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 Krankenzimmer #2

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Meredith Fell
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BeitragThema: Re: Krankenzimmer #2   Fr März 21, 2014 9:26 pm

Erst lief alles gut. Meredith drückte den Kolben der Spritze hinunter und war so konzentriert auf ihre Arbeit, eine Arbeit die sie schon tausendmal, aber niemals unter solch verrückten Umständen, ausgeführt hatte, dass sie nicht bemerkte, wie ihr Patient sich immer und immer mehr anspannte.
Seine plötzliche Gegenwehr überraschte sie extrem.
Er riss die Kanüle mit Gewalt aus seiner Hand, die sofort zu bluten begann und griff dann nach seinem Handy, das eben noch auf dem Nachttisch gelegen hatte.
Dass er sich dabei auch noch aufrichtet, zeigte ihr nur erneut, womit er fertig wurde.
Vielleicht brauchte er das Schmerzmittel ja doch nicht.

„Ich glaube, ich verzichte lieber auf das Schmerzmittel,“


Ihr war klar, dass er zuschlagen würde, wenn er musste und sie wollte ganz sicher kein Smartphone von ihm auf den Kopf geknallt kriegen.
Sie nickte mit besagtem und ging sicherheitshalber ein paar Schritte zurück.

Was war nur los mit Sam? Warum hatte er plötzlich solch eine Angst vor ihr? Müsste es nicht anders herum sein?
Weswegen hatte er so heftig reagiert? Es musste an der Spritze gelegen haben. Eine bessere Erklärung fiel ihr nicht ein. Vielleicht hätte sie ihm eine Vorwarnung geben müssen, aber sie war schon mit sich selbst genug beschäftigt gewesen.

„Sam?“, fragte Meredith vorsichtig. „Ich will dir nichts tun. Ich habe es deinem Bruder versprochen und ich verspreche es dir auch“.
Sie achtete jetzt nicht auf den Unterschied zwischen ’sie’ und ’du’, im Moment wollte sie Sam nur beruhigen und das ’sie’ war so förmlich, so distanziert. Ihr Unterbewusstsein übernahm und zog die Differenz zwischen Job- und Privatangelegenheiten. Dieses Gespräch fiel definitiv in die zweite Kategorie.
Doch darüber dachte sie nicht nach. Sie wollte nur die richtigen Worten finden um Sam zu beruhigen – und möglichst kein Handy auf den Kopf kriegen.

„Selbst wenn du mich ...“, es fiel ihr schwer, das Wort auszusprechen, „... getötet hast, ich bin mir sicher du hattest einen guten Grund. Und jetzt bin ich hier und es geht mir gut, ich will keine Rache nehmen. Aber du musst mir ein bisschen vertrauen, wenn du willst, das es dir besser geht“.
Sie ging das Risiko ein, ging wieder auf das Bett zu und drückte Sam langsam und behutsam, zurück in die Kissen.

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BeitragThema: Re: Krankenzimmer #2   Di März 25, 2014 11:12 pm

Ihre Worte beruhigten ihn, trotzdem blieb die Anspannung zunächst, wusste sein Körper, dass nette Worte alleine kein Beweis dafür waren, dass sie keine bösen Absichten hatte. Und trotzdem verfehlten ihre Art, ihre Worte ihre Wirkung nicht. Schließlich war sie bei ihm, versuchte ihn wieder zurück in das Bett zu drücken und dachte an ihn als ihren Patienten, für den es alles andere als eine gute Idee war, wenn er mit ihr kämpfen würde oder versuchen, dass Bett zu verlassen.
Schließlich gab sein Körper dem Druck ihre Hand nach, entspannten sich die Muskeln und legte sich Sam, noch immer halb aufgerichtet, zurück ins Bett. Doch es dauerte nicht lange bis er diese Entspannung bereute, denn sein Körper erinnerte sich sofort daran, dass er eigentlich Schmerzen hatte, dass er aus Angst etwas nicht weniger schlimmeres verdrängt hatte, die Wunde in seinem Inneren und dass er Muskeln angespannt hatte, die eigentlich zerschnitten und verletzt waren. Sam hielt die Luft an und hatte doch das Bedürfnis den Schmerz irgendwie wegzuatmen. Die Ärztin hatte mehr als Recht gehabt, mit dem, was sie begonnen hatte. Er hatte ein Schmerzmittel mittlerweile mehr als nötig. Schließlich versuchte er seine Haltung nochmals zu verändern, konnte nur aufstöhnen, schloss für einen Moment die Augen, um den Schmerz irgendwie auszuhalten. Er gelangt langsam an einen Punkt, an dem er ihr würde vertrauen müssen. Fast war ihm schon schwindelig.
Sam öffnete erneut die Augen, suchte ihre Blick und versuchte sich auf ihre Worte zu konzentrieren, um sich abzulenken und nicht allzu deutlich zu zeigen, dass es ein Fehler gewesen war, die Braunüle aus der Vene zu ziehen.
„Es tut mir leid," sagte er schließlich, bestimmt, aber leise und ohne das deutlich wurde, wovon er sprach. Dann schwieg er für einen Moment. Es fiel ihm zunehmend schwer, sich auf irgendwas zu konzentrieren, sein Bewusstsein folgte immer mehr einer dumpfen Mattheit, aus Müdigkeit, wegen den Schmerzen. Es war immer mehr ein Zustand, in dem das Umfeld immer mehr an Bedeutung verlor und das eigene Selbst, der Körper das einzig wichtige wurden. Doch Sam befand sich weder in der Situation, noch war er von Menschen umgeben, in der er das wirklich zulassen konnte.
„Seit wann bist du wieder am Leben?“ fragte er sie schließlich. Er konnte sich nicht mehr daran erinnern, ob sie das schon erwähnt hatte, aber darum ging es ihm auch nicht, er brauchte etwas, das ihn ablenkte, etwas, das seine Arbeit war.
„Wie hast du ins Leben zurückgefunden? Zurück zur Arbeit? Sowas?“ er wollte freundlich klingen, ehrlich interessiert, doch er war sich nicht mehr sicher, zu was sein Körper noch in der Lage war. Außerdem hoffte er darauf, dass sie ihn mit ihren Erzählungen nicht nur von den Schmerzen ablenken konnte, sondern ebenso von dem Problem, dem sie sich eigentlich gegenübersahen, dass er aber im Moment bei Weitem nicht mehr in der Lage war, zu lösen. Jeder ernste Gedanke, den er zu greifen versuchte, entglitt ihm mittlerweile, noch ehe er ihn hatte erfassen können. Sam war im Moment keine Hilfe mehr, in keiner Weise, das musste er sich immer mehr eingestehen.
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Meredith Fell
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BeitragThema: Re: Krankenzimmer #2   Mi März 26, 2014 5:17 pm

Sam gab nach und legte sich wieder hin, doch er löste die Anspannung seines Körpers nicht das winzigste bisschen. Er schloss die Augen und sie konnte förmlich sehen, wie er versuchte mit Schmerz klar zu kommen. Sie ging erneut zum Regal hinüber, kramte dieses mal Schmerztabletten hervor.
Mit einem Glas Wasser und den Tabletten ging sie zu Sam hinüber und hielt sie ihm hin.
„Hier“, sagte sie.
Sam hatte die Augen wieder geöffnet und inzwischen war ihm wohl selbst klar, dass die Schmerzmittel ihm definitiv nicht schaden würden und er nahm sie ohne Protest.
Meredith verbarg ihre offensichtliche Erleichterung, sondern nahm sich Sams Hand, die immer noch blutete und machte sich daran, diese zu versorgen.

„Es tut mir leid", sagte er plötzlich ohne jeglichen Zusammenhang. Kurz blickte Meredith von ihrer Arbeit ab.
„Ich hab schon Schlimmeres erlebt“, sagte sie ohne wirklich nachzudenken. Doch dann wurde ihr klar, was er höchstwahrscheinlich meinte. „...Oh“
Und darauf hatte sie nicht wirklich eine Erwiderung.
Was sagte man zu jemandem, der einen getötet hatte? Mal davon abgesehen, dass das wohl (so gut wie) nie vorkam, wusste sie ja noch nicht einmal genau, warum er es getan hatte.
Sie blickte wieder nach unten und kümmerte sich um seine Hand.

„Seit wann bist du wieder am Leben? Wie hast du ins Leben zurückgefunden? Zurück zur Arbeit? Sowas?“, fragte Sam, als sie gerade fertig war.
Sie stand auf und wusch sich die Hände, während sie darüber nachdachte, wie sie das am Besten in Worte fasste.
„Erst ein paar Tage“, erklärte sie. „Ins Leben zurück zu finden war gar nicht schwer. Ich war ja nicht lange weg, höchstens ein paar Stunden“.
Sie schwieg für einen Moment und fragte sich, ob sie ihm von den Geistern erzählen soll, entschied sich jedoch dagegen.
„Es gab ein paar Dinge mit denen ich klar kommen musste, aber im Moment geht das“.

Sie schwieg für einen Moment, dann sah sie Sam an. Es fiel ihr schwer ihn einfach nur als Patienten zu sehen. Aber allgemein wusste sie nicht in welche Kategorie er fiel.
Sam war möglicherweise der eigenartigste Mensch, den sie jemals getroffen hatte. Irgendwie faszinierte sie das. Sie wollte wissen, wie er so geworden war, wie er war. Und doch wusste sie, dass sie ihn vermutlich nach seinem Krankenhausaufenthalt nie wieder sehen würde. Sie wusste nicht, ob sie sich darüber freuen sollte oder nicht.

„Warum?“, fragte sie plötzlich. „Warum hast du mich getötet?“

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BeitragThema: Re: Krankenzimmer #2   Di Apr 01, 2014 12:01 am

Er lehnte sie nicht mehr ab. Mittlerweile hatte er fast einen Punkt erreicht, dass er fast alles schlucken würde, was nur irgendwie eine Erleichterung versprechen würde; zu deutlich spürte er mittlerweile jede Bewegung, jedes Zucken seiner Muskeln, die Manipulation in seinem Körperinneren. Es ärgerte ihn fast, dass er die Braunüle aus seiner Ader gezogen hatte, so blieb ihm der schnelle Wirkungsweg von Medikamenten über die Blutbahn verwehrt. Jetzt musste er warten.

Er gab das Glas Wasser zurück und beobachtete Meredith stumm dabei, wie sie seine Hand nahm und die Blutung stillte. Ihre Blicke trafen sich als sie auf seine Entschuldigung reagierte, ebenso wenig einstufen konnte, wie sie gemeint war, wie Sam selbst. Er schluckte, als ihr gewahr wurde, was seine Worte noch bedeuten konnte und war andererseits froh, dass sie es verstanden hatte. Dann hörte er ihr zu, nahm ihre Erklärungen in sich auf.
„Ist denn irgendetwas anders?“ fragte er sie schließlich. „Oder fühlt sich alles an, wie vorher?“ Er glaubte es nicht, aber trotzdem wollte er sicher gehen, dass an ihr nichts Übernatürliches war, dass sie wirklich einfach nur zurück ins Leben gefunden hatte, auch ohne die Narben, die Dean und er jedes Mal zurückbehalten hatten. Trotzdem blieb ihm nicht unbemerkt, dass sie etwas verschwieg, das irgendetwas nicht zu stimmen schien. Doch Sam fragte nicht noch weiter, kämpfte ohnehin jetzt schon wieder mit der Müdigkeit, spürte, dass seine Konzentration schneller nachließ als es ihm lieb war.

Er spürte, dass sie ihn ansah, vieles zu überlegen schien. Sam lächelte matt, er wusste, dass es mehr ein Versuch war, als dass es funktionierte. Schließlich versuchte er erneut, seine Haltung zu verändern, stöhnte auf, vor Schmerz und Müdigkeit. Die Erschöpfung siegte, sein Widerstand schwand mit jeder Minute.
Dann hörte er schließlich ihre Frage. Sein Blick fixierte ihren. Er atmete hörbar aus.
„Ich..“ wie sollte er ihr erklären, warum er sie getötet hatte? Keine Erklärung würde das rechtfertigen können oder ungeschehen machen. „Es erschien mir notwendig. Unausweichlich.“ Er hielt inne. „Es ...“ er brach ab. Sam konnte sich nicht erneut entschuldigen, es war ebenso unpassend wie alle anderen Worte. Er schwieg, sah sie nur an. Ratlos.
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Meredith Fell
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BeitragThema: Re: Krankenzimmer #2   Di Apr 01, 2014 5:49 pm

Meredith wusste, dass Sam ihr genau zuhörte und vermutlich seine Schlüsse zog. Was wusste er über Leute, die Geister sehen konnten? Konnte er sich denken, dass Meredith genau das passiert war?
Sie hatte eben schon überlegt, ob sie von den Jägern als eine Gefahr angesehen würde, wenn sie das erfuhren. Weil sie es schlichtweg nicht wusste, beschloss sie darüber zu schweigen. Sam sollte sie nicht nochmal töten.

„Ist denn irgendetwas anders? Oder fühlt sich alles an, wie vorher?“
, fragte Sam und ihr wurde klar, dass sie bei ihm wirklich aufpassen musste, wenn sie log.
Sein Verstand schien messerscharf und sie konnte sich gut vorstellen, dass er sie durchschauen konnte, weswegen sie sich entschied, es nicht bei einem einfach ’Nein’ zu belassen.
„Mal davon abgesehen, dass ich mich in den letzten paar Tagen bei jeder Person gefragt habe, ob sie mich auf dem Gewissen hat und leicht paranoid geworden bin, nein“.

