die Ärztin jedoch wirkte gespenstisch kühl. Sie hatte diese gewisse Ruhe und Gleichgültigkeit, die man wohl für den Arzt-Beruf brauchte. Es war nicht direkt unfreundlich, das wäre Tobias egal gewesen, sondern mehr diese Gleichgültigkeit, die auf die Leute wirkte als würde die Ärztin sich nicht für das Schicksal der Angehörigen und Patienten interessieren. So auch auf Tobias.

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BeitragThema: Re: Neurologie   Mo Okt 16, 2017 10:26 pm

Innerlich verdrehte Trish die Augen, nach außen hin blieb sie kühl und professionell wie immer. Sie hatte darin an der Universität sogar einen Kurs belegt. Nicht, dass sie ihn brauchte. Denn wenn sie eines konnte, dann war es ihre Gefühle meisterlich vor allem und jedem zu verbergen – inklusive ihr selbst. Doch Genervtheit konnte man nicht unter Emotionen zählen. Auch wenn sie nicht genervt von dem Jungen an sich war. Es war verständlich, dass er sich Sorgen machte. Es war verständlich, dass er sich Sorgen machte und es war verständlich, dass er in Kürze einen Nervenzusammenbruch erleiden würde. Man nannte es Trauer und Schock, doch auch hier war es nur die Ausschüttung bestimmter Hormone. Nein, wovon Trish genervt war, war lediglich die Tatsache, dass ihre Unprofessionalität dieses Gespräch provoziert hatte. Solche Informationen mussten im Schwesternzimmer weitergegeben werden und nirgends anders. Denn dann hätte sie den jungen Mann vor ihr schonend auf dieses Gespräch vorbereiten können oder es gar nicht erst führen müssen, weil ein Kollege einsprang.

Doch es war, wie es war. Mrs. Lenchesters Enkel hatte alles mitgehört und nun stellte er Fragen, die an dieser Stelle völlig berechtigt waren. „Dürfte ich Sie dazu ins Arztzimmer bitten, Mr. Lenchester?“, erwiderte Trish auf seine schon beinahe panischen Fragen, ging ein paar Schritte den Gang hinunter und öffnete eine Tür. Sobald sie sich beide im Zimmer befanden, legte Trish die Akte der Patientin auf den Tisch und schlug sie auf. „Wie Sie vermutlich wissen, wurde Ihre Großmutter am Vormittag zurück auf die Intensivstation verlegt. Sie hat seit ihrer Einlieferung keinerlei Anzeichen von Besserung gezeigt, weshalb wir davon ausgehen müssen, dass sie nicht mehr lange leben wird. Die Tests, die wir durchgeführt haben, bestätigen das nur.“ Sie schwieg für einen kurzen Moment und meinte dann in vorsätzlicher Anteilnahme: „Es tut mir wirklich Leid, Mr. Lenchester.“ Im ähnlichen Tonfall machte sie ihm die gesamte Situation klar, stand seine emotionale Reaktion durch und schaffte es sogar irgendwie, ihn ein wenig zu trösten, bevor sie ihn ins Zimmer seiner Großmutter brachte und sich ihre wohlverdiente Mittagspause gönnte.
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