Meredith wusste nicht, warum er nicht nachfragte, schob es aber auf die Schmerzmittel. Sie konnte sehen, wie ihr Patient gegen die Müdigkeit ankämpfte.
Sie hoffte sehr, dass er wirklich einschlafen würde, bei seinem aktuellen Zustand gab es kaum etwas Besseres. Doch sie hatte inzwischen sehr deutlich gemerkt, wie dickköpfig er war.
Vielleicht hätte sie ihm auch Schlaftabletten geben sollen...

Sie konnte hören, wie Sam ausatmete, nachdem sie ihre Frage gestellt hatten. Sams und Merediths Blicke blieben aneinander hängen und sie blickte ihm direkt in die Augen. Welche Farben hatten sie? Sie konnte es nicht erkennen.
„Ich... Es erschien mir notwendig. Unausweichlich. Es ...“, sein ratloser Blick zeigte ihr, dass er bei der ganzen Sache ähnlich unsicher war wie sie selbst.
Sie nickte. Vermutlich sollte sie noch mal nachfragen, wenn es ihm wirklich besser ging.

Für eine ganze Weile war es absolut still und sie schwiegen sich an.
Meredith wurde klar, wie lange sie nun schon in Sams Zimmer stand. Sie war bereits einmal durch den Flur gelaufen und ihr war absolut nichts passiert.
Konnte sie wirklich ihrer Pflicht so lange entsagen, bis hier alles wieder normal war? Das konnte noch Tage, wenn nicht Wochen dauern!

Sie blickte zu Sam. Ihr Wunsch schien tatsächlich einzutreten. Er hatte sie Augen geschlossen und wirkte zum ersten Mal seit seiner Ankunft vollkommen ruhig.
Meredith ging zur Tür, drehte sich dann aber noch einmal um. „Versuch, ein bisschen zu schlafen okay?“

Mit diesen Worten verließ sie das Zimmer.
Meredith lief den Flur entlang. Nach wie vor leuchtet alle Farben, die Lichter waren viel intensiver und die wenige Leute, die ihr über den Weg liefen, waren ebenso aufgeputscht wie die beiden Angehörigen von Sam.
Die Ärztin kam an der Notaufnahme an. Von sämtlichen anwesenden Schwestern und Pfleger strömten ihr erleichterte Blicke entgegen.
Meredith beachtete sie nicht, denn just in diesem Moment konnte sie sehen, wie drei Gestalten, durch die Tür kamen.

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BeitragThema: Re: Krankenzimmer #2   Di Apr 08, 2014 12:40 am

Sam hatte das Telefon noch nicht zur Seite gelegt als er Cas neben seinem Bett erblickte. Die Erleichterung, die er dabei empfand, konnte er kaum in Worte fassen. Nicht nur, würde der Engel ihn von seinen Schmerzen befreien, er würde es ihm auch ermöglichen, das Bett, das Krankenhaus zu verlassen und Dean und ihm zu helfen. Sam versuchte sich wieder etwas aufzurichten, lächelte Cas leicht an.
„Ich bin echt froh, dich zu sehen,“ bemerkte er unter Stöhnen, noch immer nahmen ihm die Schmerzen fast die Sinne, ließen seine Gedanken ersterben. Er schloss für einen Moment die Augen. Dann, als er Cas erneut betrachtete, fiel ihm plötzlich auch auf, dass der Raum sich verändert hatte, die ganze Umgebung wieder eine andere geworden war. Normaler. Das Glänzen, die Perfektion war vergangen, die Gebrauchsspuren waren zurückgekehrt, der Schmutz in den Ecken war wieder deutlich zu sehen. Erleichtert und verwundert zugleich, glitt Sams Blick durch den Raum. Auch Cas sah aus wie immer, wobei er natürlich vielleicht ohnehin die ganze Zeit sein Äußeres nicht verändert hatte. Schließlich hatte Sam keinerlei Informationen darüber, ob übernatürliche Wesen auch von den Veränderungen betroffen gewesen waren. Doch auch wenn alles wieder in seinem alten Zustand zurückgekehrt zu sein schien, wusste Sam immer noch nicht, was die die Veränderungen ursprünglich verursacht hatte.
Sam holte erneut tief Luft.
„Du kannst mir sicher sagen, was draußen passiert ist oder?“ wandte er sich mit fast genervter Stimme an Cas. Es war für ihn kaum zu ertragen, dass er die Zeit in diesem Bett verbracht hatte und nichts mitbekommen, niemanden hatte helfen können und Dean und die anderen hatte alleine lassen müssen.
„Wir sollten uns beeilen,“ bemerkte er schließlich mehr zu sich selbst als zu Cas, „Dean wird uns brauchen.“ Er hielt erneut die Luft an, wieder zogen Schmerzen durch seinen ganzen Körper. Es war wirklich froh, dass Cas gekommen war.
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Castiel
Angel
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BeitragThema: Re: Krankenzimmer #2   Di Apr 08, 2014 7:35 am

Cf: Mystic Motel – Rezeption

Sam sah schlimm aus, zwar verstand Castiel nicht so viel von dem Ausdruck des Unwohlseins bei den Menschen, aber bei seinen Jungs hatte er gelernt, wie sie aussahen, wenn sie Schmerzen hatten. Deans Augen wurden matt und Sam zog immer die Augenbrauen zusammen und schloss öfter die Augen, als man es sonst eigentlich tat. Hinzu kam bei beiden der verbissene Ausdruck um die Mundpartie herum, wodurch die Kiefermuskeln hervortraten. Zum Glück konnte man durch die Engelsmagie alles wieder heilen. „Sam“, sagte er einfach nur. Einen Moment lagen die himmlisch blauen Augen noch auf dem Winchester, ehe der Geflügelte auf ihn zutrat.

„Es gab einen Riss im Raum-Zeit-Kontinuum. Die Realität wurde dabei verschoben.“, beantwortete er die Frage, was geschehen war in seiner gewohnt neutralen Stimme. Dass es ein Trickster gewesen war, stand für ihn nach wie vor noch nicht fest, weswegen er darüber schwieg. Seth war es nicht gewesen, denn seine Veränderungen am Motel hatten immer noch Bestand und so blieb er bei dem, was er mit Gewissheit sagen konnte.

Die Bemerkung, dass sie sich beeilen mussten, da Dean sicherlich ihre Hilfe brauchte, verwunderte den Engel, immerhin war er genau aus diesem Grund hier. Sie wollten sam dabei haben, wenn sie gegen Seth antraten. Castiel fiel auf, dass er den jüngeren Winchester nun schon eine ganze Weile nicht mehr gesehen hatte und auch wenn er vor die Wahl gestellt sich immer für Dean entscheiden würde, so war doch auch Sam ein Teil seiner neuen Familie.

Ohne etwas zu sagen, legte er Luzifers Hülle zwei Finger auf die Stirn und heilte ihn, ließ nicht nur die körperlichen Verletzungen verschwinden, sondern jedes Gefühl von Schwäche. Ein Engel konnte den Körper eines Menschen heilen, nur eine verletzte Seele konnten sie nicht wieder ganz machen. Sam hatte seine gesunde Hautfarbe zurückerlangt und mit einem weiteren Schnippen hatte er auch wieder normale Kleider an, die unbeschädigt und sauber waren.

Ein Blick zu seinem Schützling und schon berührte er ihn erneut. Er wusste, dass die Menschen diese Art von Reisen nicht unbedingt mochten, aber sie mussten schnell handeln. Waren sie eben noch im Krankenhaus, waren sie jetzt schon wieder im Motel. Ein Blinzeln hatte ausgereicht, um sie den Ort wechseln zu lassen.

Sie waren keineswegs zu früh angekommen, denn Seth hatte beschlossen auf der Bildfläche zu erscheinen. Das Engelsschwert lag kalt in der Hand des Kriegers. Kalt und tödlich, doch noch immer fragte er sich, ob man das Chaos und die Zerstörung überhaupt töten konnte.

Tbc: Mystic Motel - Rezeption

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Meredith Fell
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BeitragThema: Krankenzimmer #2   Di Apr 08, 2014 5:37 pm

Meredith musste gähnen, bevor sie sich die Hände wusch. Sie wollte es nicht zeigen, aber sie war müde. Allein schon Sams OP hatte sie erschöpft, doch sie wusste ja selbst, dass der Tag danach für sie nicht vorbei gewesen war.
Sie schwor sich selber aber schlafen zu gehen, wenn sie hier fertig war. Und sie wusste selbst, dass sie dieses Versprechen brechen würde, sollte irgendwer ihre Hilfe benötigen. Warum sie es also überhaupt machte, war ihr selbst schleierhaft.

Ihre Patientin, Vivien Paine wie sie erfuhr, gab ihr einen Zettel auf dem ihre Medikamente gegen Epilepsie standen. Meredith kannte sie und wusste auch, wo sie sie finden würde.
„Bleiben sie einfach liegen“, sagte sie. „Ich bin gleich wieder da“.
In der Hoffnung, dass es keine weiteren Zwischenfälle geben würde, besorgte die Medikamente, die zum Glück vorrätig waren.
Als Meredith zurück kam sah das Zimmer noch immer so aus wie sie es verlassen hatte und Miss Paine hatte sich auch nicht in Luft aufgelöst.
Sie machten Fortschritte.

„Hier, bitte“, sagte sie und gab ihrer Patientin die Tabletten und holte ihr dann auch noch ein Glas Wasser.
Nachdem Miss Paine die Tabletten geschluckt hatte, kontrollierte Meredith ihre Pupillenreaktion, die zum Glück nicht auf eine Gehirnerschütterung schließen ließ.
„Das scheint so weit alles ganz gut auszusehen“, erklärte Meredith. „Ruhen sie sich einfach aus, eine Schwester wird später bei ihren noch ein EEG machen um die Gehirnströme zu messen. Dann können wir sicher gehen, das alles okay ist“.
Hoffentlich würde sie das Drama frei über sich ergehen lassen...
„Ich sehe jetzt noch mal nach ihrem Freund, ich denke er kann nachher auch noch ihnen gucken“.

Meredith verließ das Zimmer und ging in den anderen Raum, in dem die beiden Schwestern gerade damit beschäftigt waren, dem anderen Patienten einen Gehgips zu verpassen.
Als sie fertig waren, bat Meredith eine der beiden das EEG durchzuführen und griff dann nach der Krankenakte.
„So, Mr. Vaughn. Angebrochener Arm, angebrochenes Bein, gebrochenes Schlüsselbein und Platzwunde. Das muss wirklich ein hoher Baum gewesen sein“.
Sie überprüfte die Wundversorgung und half ihm dann dabei den Rucksack-Verband anzulegen. „Sie sollten mindestens sechs Wochen lang keinen Sport machen und sich schonen. Den Gips können sie nach den sechs Wochen bei ihrem Hausarzt entfernen lassen. Spielen sie nicht den Helden, okay?“
Die Ärztin gab ihm noch eine Thrombose-Spritze, von denen sie ihm auch gleich welche verschrieb, zusammen mit Schmerzmitteln.

„Wenn sie zu ihrer Freundin wollen, die ist gleich neben an. Aber sie soll sich ausruhen!“, ein mahnender Blick machte deutlich, wie ernst sie das meinte. „Gute Besserung!“

Gähnend ging Meredith zurück in die Notaufnahme.
Erst Sam, sein Bruder und deren Freundin und nun die Drei. Viele Fremde waren derzeit in Mystic Falls unterwegs. Meredith war jedoch zu müde, um diesen Gedankengang weiter zu verfolgen.

Sie bewegte sich in Richtung Ausgang und war schon dabei ihren Kittel abzustreifen, als Josefine auf sie zu kam. Die andere Ärztin konnte noch nicht lange hier sein und ihrem Gesichtsausdruck nach, hatte sie schon etwas, wofür sie Meredith brauchte.
„Hey Josefine“, sagte Meredith und fügte dann schon hinzu: „Was ist es?“
Josefine schien gemerkt zu haben, wie müde Meredith war. „Lucas ist hier. Ich kann mich um ihn kümmern, wenn du lieber heim willst“.
Meredith schüttelte den Kopf. Jeder Angestellte ihm Krankenhaus wusste, dass Lucas Kendall so etwas wie ’ihr’ Patient war.
Sie hatten ihm beim Entzug geholfen und seitdem fühlte sie sich verantwortlich für ihn. Es gefiel ihr gar nicht, dass er schon wieder hier war...

„Ich mach das“, sagte Meredith. „Danke Josefine“.
Sie ließ sich die Raumnummer geben und dann war sie auch schon auf dem Weg.

Lucas saß auf der Liege, die Beine an den Oberkörper gezogen und zitternd. Gerade als Meredith herein gekommen war, begrüßte er sie, jedoch nicht auf die übliche Weise.
„Lasst mich endlich in Ruhe!“, schrie er aus vollem Halse und starrte dabei auf einen Punkt irgendwo neben Meredith.
Als er merkte, dass sie in der Tür stand, starrte er sie entsetzt an.

Lucas sah aus wie ein Häufchen Elend. Obwohl er zitterte, stand ihm ein Schweißfilm auf der Stirn und die Angst, die sie in seinen Augen sah, konnte nichts Gutes bedeutet.
Doch sie konnte sie verstehen. Denn Lucas war nicht allein. Nur Zentimeter von ihm entfernt, stand eine Frau. Sie war irgendwie verschwommen und erinnerte Meredith an Gabrielle. Verdammt! Die Frau war tot und nur ein Geist. All das machte der Ärztin nicht so viel Angst, wie der Fakt, dass sie sie sehen konnte.

Doch die Frau hatte zum Glück noch nicht bemerkt, dass Meredith sie sehen konnte.
„Lucas!“, Meredith versuchte den Geist zu ignorieren und ging auf den jungen Mann zu. „Was ist los mit dir? Was ist passiert?“

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Alice Hampton
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BeitragThema: Re: Krankenzimmer #2   Fr Sep 29, 2017 11:43 am

cf: Trents Bude

Mit klatschnassem Gesicht und durchgefroren, stolperte Alice an die Rezeption des Krankenhauses. Ihre Arme waren überladen mit den zwei Beuteln, den Schuhen und ihrer eigenen Tasche. Die Mütze mit den Katzenohren war leicht verrutscht, hielt jedoch noch am Kopf. Ihre Mimik sagte jedem, der sie ansah, dass sie sich Sorgen machte und dennoch ziemlich müde war.
Die junge Frau beugte sich leicht vor, da sie nun um die Aufmerksamkeit der Schwester buhlte, die gerade offenbar unglaublich damit beschäftigt war, ein Protokoll auszufüllen. Alice drückte beinahe schon die Stirn an die Scheibe, die sie von der Frau trennte und sie bewegte ihre Lippen an die Lücke zur Durchsage.
"Chrmchrm.", machte sie laut und etwas übertrieben penibel. Doch die Schwester blickte nicht einmal auf, geschweige denn, dass sie überhaupt eine Reaktion zeigte. Alice zog leicht verärgert die Augenbrauen zusammen. Na die machte ihren Job ja wirklich fabelhaft.
"Entschuldigen Sie bitte. Ich hätte mal eine wichtige Frage.", sagte sie, wobei sie noch versuchte freundlich zu klingen.
Endlich hatte sie die Aufmerksamkeit der rundlichen Schwester, die nun, offenbar genervt, von ihrem Geschreibe aufblickte und sie erwartungsvoll ansah. "Wie kann ich Ihnen helfen?", leierte sie mit einer Stimme herunter, die jeden euphorischen kleinen Jungen im Süßigkeitenladen in einen schlafenden Trauerkloß verwandelt hätte.
"Ich suche das Zimmer von einem gewissen Trent Kingsley. Ich bringe ihm ein paar Sachen vorbei.", sagte sie und ließ die Frau dabei nicht aus den Augen, beinahe um sie zu kontrollieren, dass sie ihr auch zuhörte. Schnarchnasen Schwester Jenny, wie auf ihrem Namensschildchen zu erkennen war, sah auf den Bildschirm ihres Computers und klickte ein paar Mal mit der Maus. Alice war sich nicht sicher, ob sie wirklich nach dem Namen suchte, oder Bubbles zockte, so schnell wie ihre speckigen Finger auf der Maus herum tackerten.
"Zimmer #2.", leierte Schnarchnasen Schwester Jenny und tackerte weiter auf ihrer Maus herum. "Bitte beachten Sie unsere Besucherzeiten-", fing sie leiernd an und blickte dabei auf. Doch wie von Zauberhand war ihre Gesprächspartnerin bereits verschwunden. Die Schwester starrte noch eine Weile mit leerem Blick ins Leere, bevor sie mit den Schultern zuckte und sich wieder ihrem Sudoku widmete.

Leise nuschelte Alice die Zimmernummer vor sich hin, während sie die Gänge entlang eilte und dabei an unzähligen Türen vorbei kam. Von Außen sah das Krankenhaus gar nicht so groß aus. Aber im Innern war es ein Labyrinth aus Türen und noch mehr Türen. Wie sollte sie Trent hier nur .. "Ah!", rief sie aus und zuckte über ihre eigene Lautstärke zusammen. Hätte sie eine Hand frei gehabt, hätte sie sich wohl die Hand auf den Mund geschlagen. Sie hatte die Tür gefunden, aber nicht nur die. Halb in der Tür stand ein alter Mann. Er war angezogen wie ein Patient, trug ein langes Nachthemd und eine Schlafmütze, die spitz am Ende zu lief. Er sah furchtbar alt und zerfurcht aus und sah sie aus toten Augen an. Denn das war er. Halb durchsichtig stand er tatsächlich halb in der Tür. Ein Bein hier im Gang, das andere vermutlich im Zimmer. Alice sammelte sich wieder und machte eine Bewegung mit der Hand, die sie sich frei geräumt hatte.
"Kusch.", sagte sie und durchfuhr den Geist dabei mit ihrem Ring, der einen hohen Eisenanteil hatte. Ein Zucken ging durch die Gestalt und wenig später löste er sich in Luft auf. Alice atmete tief durch und klopfte schließlich an der Tür, nur um wenig später in den Raum zu treten.
"Trent? Ich bins, Alice.", meinte sie dazu, um etwaige Verwechslungen zu vermeiden.

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Trent Cingsley
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BeitragThema: Re: Krankenzimmer #2   Mi Okt 04, 2017 10:16 am

cf: Alices Phone

In der Zeit, die er damit verbrachte, auf Alice zu warten, rief Trent gleich auch noch bei Sheriff Forbes an, die ihm sagte, er solle sich keine Sorgen um seine Arbeitsstelle machen, sondern lieber erst ganz gesund werden. Den Kaffee würden sie in der Zwischenzeit auch ohne ihn kochen können. Blieb zu hoffen, dass die elektrischen Geräte ihnen nicht einen Strich durch die Rechnung machten und wenn er dann wieder kam, würden sie ihn sicherlich bestürmen mit Worten wie ‚Ach zum Glöck bist du wieder da – der Wasserkocher ist kaputt. Und bei dem Kopierer, dem Reißwolf und der Kaffeemaschine sieht es genauso aus.‘ Er konnte es sich schon richtig bildlich vorstellen.

Nachdem er also bei der Arbeit alles geregelt hatte, zögerte er noch kurz, rief dann aber kurzerhand doch noch seine Eltern an. Wie üblich kam als erste Frage von seinem Vater ‚Wie viel und wofür diesmal?‘. Doch er machte ihm nicht die Freude, zu sagen, dass er bankrott war – vielmehr teilte er ihm mit, dass er aufgrund seines neuen Couponing-Hobbys inzwischen so viel Geld gespart hatte, dass er inzwischen noch nicht mal mehr mit der Miete im Rückstand war. Nur am Rande erwähnte er, dass er auch eine gutbezahlte Arbeitsstelle gefunden hatte, für die nächste Zeit jedoch erst mal krankgeschrieben war. Doch statt zu fragen, was er hatte, kam nur ein ‚Das sieht dir ähnlich‘. Zum Glück war kurz darauf auch der Akku von seinem Handy leer, so dass weitere Telefonate erst mal bis auf weiteres aufgeschoben waren.

In das Krankenbett gemümmelt zappte Trent mit der Fernbedienung seines Nachbarn durch die Kanäle und ließ bei den meisten Sendern Kommentare fallen wie „Kenn ich schon“, „Asbachuralt, der Schinken“, „Die Serien von der BBC sind viel besser als dieser Möll“. Schließlich blieb er bei einer Dokumentation über die Kalahari-Wüste hängen. Er schaute gerade fasziniert dabei zu, wie ein Webervogel sein Nest baute, als es an der Tür klopfte.
Er sah auf und sah, dass Alice mit ein paar Beuteln bepackt das Zimmer betrat.
„Trent? Ich bins, Alice.“

Gut, vielleicht ging sie davon aus, dass er bei dem Unfall sein komplettes Gehirn verloren hatte – oder so ein starkes Schädelhirntrauma davongetragen hatte, dass sein Gedächtnis an die letzten paar Jahre ausgelöscht wurde. Konnte vorkommen – ähnlich wie bei dem Film ‚50 erste Dates‘, als Drew Berrymore ständig den kompletten Tag vergaß. Eventuell hegte die Blonde ja auch die Vermutung, dass er sein Gedächtnis in eine Taschenuhr transferiert hatte, so wie es bei ‚Doctor Who‘ vorkam.
„Ich hab zwar ne leichte Gehirnerschötterung – aber ich weiß noch wer ich bin, und wer du bist, weiß ich auch noch“, fügte er noch hinzu. Wie hätte er es sonst wohl geschafft, bei ihr anzurufen und sie darum zu bitten, ihm ein paar Sachen vorbeizubringen.

Er grinste sie fröhlich an. „Danke, dass du dich bei diesem Mistwetter noch mal aufgemacht hast, um einen treuen Grill-Kunden das Leben zu retten. Hast du an meine Schlafmötze gedacht?“, fragte er und begutachtete dabei die ausgebeulten Stoffbeutel. Was hatte sie nur alles eingepackt? Er hatte schließlich nicht vor, hier eine Woche einzuziehen – vor allem nicht, nachdem er jetzt durch alle Sender gezappt hatte und Bescheid wusste, was das Krankenhaus zu bieten hatte. Er musste schnellstmöglich hier raus.

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Alice Hampton
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BeitragThema: Re: Krankenzimmer #2   Mi Okt 04, 2017 1:19 pm

Nun kam Alice sich ziemlich dumm vor. natürlich wusste Trent das sie es war. Aber sie hatte schlichtweg nicht damit gerechnet das er wach war. Oder das sogar Licht im Zimmer brannte, auch wenn es Größtenteils von dem Fernseher kam, auf dem gerade irgendeine Doku lief, die sogar recht interessant ...
'Bleib bei der Sache, säuselte ihre unterbewusste Stimme leise in ihrem Kopf und die junge Frau riss sich wieder zusammen.
Folglich trabte sich an das Krankenbett ihres Freundes heran, zog sich geschickt mit dem Fuß einen der Besucherstühle heran und lud ihre Beute darauf ab.
„Ich hab zwar ne leichte Gehirnerschötterung – aber ich weiß noch wer ich bin, und wer du bist, weiß ich auch noch“
Seine Worte gingen wie Hagel auf ihren Kopf ein. Innerlich dachte sie nur, dass er doch einfach dankbar sein sollte.
"'Ne Gehirnerschütterung? Sonst noch was?", hakte sie nach und sah ihn prüfend an. Ohne seinen Hut sah er irgendwie noch ulkiger aus als sonst. Der Hut gehörte einfach zu ihm. Und ohne war er ... nun er wirkte normal.
Doch das sagte sie ihm garantiert nicht. Dann wäre es wohl das letzte Mal gewesen, dass er sie anrief.

„Danke, dass du dich bei diesem Mistwetter noch mal aufgemacht hast, um einen treuen Grill-Kunden das Leben zu retten. Hast du an meine Schlafmötze gedacht?“, bedankte er sich schließlich doch und sie musste über seine Wortwahl leicht schmunzeln.
"Klar, ich mag zwar eine Frau sein, aber vergesslich bin ich deswegen nicht.", erwiderte sie und tippte sich dann an die Schläfe. "Kellnergedächtnis.", fügte sie an und grinste leicht, als sie ihm die Schuhe neben das Bett packte, zum Schrank herüber ging und ihm seine Sachen zum wechseln hinein legte, ihm schließlich seinen Pyjama und seine Schlafmütze aufs Bett legte und zusätzlich noch die Teedose auf den Beistelltisch stellte.
"So, was war noch? Ich glaub ich hab alles.", sagte sie und ließ sich letztlich zum Verschnaufen auf dem Stuhl nieder. Sie war wirklich erschöpft nach diesem Tag. Zuerst das Einkaufen, Kochen und der Wein hatten ihr schon zugetragen. Und dann auch noch der Ritt hierher. Sie war wirklich fertig mit der Welt und lehnte sich schließlich noch an.
"Sag mal, was machst du nur wieder für Sachen?", fragte sie und sah ihn dabei an. "Ich hab mir echt Sorgen gemacht, über meinen kleinen Lieblingsbeschwerer wenn es um Tee geht." Ein Schmunzeln ihrerseits lockerte die Situation etwas auf.

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BeitragThema: Re: Krankenzimmer #2   Mo Okt 09, 2017 10:33 am

Alice zog einen Stuhl zu dem Krankenbett heran und lud darauf die zwei Stoffbeutel ab, die sie bisher in den Händen getragen hatte.
„'Ne Gehirnerschütterung? Sonst noch was?“, fragte sie ihn und sah ihn dabei prüfend an. Er deutete auf seinen rechten Unterarm, der inzwischen schon in Gips lag.
„Unterarm leicht angebrochen, linker Knöchel verstaucht, Steißbein geprellt“, leierte er seine Verletzungen herunter. „Es hört sich schlimmer an, als es aussieht“, fügte er noch an und winkte mit seiner linken Hand leicht ab. Er hatte schon wesentlich schlimmeres hinter sich. Und wenn er sich einige Zeitungsberichte und Nachrichtensendungen der letzten Zeit in Erinnerung rief, konnte er sogar sagen, dass er einen ziemlich großen Schutzengel (oder eine ganze Armada von ihnen) zur Seite gehabt hatte, als sein Körper Bekanntschaft mit dem Pick-Up machte.

Auf Frage nach seiner Schlafmütze musste die Blondine leicht schmunzeln, und entgegnete, dass sie ein Kellnergedächtnis besitzen würde.
„Andere protzen mit fotografischen Gedächtnis – aber deins klingt nicht so sehr nach Protz“, sagte er und sah dann kurz dabei zu, wie sie die Beutelei auspackte und seine Sachen in seinen Schrank stellte und ihm seinen Pyjama sowie seine Nachmütze auf sein Bett legte. Als sie die Teedose auf seinen Beistelltisch stellte, strahlte er sie überglücklich an.
„Meine Fresse, du hast mir sogar meinen Tee mitgebracht!“, rief er begeistert. „Ich hab das am Telefon extra nicht erwähnt, weil du sonst vielleicht mit einem Koffersortiment voll Tee und zusätzlich mit meinen Klamotten hier aufgeschlagen wärst. Das wollt ich dir dann doch nicht zumuten.“ Mit seiner linken Hand griff er sich die Dose und öffnete sie kurzerhand um den guten Geruch des noch nicht aufgebrühten Tees in sich aufzunehmen.
Ein genießerisches Lächeln breitete sich auf seinem ganzen Gesicht aus. Dann öffnete er die Augen wieder und verschloss die Dose wieder.
„Danke. Tausend Dank, Alice“, sagte er lächelnd. „Wenn du dich weit genug runterbeugst, kriegste ne fette Umarmung von mir“, bot er an.

Erschöpft ließ sich Alice auf den Besucherstuhl sinken und fragte ihn, was er für Sachen machen würde.
„Ich hab mir echt Sorgen gemacht, über meinen kleinen Lieblingsbeschwerer wenn es um Tee geht.“
Trent schmunzelte zurück. Wenigstens einer, der sich um ihn sorgte. Gut, Sheriff Forbes sorgte sich auch – und wie seine Familie reagieren würde, wenn sie wüsste, dass er wegen eines Autounfalls im Krankenhaus lag, wusste er nicht. Dafür hatte sein Akku gesorgt. Eventuell glaubten sie ihm das nicht, sondern legten es als neue ‚Wie komme ich an Kohle-Taktik‘ aus. Möglich wäre es. Er würde am nächsten Tag von seiner Bude aus anrufen. Die Masche mit dem verirrten Kurierfahrer konnte er jetzt leider nicht abziehen. In New York hatte das noch super gefunzt – aber eine Kleinstadt wie Mystic Falls war dafür nicht geeignet. Generell kam es ihm so vor, als wenn die ganzen leichtgläubigen Menschen in Großstädten lebten, während die Misstrauischen das Landleben und die Kleinstädte bevorzugten.

„Nett von dir – in den Grill komm ich aber trotzdem. Und da meine Stimmbänder und mein Gehirn bei dem Unfall nicht weiter geschädigt wurden, kannst du auch davon ausgehen, dass ich mich weiterhin öber euren Tee aufregen werde“, entgegnete er. „Aber wenn es deine Chefs beruhigt: euer Chili und eure Pasta ist echt lecker“, setzte er noch hinzu.
Fragend schaute er Alice an. Irgendwie kam sie ihm anders vor als sonst. „Bei dir alles okay? Du siehst … na ja, ziemlich abgewrackt aus.“

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Alice Hampton
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BeitragThema: Re: Krankenzimmer #2   Fr Okt 13, 2017 10:52 pm

Noch stand Alice vor Trents Bettrand und sah auf ihn herunter, während dieser seine Verletzungen aufzählte.
„Unterarm leicht angebrochen, linker Knöchel verstaucht, Steißbein geprellt. Es hört sich schlimmer an, als es aussieht“
Alice hob beide Brauen. Na sicher.
"Ich hoffe der Andere sieht ähnlich schlimm aus. Wer ist der Kerl eigentlich?", fragte sie und sah sich in dem Krankenzimmer um, in dem aber nur ein weiterer Patient lag und das war ein alter Herr. Gut, dem traute Alice schlichtweg nicht zu bei dem Wetter dumm genug zu sein, mit einem Auto quer durch den Wald zu brettern. Aber irgendjemand musste ja so verrückt im Kopf gewesen sein, denn sonst würde Trent hier nicht liegen und könnte seinen Tee, über den er sich außerordentlich freute, in den eigenen acht Wänden genießen.
„Meine Fresse, du hast mir sogar meinen Tee mitgebracht! Ich hab das am Telefon extra nicht erwähnt, weil du sonst vielleicht mit einem Koffersortiment voll Tee und zusätzlich mit meinen Klamotten hier aufgeschlagen wärst. Das wollt ich dir dann doch nicht zumuten.“ Seine Worte strotzten vor Begeisterung, was den älteren Herrn nur die Augen verdrehen ließ. Na die Beiden verstanden sich ja prächtig. 'Liegt bestimmt an Trents freundlicher Art', dachte sie sarkastisch bei sich und musste leicht schmunzeln. Dann wandte sie sich wieder Trent zu, der genüsslich an seinem Tee schnupperte.
"Kein Thema. Wirklich, ich weiß wie du drauf bist, wenn du normalen Tee trinken musst. Darauf hat hier sicherlich keiner Lust.", meinte sie nur und winkte leicht ab. Das sie daran gedacht hatte lag zwar größtenteils daran, dass sie Trent sehr mochte und es ihm recht machen wollte, doch das musste man hier wohl nicht erwähnen.
„Danke. Tausend Dank, Alice. Wenn du dich weit genug runterbeugst, kriegste ne fette Umarmung von mir“, sagte Trent da plötzlich und Alice lächelte ihm zu. "Na wer kann da schon nein sagen?", meinte sie noch, beugte sich zu ihm herunter und holte sich ihre wohl verdiente Umarmung ab, bevor sie sich auf dem Stuhl nieder sinken ließ.

„Nett von dir – in den Grill komm ich aber trotzdem. Und da meine Stimmbänder und mein Gehirn bei dem Unfall nicht weiter geschädigt wurden, kannst du auch davon ausgehen, dass ich mich weiterhin öber euren Tee aufregen werde“, sagte Trent auf ihren Kommentar hin, dass sie sich verdammte Sorgen um ihn gemacht hatte. Und das tat sie noch immer.
"Verdammig aber auch.", meinte sie gespielt verärgert und schlug sich die Faust auf die Handfläche. Dabei lächelte sie dann auch schließlich, um den Scherz zu verdeutlichen. Dann streckte sie ungefragt die Hand aus und wuschelte ihm über den Kopf.
"Ne, keine Sorge. Schon gut das du noch heil im Kopf bist. So hab ich dich lieber.", sagte sie und grinste schief, bevor sie sich wieder zurück lehnte und leicht die Augen schloss. Der taffe Kommentar wurde nur leicht von einem rosa Schimmer auf ihren Wangen entkräftet, den sie aber gekonnt ignorierte.
„Bei dir alles okay? Du siehst … na ja, ziemlich abgewrackt aus.“, hakte Trent plötzlich nach und Alice öffnete die Augen wieder, bemerkte, dass sie beinahe weggenickt war.
"Hm? Ja ... denke schon. Alles gut. Mach dir keinen Kopf.", sagte sie schnell und bemühte sich wach zu bleiben. Sie musste immerhin noch mit dem Auto heim. Wollte sie das überhaupt?

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Trent Cingsley
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BeitragThema: Re: Krankenzimmer #2   Mi Okt 18, 2017 4:06 pm

Ab und an war Trent doch froh, dass er wenigstens ein paar Leute kannte, die nicht immer, wenn er auftauchte, die Flucht ergriffen. Und wenn er darüber nachdachte, dass er jetzt in Mystic Falls schon insgesamt drei Leute kannte, die wie er auch Geister sehen konnten, dauerte es sicher nicht mehr lange, bis sie einen Club aufmachen konnten.
Hätte er in Ottery St. Mary jemanden angerufen, und gefragt, ob man ihm ein paar Klamotten vorbeibringen könnte – wer wäre dann wohl gekommen? Gut, seine Eltern und die Leute, die ihn aufgrund des immensen Ausmaßes seiner Schul- und Strafakte für ein Vorbild hielten, mal ausgenommen. Auf Anhieb fiel ihm überhaupt niemand ein. Freundschaften waren für ihn etwas, was Zeit erforderte – und Zeit kostete Geld. Und Geld war eines der wenigen Dinge, die er am allerwenigsten zur Verfügung hatte. Es war also kaum verwunderlich, dass er sowohl in seiner Heimatstadt als auch hier in Mystic Falls mehr Zeit mit seinen Experimenten verbrachte als mit Menschen, die ihn für irre hielten. Wobei es Trent herzlich egal war, was sie von ihm dachten. Besser, sie dachten, er wäre nicht mehr ganz dicht, als dass sie dachten, er wäre ‚normal‘.

Bekanntschaften, mit denen man mal ab und zu mehr als ein kurzes Gespräch führen konnte, waren ihm schon lieber. Vor allem waren ihm jedoch solche Bekanntschaften lieber, die sogar seinen Standpunkt des ‚Verrücktseins‘ nachvollziehen konnten, weil sie ebenfalls darunter litten – oder es genossen.
Und Alice gehörte zu der zweiten Kategorie.
Die Blondine betrachtete seine ganzen Verletzungen und schaute anschließend zu seinem Bettnachbarn.
„Ich hoffe der Andere sieht ähnlich schlimm aus. Wer ist der Kerl eigentlich?“, fragte sie ihn.

Trent zuckte nichtssagend mit den Schultern – eine Geste, die ihm trotz seiner Verletzungen keinerlei Schmerzen verursachte.
„Das ist er jedenfalls nicht“, sagte er zu ihr. „Versuch also nicht gleich, ihn mit deinen Blicken zu töten“, fügte er noch an.
Was sollte er auch schon großartig über den Unfallverursacher sagen? Dass er Jon hieß, pleite und wahrscheinlich schon längst über alle Berge war? Was hätte es gebracht? Nichts.

„Außerdem denke ich, dass ich auch eine mikroskopisch kleine Mitschuld an dem Unfall habe“, sagte er zu ihr und betonte die Wörter ‚mikroskopisch klein‘, indem er seinen linken Zeigefinger und Daumen bis auf wenige Millimeter zusammenführte.
Er wusste, dass die Wahrheit anders aussah – aber wen sollte er denn dafür zur Rechenschaft ziehen? Jon? Der konnte sich nicht mal ein geschmiertes Butterbrot leisten. Seine Versicherung? Die würde ihm wahrscheinlich sagen, dass er den Unfall sich selbst zuzuschreiben hatte. Gott? Hatte in dieser Stadt hunderte andere Sachen zu tun.

„Wirklich, ich weiß wie du drauf bist, wenn du normalen Tee trinken musst. Darauf hat hier sicherlich keiner Lust.“
Der Brünette grinste. „Pfefferminztee aus Beuteln ist noch erträglich – alles andere kann man vergessen. Und meine Frustration, wenn sie mir was anderes serviert hätten, hätte ich dann spätestens in meiner Bude rausgeschrien. Oder auf dem Weg dorthin.“ Er sah zu seinem Bettnachbarn. „Oder an ihm.“

Sie wuschelte ihm freundlich über seine wirr abstehenden Haare. „Ne, keine Sorge. Schon gut das du noch heil im Kopf bist. So hab ich dich lieber.“
Der junge Mann fuhr selbst kurz über seine Haare, um sich ihrer Unordnung zu vergewissern und sah dann leicht erstaunt zu Alice hinüber, die sich inzwischen in dem Besucherstuhl zurücklehnte und leicht die Augen geschlossen hatte.
Bisher hatte er noch kaum jemanden getroffen, der ihn in seiner absolut verqueren, quirligen und leicht nervigen Art mochte.

Zwar antwortete die Blonde ihm, dass mit ihr alles in Ordnung sei, doch wirklich glaubhaft klang es nicht.
Dass sie müde war, war ihm bewusst. Doch da war noch etwas anderes. Ein leichter Schatten, der definitiv nicht von einem Geist herrührte.
„Wenn du schon mal hier bist, kannst du doch gleich mal einen Check-Up machen lassen – nur zur Sicherheit“, sagte er zu ihr. „Vielleicht behalten sie dich dann auch hier und wir können gemeinsam leiden“, sagte er mit einem spitzbübischen Grinsen.

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BeitragThema: Re: Krankenzimmer #2   Fr Okt 20, 2017 8:38 pm

Alice beobachtete Trent dabei, wie er offenkundig nachdachte und schmunzelte leicht. Selten konnte man den Menschen dabei zu sehen, wie sie in Gedanken versunken waren, aber bei Trent stand es beinahe offen auf der Stirn. Das war wirklich lustig mit anzusehen, doch Alice hatte sich auch angewöhnt ihn nicht bei solchen gedanklichen Debatten zu stören und schwieg daher, bis er wieder komplett bei ihr war.
„Das ist er jedenfalls nicht. Versuch also nicht gleich, ihn mit deinen Blicken zu töten“, sagte er zu ihr.
"Schade. Er wäre so schön nah dran gewesen.", kommentierte die Blonde und verzog etwas den Mund. In der Tat würde sie sich gerne den Anderen vornehmen, falls dieser zur Verfügung stand. Auch wenn sie nicht glaubte, dass sie auch nur eine winzige Chance hatte, wenn man sich ansah, was mit Trent passiert war. Immerhin schien dieser Grobian wenigstens die Manier gehabt zu haben, Trent ins Krankenhaus zu fahren. Sich danach aber einfach aus dem Staub zu machen, zeugte erneut von Rüpelhaftigkeit, die Alice nicht verstehen konnte.
„Außerdem denke ich, dass ich auch eine mikroskopisch kleine Mitschuld an dem Unfall habe“, führte der Brünette weiter aus und Alice sah mit leicht hochgezogener Braue dabei zu, wie er seine Finger passend dazu bewegte. Daraufhin konnte sie nicht anders, als leise zu lachen.
"Ach ne, wirklich?", meinte sie frech. 'Das an einem solchen Unfall immer zwei dran Schuld sind, ist mir schon klar, Trent.', fügte sie gedanklich an und schüttelte leicht den Kopf über ihn. Manchmal war es eben wirklich zu spät sich aus Dingen rauszureden, die nun einmal schon passiert waren und so lange zurück lagen, dass man sie auch nicht mehr ändern konnte, egal wie man versuchte das Blatt zu drehen oder zu wenden.
Weiter kam Alice jedoch mit ihren Gedanken nicht, denn Trent fasste direkt schon wieder sein Lieblingsthema in ihrer Gegenwart auf: Tee.
„Pfefferminztee aus Beuteln ist noch erträglich – alles andere kann man vergessen. Und meine Frustration, wenn sie mir was anderes serviert hätten, hätte ich dann spätestens in meiner Bude rausgeschrien. Oder auf dem Weg dorthin.“, erklärte sich der Geistersehende und nickte dann zu seinem Bettnachbar herüber, der offenkundig versuchte zu schlafen, da sein Nachtlicht ausgeschaltet war. „Oder an ihm.“
Alice grinste schief. "Warum kann ich mir das nur zu gut vorstellen?", fragte sie methaphorisch und hielt sich leicht die Hand vor den Mund, als sie gähnen musste. "Apropos Tee ... Ich geh mir mal einen Kaffee und dir heißes Wasser organisieren, key?", fragte sie und stand auf, nur um sich dann erst einmal ausgiebig zu strecken und ihren Mantel auszuziehen, unter dem sie, passend zu ihrer Mütze, einen Strickpullover mit schwarzen Katzen darauf trug.
"Bis gleich, ich beeil mich auch.", meinte sie noch zu ihm, bevor sie aus dem Zimmer stiefelte.

Auf dem Gang war erstaunlich wenig los für diese Uhrzeit. Alice hatte vermutete, dass mehr Betrieb herrschen würde, bei einem Wetter wie diesem. Aber wahrscheinlich waren nur die wenigsten so bekloppt wie sie, bei dem Schnee und Glatteis das Haus zu verlassen. So ging die junge Frau unbemerkt über den Flur, auf der Suche nach einem passenden Automaten und fand nur wenig später ganz am Ende des Ganges eine kleine Besucherküche.
"Na da haben wir ja alles, was man braucht.", meinte sie euphorisch zu sich selbst und besah sich das Angebot an Kaffee, was die Maschine zu bieten hatte. Nur wenig später stand eine Tasse unter dem Hahn und empfing die heiße Flüssigkeit, die so wohlduftend roch, wie nur Kaffee es konnte. Abgelenkt von dem Wunder der Technik bemerkte Alice nicht, wie die Lichter im Gang mit einem Mal anfingen zu flackern und einige sogar ganz ausgingen. Auch wurde es unmerklich kälter in der Gegend um die Küche herum, was die junge Frau erst merkte, als sie eine Atemwolke vor ihrem Mund bemerkte.
"Was zum Teufel-?", doch weiter kam die junge Frau nicht, denn wie aus dem Nichts erschien in ihrem Augenwinkel eine weiß leuchtende Gestalt. Beinahe geblendet von der plötzlichen Helligkeit, blinzelte Alice ein paar Mal. Doch in diesem Augenblick der Unachtsamkeit spürte sie eine eisige Berührung an der Schulter, die nur kurz andauerte und ihr dennoch einen Schock durch ihre Glieder fahren ließen. Beinahe schrie sie auf, doch blieb ihr der Schrei im Hals stecken, denn die weiße Gestalt schien im nächsten Augenblick auf dem Gang verschwunden zu sein. Alice hatte nicht gesehen, wie die weiße Frau, so viel hatte sie noch erkennen können, in einen anderen Flur abgebogen war. Daher hielt sie sie im ersten Moment für einen einfachen Geist, der aus irgendeinem Grund versucht hatte anders als Andere Kontakt zu ihr aufzunehmen.
Alice stand noch eine ganze Weile wie erstarrt da und konnte nicht fassen, was ihr gerade wieder fahren war. Erst als die Kaffeemaschine laut piepte und damit das Ende ihrer Arbeit ankündigte, konnte sie sich aus ihrer Starre lösen. Schnell und mit zitternden Knien befüllte sie noch eine weitere Tasse mit heißem Wasser und lief zurück ins Krankenzimmer, um wieder neben Trent Platz zu nehmen. Nun war die junge Frau blasser als zuvor und wirkte mehr durch den Wind, als sowieso schon. Auch ihre Hände zitterten leicht und das ärgerte sie ein wenig, sodass sie sie schnell in den langen Ärmeln ihres Pullovers versteckte.
"Jetzt kannst du dir Tee machen, wie du ihn magst.", sagte sie zu Trent und sah ihn flüchtig an, bevor sie ihre Schuhspitzen wieder allzu interessant fand. In Gedanken hing sie jedoch noch immer bei der weißen Frau und ihrer eiskalten Berührung. Das konnte doch kein Geist gewesen sein! Sowas war ihr noch nie passiert.

Nur schwammig drangen Trents Worte zu ihr durch, während sich der Brünette einen Tee machte.
„Wenn du schon mal hier bist, kannst du doch gleich mal einen Check-Up machen lassen – nur zur Sicherheit“
Alice blickte für einen Moment wieder auf, nur um im gleichen Moment die Arme um sich zu schlingen. Warum fror sie so unglaublich?
"N-nein..schon gut. Wirklich. Ich hasse Ärzte.", erwiderte sie und musste einen Moment an ihre Mutter zurück denken, bevor sie diesen Gedanken abschüttelte und wieder auf ihre Schuhe sah.
„Vielleicht behalten sie dich dann auch hier und wir können gemeinsam leiden“, fügte Trent an und ließ Alice wieder leicht rot werden, was man nun auf ihrer blassen Haut besonders gut sehen konnte. Sie sah wieder zu Trent auf und sah sein Grinsen, musste augenblicklich ebenso leicht grinsen.
"Vielleicht bleib ich auch einfach so ... freiwillig.", meinte sie und streckte ihm kurz frech die Zunge raus, bevor sie sich leicht bei ihm anlehnte, so gut das eben ging von ihrem Platz aus.
"Weißt du, ich bin auch so gern in deiner Näher. Auch wenn ich nicht gezwungen werden.", fügte sie noch an, etwas leiser, so das nur er es hören konnte und lächelte zudem noch leicht. Trent war angenehm warm und auch wenn sie zum Aufwärmen den Kaffee hätte nutzen können, so war ihr seine Schulter da gerade wesentlich lieber.

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Trent Cingsley
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BeitragThema: Re: Krankenzimmer #2   Di Okt 24, 2017 10:58 am

Alice schien wirklich sehr müde zu sein. Wie lange war sie schon auf den Beinen? Sicherlich schon den ganzen Tag. Und dann nötigte er sie auch noch dazu, bei ihm vorbeizufahren und ihm ein paar Sachen aus seiner Bude ins Krankenhaus zu bringen. Sicherlich wäre es besser gewesen, sie gar nicht erst anzurufen. So wie sie aussah, hatte sie eine große Portion Schlaf dringender nötig als er.
Die Blonde gähnte leicht, hielt sich dabei aber diskret ihre Hand vor den Mund.
„Apropos Tee ... Ich geh mir mal einen Kaffee und dir heißes Wasser organisieren, key?“, sagte sie, streckte sich und zog kurz darauf ihren Wintermantel aus, den sie auf dem Besucherstuhl zurückließ.

Trent nickte nur, ohne etwas zu erwidern. Stattdessen fischte er mit seiner linken Hand nach der Zeitschrift seines Bettnachbarn, die dieser auf dem Rollcontainer abgelegt hatte. Wenn er nur lange genug die Seiten studierte, fand er Rabatte, Coupons und Gutscheine. Sogar die kostenlose Apothekenzeitung hatte ab und an ein paar gute Sachen dabei.
Der Brünette riss gerade still und heimlich eine Seite aus der Zeitung heraus, die einen 15 %-Rabatt-Coupon für einen neuen Weichspüler enthielt, als die Tür wieder aufging und Alice mit zwei dampfenden Tassen zurückkehrte. Er lächelte, packte die Zeitschrift zurück auf den Rollcontainer und griff stattdessen nach seiner Teedose.

„Jetzt kannst du dir Tee machen, wie du ihn magst“, sagte sie und stellte die Tasse mit dem heißen Wasser auf seinem Beistellschrank ab. Da die Tasse beim Abstellen leicht vibrierte, bemerkte der junge Mann, dass Alice zu frieren schien. Das wurde auch durch die Tatsache bestätigt, dass sie ihre Hände in ihren langen Ärmeln vergrub.
„Alles klar bei dir?“, fragte er, während er mit seiner linken Hand die Teedose aufschraubte und dort nach dem darin befindlichen Teesieb zu greifen, mit welchem er die gewünschte Menge Tee aufnahm und das Sieb anschließend in die Tasse zu stellen, damit dieser ziehen konnte.

Seinen Vorschlag, sich hier gleich mal untersuchen zu lassen, schlug die Blondine jedoch mit der Bemerkung aus, dass sie Ärzte hasste.
„Manche sind mies – aber die haben hier auch ne echt nette Ärztin. Die erklärt uns sogar nicht gleich för bekloppt, wenn wir mit dem Geisterkram kommen.“ In einer Stadt wie Mystic Falls war das aber für Trent nicht weiter verwunderlich. Mal kamen die einen ins Krankenhaus und behaupteten, ein Vampir hätte sie angefallen. Ein anderes Mal war es die Aussage, man hätte einen Werwolf gesehen. Und sicherlich gab es auch schon Fälle, in denen die Leute behaupteten, sie hätten Hexen auf ihren Besen herumfliegen gesehen.
Wenn man hier für verrückt erklärt wurde, dann musste also schon mehr als das übliche Zeug vorgefallen sein. Vampire, Hexen, Werwölfe, Geister und Zombies – das war hier wahrscheinlich alltäglich.
Behauptete er aber, dass sein Onkel der heilige Hieronymus war – dann standen die Chancen für eine Einweisung gar nicht mehr so schlecht.

„Vielleicht bleib ich auch einfach so ... freiwillig“, sagte sie und steckte ihm keck die Zunge heraus. Der Brünette hob fragend seine Augenbrauen in die Höhe und machte sich dann daran, dass Teesieb aus seiner Tasse herauszuholen.
Kaum hatte er das Sieb auf dem Beistelltisch seines Nachbarn abgeladen, und einen Schluck von seinem schmackhaften Tee zu nehmen, lehnte Alice ihren Kopf müde an seine Schulter.
Sie braucht dringend Schlaf!

„Weißt du, ich bin auch so gern in deiner Nähe. Auch wenn ich nicht gezwungen werde.“

Trent hätte sich beinahe an seinem zweiten Schluck Tee verschluckt.
Mit Alice stimmte definitiv was nicht. Bevor sie herausgefunden hatten, dass sie beide in der Lage waren, Geister zu sehen und von ihnen genervt zu werden, hatten sie kaum mehr als ein paar Sätze miteinander gesprochen.
Er sah hinunter auf ihre Tasse, von der ein grauenvoller Gestank ausging. Der Brünette hatte ja schon immer gewusst, dass dieses widerliche Gebräu nicht gut für die Menschen war – doch was hatte dieses Krankenhausgesöff intus, dass sie Alice zu solchen Aussagen brachte?!

Er zog noch nicht einmal in Erwägung, dass ihre Aussage eventuell ernst gemeint sein konnte – das war ihm viel zu abwegig. Und nach der Luna-Katastrophe, die ihm widerfahren war, hatte er nicht vor, erneut gleich auf Flirtversuche reinzufallen. Gut, er hatte zwar kein Auto mehr, dass ihm gestohlen werden konnte – doch mit seinen Coupons, die in seiner Bude verstreut herumlagen, konnte sich sicherlich auch ein kleines Vermögen machen lassen.
Trent nahm ihr die Tasse mit dem Kaffee aus den Händen und reichte ihr stattdessen seinen Tee.
„Okay, jetzt mal Klartext – dieses Zeuch hier“, sagte er und deutete auf den Kaffee, „ist scheinbar Gift för dich und vergiftet deinen Verstand.“

„Außerdem – ich bin nicht blind, Alice. Du bist hier in einem normalen Zustand rausmarschierst und kommst wieder als wäre dir eine Heerschar von bösen Geistern öbern Weg gelaufen. Aber da wir beide das öfter erleben, als uns lieb ist … ist dir was anderes öber den Weg gelaufen.“ Seine Worte klangen beängstigend logisch.
„Du redest hier mit mir – und ich hab schon eine Menge gesehen, was sogar förs Fernsehen zu gut ist, um es zu senden. Also … was ist da draußen passiert?“

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BeitragThema: Re: Krankenzimmer #2   Di Okt 24, 2017 2:10 pm

Kaum hatte Alice ihm seine Tasse gebracht, begann dieser auch schon eifrig damit, sich seinen ganz eigenen Tee zusammen zu brauen. Währenddessen war Alice damit beschäftigt, sich alles mögliche abzufrieren, obwohl ihr nicht einmal bewusst kalt war. Noch immer ertappte sie sich dabei, wie sie starr in eine Richtung starrte, obwohl dort nicht einmal etwas von Interesse vorhanden war.
Sie musste dann immer mehrmals blinzeln, um sich in die Realität zurück zu holen und wieder zu klarem Verstand zu kommen.
„Alles klar bei dir?“ Trents Worte sickerten wie durch einen dichten Schleier zu ihr durch und bekamen erst einen Sinn, als schon eine Weile verstrichen war. Es fühlte sich an, als würde diese innere Kälte ihren Geist vernebeln und sie unschädlich machen, einer Puppe ähnlich.
"Ja...denke schon. Mir ist nur kalt.", erwiderte Alice wenig überzeugend. Sie wusste, dass sie Trent mit diesen Worten nicht täuschen konnte. Auch ihre andere Aussage schien wenig Anklang bei ihm zu finden. Er schien ihr schlichtweg nicht zu glauben und wenn Alice noch einmal darüber nachdachte ... nein, das konnte sie gerade gar nicht. Ihr Geist machte da nicht mit.
Es fiel der jungen Frau so unglaublich schwer einen klaren Gedanken zu fassen, festzuhalten und zu überdenken.
Doch Trent war schon wieder weiter und widmete sich voll und ganz seinem Tee, der wirklich gut roch. Alice sah kurz auf ihre eigene Tasse hinab und musste mit Schrecken feststellen, dass das Getränk nicht mal mehr dampfte. Es war, als hätte sie es mit Absicht extrem schnell abkühlen lassen.
„Manche sind mies – aber die haben hier auch ne echt nette Ärztin. Die erklärt uns sogar nicht gleich för bekloppt, wenn wir mit dem Geisterkram kommen.“ , sagte Trent unbesorgt und Alice blickte langsam wieder zu ihm rauf.
"Mag sein ... Ich mag es jedoch nicht, wenn ein Fremder an mir herum fummelt und alles aus meiner Vergangenheit wissen will.", bemerkte sie etwas kühler, was nicht beabsichtigt gewesen war. Aber zu viele schlechte Erinnerungen waren bei ihr mit Ärzten verbunden, dass sie nicht mehr viel von ihnen hielt und sich lieber zu Hause in tausend Decken einkuschelte, bevor sie auch nur den Gedanken daran verschwendete, sich untersuchen zu lassen.
Für Alice war damit das Thema gegessen und ihr Kopf sank schwer gegen Trents Schulter. Im Begriff die Augen nur für einen kurzen Moment zu schließen, lauschte sie seinen Worten, die so ungläubig schienen, dass es sie wieder aufweckte.

„Okay, jetzt mal Klartext – dieses Zeuch hier“, sagte er und deutete auf den Kaffee, „ist scheinbar Gift för dich und vergiftet deinen Verstand.“
Schon hatte Alice statt des Kaffees eine Tasse Tee in den Händen, die wirklich verlockend gut roch und vor allem: Warm war!
Schon hob sie die Hände hinauf, um von der warmen Flüssigkeit zu kosten und spürte augenblicklich wieder etwas Wärme und Leben in sich zurück kehren.
"Das tut gut.", murmelte sie leise und nahm direkt noch einen Schluck.
„Außerdem – ich bin nicht blind, Alice. Du bist hier in einem normalen Zustand rausmarschierst und kommst wieder als wäre dir eine Heerschar von bösen Geistern öbern Weg gelaufen. Aber da wir beide das öfter erleben, als uns lieb ist … ist dir was anderes öber den Weg gelaufen.“, fuhr der Brünette direkt im Anschluss fort und machte damit nun Alice ein schlechtes Gewissen.
"Ja, das stimmt. Es war kein Geist. Glaube ich.", führte die Blondine leise aus, auch wenn es ihr immer noch schwer fiel einen klaren Gedanken zu fassen, so zwang sie sich dazu. Jedoch je mehr sie sich auf ihre Gedanken fokussiert, desto schwacher wurde sie mit ihrem Körper, weshalb sie an ihn gelehnt blieb, vorerst zumindest.
„Du redest hier mit mir – und ich hab schon eine Menge gesehen, was sogar förs Fernsehen zu gut ist, um es zu senden. Also … was ist da draußen passiert?" Er klang so vertrauenswürdig, so .. lieb. Alice lief ein Schauder über den Rücken. Doch senkte sich ihr Blick diesmal nicht, sondern sie sah ihn direkt an.
"Es wurde plötzlich dunkel im Flur..und ich hab mich kaum umgedreht, aber plötzlich war da so eine helle Gestalt, viel zu hell für einen Geist. Es war..eine Frau glaube ich. Und sie war so kalt, so weiß.", fing Alice an zu erzählen, wobei es ihr schwer fiel sich zu erinnern. Unbewusst hatte sie wieder leicht angefangen zu zittern, diesmal am ganzen Körper, während sie redete.
"Dann hat sie mich berührt, an der Schulter", sagte sie und deutete auf das betroffene Körperteil, "und ab da wurde mir so schrecklich kalt.", beendete sie ihr Erlebnis und schlotterte inzwischen am ganzen Körper, bemüht den Tee nicht auszukippen, von dem sie eilig einen Schluck nahm, um nicht innerlich zu erfrieren.
"Was war das..für ein Ding? Mir ist so kalt.", murmelte Alice leise in seine Richtung.

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Trent Cingsley
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BeitragThema: Re: Krankenzimmer #2   Mo Okt 30, 2017 3:50 pm

Manche Fragen waren an und für sich schon widersinnig. Als er Alice fragte, ob bei ihr alles klar war, konnte er deutlich sehen, dass dem nicht so war. Doch ein gewisses Maß an Takt war auch bei Trent vorhanden, so dass er die Frage trotz allem stellte.
Die Antwort, die er auf seine widersinnige Frage erhielt klang genauso geheuchelt, als hätte die Blondine dabei eine Neonreklame mit den Worten: ‚LÜGE! LÜGE! LÜGE!‘ in den Händen gehalten. Fast konnte er schon das bunte Licht der Glühlampen in seinen Augen leuchten sehen. Er erwiderte jedoch erst einmal nichts darauf. Später konnte er es immer noch einmal herauskramen und darauf herumreiten.

„Mag sein ... Ich mag es jedoch nicht, wenn ein Fremder an mir herum fummelt und alles aus meiner Vergangenheit wissen will“, sagte die junge Frau auf seine Entgegnung, dass es hier doch noch ein paar kompetente Ärzte gab.
Der Brünette überlegte einen Augenblick lang über die Aussage und nickte schließlich. Er hatte genügend Krankenhausserien gesehen, um zu wissen, dass die Ärzte einfach alles erdenklich Mögliche und Unmögliche von einem wissen wollten, wenn sie nicht wussten, an was der Patient erkrankt war.
Und nicht jeder nahm seine Wiederauferstehung von den Toten so gelassen wie er selbst. Auch wenn Trent selbst sie eigentlich gar nicht gelassen nahm. Er verdrängte die Erinnerung an seinen Tod viel lieber. Es gab tausend andere Möglichkeiten, wie man sterben konnte, an die er lieber dachte als den Tod durch Ertrinken.
„Ich denke, ich versteh, was du meinst“, erwiderte er.

Zufrieden nickte er, als er sah, wie Alice seinen Tee trank. Er wunderte sich, wieso sie sich überhaupt erst mit dem Krankenhausgebräu abgab, für das sie wahrscheinlich sogar noch mehr Geld bezahlt hatte als für eine Tasse heißes Wasser. Trent kannte diese Automaten von dem Polizeirevier. Er hatte das ganze Sortiment daraus ausprobiert – bis auf die vielen Varianten von dem widerlichen Gebräu – und sie alle als ‚nicht trinkbar‘ klassifiziert. Wie manche von den Polizisten sogar mehrmals am Tag zu dieser Maschine rannten, war ihm deshalb unerklärlich. Aber gut – sein Gaumen war auf genussvollen Tee einprogrammiert. Doch bei dem Gesöff musste er sich doch gar nicht erst wundern, dass die Geschmacksnerven von den Leuten hier in Amerika brach lagen.

Schließlich gab die Blondine zu, dass ihr tatsächlich kein Geist begegnet war. Als sie jedoch die Worte ‚glaube ich‘ hinzufügte, hätte Trent gerne gewusst, wie sie das als Expertin nicht wissen konnte. Er war knapp 20 Jahre darin geschult, die Toten von den Untoten zu unterscheiden. Alice – als gebürtiges Medium – doch sicherlich eigentlich sogar noch länger. Doch er ließ sie lieber ausreden, weil ihn wirklich interessieren würde, was für eine Art Wesen der Blondine über den Weg gelaufen war.
„Es wurde plötzlich dunkel im Flur… und ich hab mich kaum umgedreht, aber plötzlich war da so eine helle Gestalt, viel zu hell für einen Geist. Es war… eine Frau glaube ich. Und sie war so kalt, so weiß“, erzählte sie schließlich, wobei sie mit jedem Wort mehr zu zittern begann.

Trent sah sich überprüfend im Krankenzimmer um, doch hier war niemand, der auf diese Beschreibung passte. So legte er schließlich seine linke Hand auf Alice‘ Handgelenke, die zusammengeschlossen immer noch seine Tasse mit dem Tee umklammerten. Trotz der Tatsache, dass sie im Moment noch etwas wärmer gekleidet war als er, war ihre Haut eiskalt.
„Ganz ruhig, Alice“, sagte er mit ruhiger Stimme zu ihr. „Hat sie irgendetwas mit dir angestellt?“

„Dann hat sie mich berührt, an der Schulter und ab da wurde mir so schrecklich kalt“, fuhr Alice schließlich mit ihrer Erzählung fort und deutete dabei noch auf die Stelle, wo sie von dem unbekannten Wesen berührt wurde.
Als sie jedoch fragte, was das gewesen sein könnte, runzelte Trent nachdenklich seine Stirn.
Er wusste, dass Menschen eiskalt wurde, wenn sie von einem Geist berührt wurden – doch das legte sich bereits nach kurzer Zeit wieder. Es würde zwar einen Sinn ergeben, wenn der Geist sie immer noch an dieser Stelle gepackt hielt – aber Trent wusste gut genug, dass dem nicht so war. Dafür hatte er seine zwei funktionierenden Augen noch parat.

Was kam sonst noch in Frage? Vampire? Waren zwar bleich und hellhäutig aber mehr auf Blut aus als auf bloße Berührungen. Zombies? Die hätten sich sofort auf Alice Hirn gestürzt. Werwölfe? Die Beschreibung passte gar nicht zu ihnen.
„Hätt ich einen Schallschraubenzieher, könnte ich dich jetzt scannen und genau sehen, was förn Problem vorliegt“, sagte Trent mit aufrichtigen Bedauern in seiner Stimme. Wobei das, was ihm Alice schilderte auch ziemlich nach einem außerirdischen Wesen klang. Doch im ganzen Whoversum hatte er bisher noch keine einzige Folge gesehen, die ein solches Wesen zeigte.

Wäre ja auch zu schön gewesen. Aber wenigstens sinds keine Vashta Nerada!

„Ich hab noch nie von einem Wesen gehört, was so was tut“, sagte er schließlich. Warum der Blondine so kalt war, konnte er damit leider auch nicht beantworten. Er deutete auf ihre Jacke, die sie über den Stuhl gelegt hatte. „Zieh die erst mal wieder an“, empfahl er ihr.
Überlegend schaute er mit seinen braunen Augen an die Decke und ging die Optionen durch.
„Untersuchen lassen willst du dich nicht … aber ich denke, ich kriege es hin, dass wir mal deine Körpertemperatur abchecken. Schließlich sind wir in einem Krankenhaus.“

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Alice Hampton
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BeitragThema: Re: Krankenzimmer #2   Mi Nov 01, 2017 4:09 pm

Natürlich wusste Trent, dass sie flunkerte. Um das zu wissen, musste die Blonde nicht einmal aufsehen. Sie konnte es förmlich spüren, wie wenig sie sich selbst glaubte und wie sehr er an ihr zweifelte. Doch Alice war nun einmal schlecht darin über ihre wahren Gefühle zu reden. Obwohl es ihr bei Trent immer leichter fiel. Allein weil sie eine große Gemeinsamkeit hatten, die ebenfalls mit Gefühlen zu tun hatte, wenn man es genau nahm. Über Geister zu sprechen und endlich nicht mehr alleine damit zu sein war für Alice eine große Erleichterung geworden. Sicherlich, vorher war sie mit denen auch fertig geworden, aber es half ungemein nicht allein damit leben zu müssen, ohne mit jemandem darüber sprechen zu können ohne gleich als verrückt abgestempelt zu werden.
Zudem war Trent nun auch ein Mensch, der sich nicht wegen etwas über einen lustig machte, vor allem nicht wenn es einem schlecht ging. So wie Alice es jetzt gerade erging. Sie merkte, dass hinter seiner trotzigen Maske auch ein einfühlsamer Mensch steckte, der nur eben nicht jedem guten Tag sagte. Außerdem fühlte sie sich bei ihm sicher, geborgen und beschützt. Er würde wissen was zu tun war, das hoffte sie zumindest.

Alice hatte für einen MOment, nachdem sie erzählt hatte was vorgefallen war, die Augen geschlossen. Öffnete sie nun aber langsam wieder, als sie seine warme Hand an ihren Handgelenken spürte, wo er sie sanft berührte. Ihre Augen ruhten einen Moment auf seiner Hand. Mit Mühe gelang es ihr das Zittern ihrer Hände etwas abzuschwächen. Doch das Beben, welches in Wellen durch sie ging, blieb.
"Ich will nur das es aufhört..", murmelte sie leise, beinahe schon etwas verzweifelt, doch schwang auch ein wenig Trotz und Tatendrang in ihrer Stimme mit. Sie konnte nicht hier sitzen bleiben und zu sehen, wie sie langsam zu Eis erstarrte. Denn so fühlte es sich zunehmend an. Sie wollte nicht sterben. Nicht jetzt, nicht hier. Bei dem Gedanken daran, dass dieses fremde Wesen vielleicht der Tod gewesen war, zitterte sie wieder stärker.
„Ganz ruhig, Alice“ Seine Worte drangen kaum zu ihr durch, so sehr schrien ihre Gedanken in ihrem Kopf, dass sie sterben könnte. Nur mit Mühe konnte sie sie zurück in ihr Unterbewusstsein drängen, um wieder klarer denken zu können. Da sie aber kaum einen Gedanken fassen konnte, nickte sie nur leicht, nuschelte ein "Ich versuchs" und trank erneut einen Schluck von ihrem kälter werdenden Tee.
"T..tut mir Leid, d-das ich dir deinen Tee weg trinke.", brachte sie bibbernd hervor. Das Sprechen fiel ihr etwas schwerer, da ihre Lippen unentwegt aufeinander bebten. Dennoch waren ihre Worte ehrlich entschuldigend.
"Und tut mir auch l-leid, dass ich h-hier so einen W-Wirbel veranstalte."
Alice wusste nicht wirklich warum sie sich dafür entschuldigte, aber sie tat es einfach. Sie hasste es eigentlich im Mittelpunkt zu stehen,. wollte lieber im Hintergrund bleiben und nicht von allen betüddelt werden. Doch was blieb ihr im Moment anderes übrig?

„Hätt ich einen Schallschraubenzieher, könnte ich dich jetzt scannen und genau sehen, was förn Problem vorliegt“, sagte Trent mit echtem Bedauern. Trotz ihrem steigenden Trübsal musste Alice leicht lachen, auch wenn es etwas heiser klang. Schon seit einer Weile hatte sich ein Kloß in ihrem Hals gebildet, der nun erschüttert wurde.
"D-Das ist echt Mist.", sagte sie leise und sah zu ihm rauf. Einen Moment konnte sie sich so von ihrem Problem ablenken. Sie sah ihn einfach nur an und empfand plötzlich ein leichtes Kribbeln, welches diesmal nicht von der Kälte zu kommen schien. Alice lächelte leicht, doch dieses verging ihr mit dem nächsten Schauder, der ihre Glieder zum erstarren bracht, zumindest kurz.
„Ich hab noch nie von einem Wesen gehört, was so was tut“
Alice senkte den Blick wieder, sah in die fast leere Teetasse und biss sich auf die Unterlippe.
"Scheiße.", murmelte sie. Das war richtig mies. Wenn nicht einmal Trent wusste, was das für ein Ding gewesen war, hieß das zwar immerhin schon mal, dass es nicht der Tod gewesen war, aber auch, dass sie am Arsch war. Wie sollte sie wissen, wie sie sich schützen konnte, wenn sie nicht einmal wusste was sie angefallen hatte?
Trents Empfehlung ihre Jacke wieder anzuziehen nickte sie ab. Sie gab ihm die Tasse vorerst zurück, griff mühselig hinter sich und zog sich etwas ungelenk die Jacke über. Es fühlte sich an, als hätte sie eine schwere Grippe, so schwer erschienen ihr die Glieder und der Kopf.
Alice hustete leicht, hielt sich dafür den Arm vor den Mund und schloss mit steifen Fingern, die nun beinahe farblos waren, den Reißverschluss ihres Mantels. Auch ihr Gesicht war bleich, beinahe fahl, geworden.
„Untersuchen lassen willst du dich nicht … aber ich denke, ich kriege es hin, dass wir mal deine Körpertemperatur abchecken. Schließlich sind wir in einem Krankenhaus.“, sagte Trent da plötzlich und zog somit wieder ihre Aufmerksamkeit auf sich. Alice blickte ihn aus ihren grünlichen Augen an, erwartungsvoll und ängstlich zugleich. Wollte sie wirklich wissen, wie kalt sie geworden war? Wenn es stimmte, was ihr ihr Gefühl sagte, lag sie bald im Bett neben Trent, statt des alten Mannes, der dort versuchte zu schlafen. Doch würde sie tatsächlich hier bleiben müssen, dann wäre es ihr wesentlich lieber zu Trent unter die Decke zu huschen. Denn er war schön warm und sie wollte nicht von ihm getrennt werden. Falls sie doch drauf ging, dann wollte sie nicht allein sein, sondern bei ihm.
Die Tür ging auf und eine Nachtschwester trt in das Zimmer, sah Alice mit einem skeptischen Blick an, bevor sie zu Trent ans Bett kam.
"Sie haben geklingelt?", fragte sie ihn und Alice sah zu ihm auf. Sie hatte überhaupt nicht mitbekommen, wie er die Schwesternklingel betätigt hatte. War sie schon soweit weg in Gedanken?
Trent fragte nach einem Fieberthermometer, bekam eines und sah der Schwester kurz nach, die Alice noch einmal darauf hinwies, dass die Besucherzeiten schon längst vorbei waren. Erst als die Tür wieder geschlossen war, sah Alice wieder zu Trent auf und er zu ihr, hielt ihr das Thermometer hin, welches sie zögerlich annahm und, wie es sich gehörte, es sich in den Mund steckte. Bibbernd und an Trent kuschelnd wartete sie auf das Piepsen, das Signal, dass die Messung erfolgreich gewesen war. Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit, bis der Signalton endlich kam. Unsicher zog Alice das Ding wieder aus ihrem Mund und sah auf die Gradzahl, bevor ihr ein hörbares Keuchen entfuhr. Das konnte unmöglich wahr sein. Wenn dem so wäre, dann müsste sie...müsste sie auf dem Weg ins Himmelreich sein.
"29 Grad.", brachte sie piepsend hervor und reichte Trent das Thermometer, damit er es nachprüfen konnte. Dann schloss sie ihre Hände ineinander, verhakte die Finger und starrte an die Wand ihr gegenüber. Wie konnte das sein? Warum ausgerechnet sie?

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Trent Cingsley
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BeitragThema: Re: Krankenzimmer #2   So Nov 05, 2017 10:00 am

Die Erwähnung der seltsamen geisterhaften Erscheinung, die kein Geist war, hatte Trent nachdenklich gemacht. Alice zeigte deutliche Anzeichen einer aufkeimenden Hypothermie. Er musste sich also nur aus sämtlichen Filmen, in denen es um Kältetode ging, in Erinnerung rufen, was dagegen unternommen werden konnte.
„Ich will nur das es aufhört...“, murmelte die Blondine leise vor sich hin, während er immer noch mit seiner linken Hand ihre Handgelenke berühte.
Er nickte. „Wir kriegen das schon hin. Lass mich bloß erst mal einen Moment nachdenken.“ Kurz sah er zu seinem Bettnachbarn, der aber zum Glück mit Ohrstöpseln schlief, so dass ihn wahrscheinlich noch nicht einmal eine Explosion wach rütteln konnte.

Die Kellnerin entschuldigte sich unter Zähneklappern dafür, dass sie ihm zum einen seinen Tee wegtrank und zum zweiten, dass sie hier so einen Aufriss veranstaltete.
Er zog die Augenbrauen in die Höhe und schaute sie an, als hätte ihr die kalte Berührung der Frau bereits die letzten Nerven geraubt.
„Ernsthaft? Im Moment siehst eher du nach dem Krankenhaus-Notfall aus.“ Wieder versuchte er alle Fakten zum Thema Hypothermie zusammenzutragen.

Raus aus der Kälte. Rein ins Warme.
Aber in dem Zimmer war es eigentlich warm. Nicht einmal das Fenster war wegen der draußen herrschenden Kälte geöffnet. Und ihre Klamotten waren weder feucht noch vermittelten diese den Eindruck, im Froster gelegen zu haben.
Keine normale Hypothermie.
Das bestätigte auch das Fieberthermometer der Krankenschwester, die er gerufen hatte. Besorgt sah er auf das Fieberthermometer, das ihm Alice reichte. Er schüttelte es einmal und steckte es ihr erneut in den Mund.

Eine zweite Überprüfung brachte allerdings dasselbe Ergebnis. Und wenn ihn seine technische Versiertheit in Bezug auf das Fieberthermometer nicht täuschte, so war die Temperatur noch weiter im Absinken.
„Shit“, fluchte er, sah dann erst zu Alice und als nächstes zu seinen Stöcken, die neben seinem Bett standen. Er setzte sich so gut es ging, in dem Bett auf, wobei er einen stechenden Schmerz aus dem Bereich seines Steißbeins spürte, und griff schließlich nach dem einen Stock. Als er diesen in der Hand hatte, stützte er sich darauf und stieg langsam aus dem Krankenbett.

„Du legst dich jetzt erst mal in mein Bett“, forderte er sie auf. Nach einigen Widerworten hatte er sie schließlich so weit gebracht, unter die Decke zu schlüpften. Immer noch bibberte sie am ganzen Körper, was unter der Decke ziemlich merkwürdig aussah.
Als er vom Flur aus Geräusche wahrnahm, schob er den Besucherstuhl mit seinem gesunden Fuß in Richtung Tür, so dass sie schließlich die Klinke blockierte. Keine nervigen Mitarbeiter. Wenigstens für heute.

Er biss seine Zähne zusammen, als er humpelnd den Weg zurück zu seinem Krankenbett antrat. Noch einmal begutachtete er Alice, die jedoch nicht wesentlich besser aussah als zuvor. Der Brünette setzte sich vorsichtig auf den Bettrand, so dass er von dort aus an seine Tasche kam, in welcher er erst eine Weile wühlte, bevor er schließlich wieder die Verbandstasche hervorholte. Auch dort wühlte er erst eine Weile, hielt kurz inne und sah zur Tür, weil er ein Geräusch gehört hatte, doch dann schüttelte er seinen Kopf und suchte weiter. Schließlich fand er in einer Ecke der Tasche die chinesische Salbe, die seine Mutter ihm bei Gelenkschmerzen immer aufgetragen hatte. Trent hatte sie nur aus dem Grund in den Verbandskasten gestopft, weil sie höllisch auf seiner Haut brannte und er sie niemals bei normalen Menschenverstand freiwillig nahm.

Ein weiteres Geräusch aus Richtung Tür ließ ihn den Kopf herumdrehen, und bevor er sich schon darauf ausmachte, ihn wieder zu schütteln, blinzelte er kurz und sah noch einmal genauer hin. Ein Geist.
War nicht selten, die im Krankenhaus anzutreffen. Doch was ihn stutzig machte, war die Tatsache, dass er nur einen halben Geist sah.
Er rüttelte Alice an der Schulter, damit sie wach blieb.
„Bin ich jetzt irre, oder siehst du die halbe Portion da dröben auch?“, fragte er nach, wobei er die Bezeichnung 'halbe Portion' nur aufgrund der Tatsache wählte, dass bei dem Geist die untere Hälfte fehlte.

Aber gut – er hatte auch schon mal einen Geist gesehen, der mit seinem Kopf unter dem Arm zu ihm kam, und ihn fragte, warum er Kopfschmerzen hätte. Und der Junge mit dem halben Gesicht, der ab und zu in seinem Flur auftauchte, weil er mal wieder auf der Suche nach Papis Schusswaffe war … es wäre sicherlich seltsamer gewesen, wenn nur der untere Teil von dem Geist aufgetaucht wäre.

„Ich weiß nicht, ob es dir aufgefallen ist“, sagte er zu dem Geist, als dieser weiter in das Zimmer gekommen war. „Aber wir haben gerade unsere eigenen Probleme. Also entweder machst du dich nötzlich oder du machst dich vom Acker!“, fuhr Trent ihn schnaubend an, während aus dem Nebenbett ein lautes Schnarchen dröhnte.

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Alice Hampton
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BeitragThema: Re: Krankenzimmer #2   Mo Nov 13, 2017 3:33 pm

„Wir kriegen das schon hin. Lass mich bloß erst mal einen Moment nachdenken.“, sagte er fürsorglich.
Alice spürte Trents Blick auf sich. Er machte sich Sorgen. Und das rührte sie in irgendeiner Weise, warum wusste sie nicht genau. Vielleicht war es der Fakt, dass sich eigentlich noch nie jemand Sorgen um sie gemacht hatte. Zumindest nicht in den letzten zehn Jahren. Sie hatte die Zeit über immer allein gelebt, hatte nicht einmal großartig Freunde dazu gewonnen oder sich die Mühe gemacht, welche zu finden. Sie war seit dem Tod ihrer Mutter eigentlich zu einem Ein-Frau-Team geworden, das gut funktioniert hatte. Dazu kam noch ihr Hund, Nepomuk, der jedoch gerade nicht an ihrer Seite war.
Eine Freundin hatte sie zumindest und auch wenn es lange her war, seit sie sich gesehen hatten, so hatte sie sich dazu bereit erklärt ihren Hund einige Zeit lang bei sich aufzunehmen. Alice bekam mit dem Winter ihren Begleiter an die Hand: Depressionen. Und sich bei Kälte und Dunkelheit aus dem Haus zu quälen, um mit dem Hund raus zu gehen, gehörte nicht zu ihren Tätigkeiten, die sie gern machte. Natürlich waren damit nicht die Spaziergänge mit ihrem Hund gemeint. Sie liebte ihn, seit er als Welpe zu ihr gekommen war. Alice bekam ein seliges Lächeln auf ihren blassen Lippen, was sie noch kränker aussehen ließ, als sie es ohnehin schon war.

„Shit“
Der Fluch des Brünetten ließ sie abrupt zusammen zucken. Sie war komplett in ihren Erinnerungen versunken gewesen. Alice blinzelte mehrmals, überrascht über sich selbst, dass sie ihm nicht zugehört hatte. Denn eigentlich hörte sie ihm gerne zu, was sie natürlich niemals offen sagen würde. Zumindest nicht in ihrem normalen Zustand. In ihrem jetzigen war sie sich nicht einmal sicher, wie sie handeln oder was sie sagen würde.
"Was machst du da?", fragte die Blonde, als sie mitbekam, wie Trent sich aufsetzte und nach einer seiner Krücken langte. Sie hob bibbernd eine Braue und sah deutlich den Schmerz in seinem Gesicht, den er männlich versuchte zu unterdrücken. Sie bekam Gewissensbisse, die nur größer wurden, als er anfing aus dem Bett zu klettern.
„Du legst dich jetzt erst mal in mein Bett“, forderte er überzeugt, nun neben ihr stehend. Alice Brauen schossen nun beide in die Höhe.
"Bist du verrückt?", kam es ihr über die Lippen, ohne das sie so wirklich über die Worte nachdachte, die sie da zu ihm sagte. Sie sah ihn beinahe entgeistert an. 'Wie doppeldeutig', huschte der Gedanke durch ihren sonst sehr leeren Kopf. Wirklich entgeistert würde sie wohl nie sein ...
"Leg dich wieder hin. Du bist verletzt.", fing sie an, sah ihn dabei beinahe bittend an. Doch seine Miene blieb eisern und er schien wahrhaftig der Überzeugung zu sein, das er das wollte. Alice fand keine Worte ihm vom Gegenteil zu überzeugen. Seufzend erhob sie sich leicht, stellte die leere Tasse auf den Nachttisch und hievte sich ins Bett. Schnell verschwanden ihre kalten Hände, wie auch ihr frierender Körper unter der vorgewärmten Bettdecke. Sie zitterte heftig. "Das ist ... wirklich lieb von dir, Trent. Das hättest du nicht tun müssen.", murmelte sie in ihren nicht vorhandenen Bart und starrte einen Moment auf ihre bebenden Knie. Dann sah sie ihn wieder an.

Trent war im Moment dabei etwas in seiner Tasche zu suchen, denn er durchforstete sie akribisch. Noch eine Weile sah Alice ihm dabei zu, doch schon bald spürte sie, wie ihre Lider schwer wurden. Langsam senkten sie sich und sie lief Gefahr weg zu dämmern. Doch ein heftiges Rütteln an ihrer Schulter rief sie wieder ins Hier und Jetzt zurück.
„Bin ich jetzt irre, oder siehst du die halbe Portion da dröben auch?“
Trent starrte auf eine Stelle an der Tür und Alice folgte seinem Blick langsam. Dort stand oder schwebte wohl eher, tatsächlich ein Geist, dem etwas von seinem Körper zu fehlen schien. Langsam öffnete Alice den Mund, wie um etwas zu sagen, doch der Brünette war da deutlich schneller.
„Ich weiß nicht, ob es dir aufgefallen ist, aber wir haben gerade unsere eigenen Probleme. Also entweder machst du dich nötzlich oder du machst dich vom Acker!“
Er sagte ziemlich direkt seine Meinung zu dem Geist, woraufhin dieser zu zögern schien und im nächsten Augenblick verschwunden war. Alice sah Trent einen Moment an, wollte ihm beinahe einen Vorwurf machen, doch hatte sie nicht die Kraft dazu. Ein heftiges Kribbeln zuckt durch ihre Nase und sie verspürte den Drang zu niesen. Nur wenig später tat sie dies auch, doch klang es eher, als würde ein Kaninchen fiepen. Doch bei dem einen Nieser blieb es nicht. Heftig durchfuhr Alice ein Niesanfall, der einen neuen Weltrekord hätte darstellen können. Als sie endlich glaubte fertig zu sein, sie hatte sich während dessen den Arm vor Mund und Nase gehalten, sah sie wieder zu Trent, der nun auf ihrem Platz saß, eine Salbe in der Hand hatte. Alice konnte das Etikett nicht lesen, doch schien es nützlich zu sein, wenn der Brünette so lange danach in seiner Tasche gesucht hatte.
"Was ist das?", murmelte die Blonde und strich sich mit zitternden Fingern ein paar Haarsträhnen aus ihrem hübschen Gesicht. Sie versuchte mit Mühe wach zu bleiben, doch es fiel ihr deutlich schwer. Auf einmal überkam sie etwas, das sich anfühlte wie ein Fiebertraum. Nur das ihr Fieber nicht wie Feuer brannte, sondern sich wie eine dicke Eisschicht über ihren Körper legte. Sie sah nur noch verschwommen, griff beinahe panisch nach Trents Hand und umklammerte diese. Sie durfte nicht wegdriften und seine Hand war warm und fühlte sich gut an. Er war im Moment ihr Anker.
Nach einer kurzen Dauer schien der Anfall vorüber und sie atmete heftig ein und aus, um sich zu beruhigen.
Während sie dies tat, hielt sie noch immer seine Hand und schien auch erst einmal nicht loslassen zu wollen. Plötzlich schoss ihr ein lustiger Gedanke, der ihr in dem Moment vollkommen plausibel erschien, durch den Kopf und sie konnte ihren müden Geist nicht davon abhalten, ihn auszusprechen.
"Ich ... h-hab mal in einer D-Doku gesehen, dass sich M-Menschen, die in Eiswasser ge-gefallen sind, ausziehen und s-sich aneinander k-k-kuscheln." Ihr gesagtes kam so plötzlich und unvorbereitet, dass sie nicht einmal eine Weile brauchte, bevor sie realisierte, was sie da gerade gesagt hatte. Und man mochte es kaum für möglich halten, aber tatsächlich schoss ihr das Blut nur so in den Kopf, sodass sie aussah wie eine Herbsttomate.

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Trent Cingsley
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BeitragThema: Re: Krankenzimmer #2   Do Nov 16, 2017 1:05 pm

Trent grübelte hin und her. Zwar kannte er einige chemische Stoffe, die hypothermische Reaktionen hervorrufen konnten, doch er bezweifelte, dass da draußen eine Mutantin mit Gifthänden herumlief. Obwohl, bei dem Gesocks, was sich sonst so in Mystic Falls herumtrieb … ganz ausschließen konnte er es nicht. Doch die Wahrscheinlichkeit war relativ gering. Vielmehr schätzte er, dass er es entweder mit einer Hexe zu tun hatte oder aber mit einer Art von Dämon.

Ihm war klar gewesen, dass er mit Widerspruch zu rechnen hatte, als er Alice aufforderte, in seinem Bett Platz zu nehmen. Doch er war es gewohnt, Streitgespräche mit Geistern und seinen Eltern zu führen. Es gab nur eine Person, die ihm Paroli bieten konnte – und das war seine Mutter, und selbige war nicht hier.
„Ich steh nicht so auf rhetorische Fragen“, entgegnete er auf ihre Frage, ob er verrückt sei. Natürlich war er verrückt. Und das war etwas, worauf er sehr stolz war. Sein Wahnsinn machte ihn schließlich zu etwas besonderem.

Der Geist, der zu ihnen hereingeschwebt war zog auf Trents Angebot lieber die Reißleine und verschwand wieder aus dem Zimmer.
Neuer Rekord in meiner Bestzeit!
Kaum, dass der Geist die Fliege gemacht hatte, fing die Blondine im Bett heftig an zu niesen. Kurzzeitig überlegte der Brünette, ob er den Spruch ‚Wer drei Mal niest, ist doof‘ zum Ausdruck bringen sollte. Doch Alice nieste gefühlte 10 bis 20 Mal, bis sie endlich fertig war mit ihrem Anfall.
Als er ihr die Salbe zeigte, fragte die Blondine um was es sich dabei handelte.
„Bringt die Durchblutung in Schwung“, sagte er lapidar und ließ die Tatsache, dass das Zeug brannte wie die Hölle unerwähnt.

So wie die junge Frau jedoch aussah, war sie nahe dran, einzuschlafen (und bei Unterkühlung war das immer ein ganz schlechtes Zeichen). Und nur kurze Augenblicke später griff Alice nach seiner Hand und krallte sich richtiggehend in dieser fest.
Trent hätte beinahe laut aufgeschrien.

Steißbeinprellung, angebrochener Unterarm, verstauchter Knöchel, Platzwunde am Kopf und nun auch noch fast ein gebrochenes Handgelenk. Supi!

Es dauerte jedoch nicht lange, dann schien sich die Blondine wieder gefasst zu haben. Wahrscheinlich waren ihr Blutzucker und ihr Blutdruck im Keller.
Seine braunen Augen huschten zu dem Beistelltisch seines Zimmergenossen und er erblickte dort glücklicherweise das, wonach er gesucht hatte.
Schokolade. Ein Glöck, dass man im Krankenhaus immer Sößkram geschenkt bekommt!

Trent wollte gerade wieder aufstehen, als ihn Alice‘ Worte fast dazu brachten, seine Krücke fallen zu lassen.
„Ich ... h-hab mal in einer D-Doku gesehen, dass sich M-Menschen, die in Eiswasser ge-gefallen sind, ausziehen und s-sich aneinander k-k-kuscheln.“
Kurzzeitig war er zu perplex um zu antworten. Blutdruck im Keller, Blutzucker ebenfalls, Fieberwahn aufgrund einer zu geringen Körpertemperatur.
„Man kann aber auch eine Rettungsdecke nehmen“, sagte er schlicht und fischte erneut nach seinem Verbandskasten.
Als er jedoch mitbekam, dass Alice aufgrund ihrer Aussage knallrot anlief, kicherte er nur leise. Gleichzeitig steckte er ihr das Fieberthermometer wieder in den Mund. Das Ergebnis machte ihm wieder Mut.

„Temperaturanstieg um drei Grad. Großartig. Noch mehr Pannen, Pleiten, Pech und Peinlichkeiten und du bist wieder gesund“, sagte er und reichte ihr dabei sowohl den Tigerbalsam als auch die Rettungsdecke.
„Massier mit deinen Händen am besten öber Kreuz deinen Brustbereich. Empfehlung von Ra’s al Ghul“, sagte er und machte sich dann daran, von seinem Bettnachbarn die Schokolade zu stibitzen.

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Alice Hampton
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BeitragThema: Re: Krankenzimmer #2   So Nov 19, 2017 5:37 pm

Alice wäre am liebsten vor Scham im Boden versunken.
Nicht nur, dass sie seine Hand fast zerquetscht und ihm damit noch eine Verletzung zugefügt hätte. Nein, das reichte wohl noch nicht, um sie fertig zu machen. Es kam auch noch dazu, dass sie ihm quasi frei heraus vorgeschlagen hatte, sich auszuziehen und dann aneinander zu kuscheln ...
Was war nur los mit ihrem Kopf? Hatte sie doch noch eine andere Erkrankung? Bildete sie sich womöglich auch die Kälte nur ein?
Alice' Kopf blieb noch eine ganze Weile knallrot und man konnte wunderbar sehen, dass sie sich schämte. Obwohl sie versuchte sich die Bettdecke über den Kopf zu ziehen.
Doch auch das konnte sie scheinbar nicht genug vor Trent verstecken, der zu ihrem Glück anders reagierte als erwartet. Obwohl sie aus dem Augenwinkel geglaubt hatte zu sehen, wie er strauchelte und beinahe eine seiner Krücken los ließ. Doch das konnte sie sich auch nur eingebildet haben. Immerhin hatte sie sich selbst auch glaubhaft gemacht, dass es eine gute Idee gewesen war, ihre Kenntnisse aus einer Erlebnisdoku für Wildlife-Junkies auszuplaudern, als wäre dies hier ein Kaffeekränzchen unter Freundinnen.
„Man kann aber auch eine Rettungsdecke nehmen“, meinte Trent dann schließlich und veranlasste Alice dazu, ihren Kopf vorsichtig wieder unter der Decke hervor zu bringen.
"N-n-na klar. Wusste i-ich.", fügte sie lapidar an, als wäre das das Einfachste der Welt. "I-i-ich hab nur ei-einen Witz ge-gemacht."
'Geb es auf Alice, er weiß, dass du das für den Moment echt ernst gemeint hast', dachte sie bei sich und musste sich diese Erkenntnis wohl oder übel eingestehen. Wenn man es genau nahm, kannten die Beiden sich nur flüchtig, vom sehen und diskutieren im Grill und der Besuch bei ihm zu Hause, bei dem sie klar gemacht hatten, dass sie beide dazu verdammt waren Geister zu sehen und sich mit ihren Lebensgeschichten abgeben zu müssen.
Dafür, dass sie sich eigentlich so wenig kannten, war Alice Trent gerade unglaublich dankbar und beinahe überrascht über seine Fürsorge.

Alice blinzelte. Sie spürte das Thermometer wieder in ihrem Mund und sah Trent perplex an, als dieser dann die Temperatur überprüfte und zufrieden aussah. Noch immer fragend, da sie es nicht sehen konnte, was den Anderen so begeisterte, sah sie ihn an.
„Temperaturanstieg um drei Grad. Großartig. Noch mehr Pannen, Pleiten, Pech und Peinlichkeiten und du bist wieder gesund“, erklärte er zufrieden und sah sie an. Alice grummelte etwas in die Decke, die sie wieder über ihren Mund geschoben hatte, doch war es unverständlich. Dann verengte sie leicht die Augen.
"Das hä-hä-hä-Hatschuuu", fing sie an, doch musste sie mitten im Satz niesen. Erst als sie sich wieder gefangen hatte, führte sie ihr Gesagtes fort.
"Das hättest du w-wohl gerne."
Sie streckte ihm die Zunge raus und zog dann die Decke wieder bis zu ihrer Nasenspitze heran. Dann nahm sie die Rettungsdecke, er hatte tatsächlich eine dabei, entgegen und legte sich über sich, wie auch die Salbe, die sich beim Geruchstest als äußerst brennend herausstellte.
Alice rümpfte leicht die Nase, öffnete aber ihren Mantel etwas und salbte sich schließlich etwas im Nierenbereich ein. Dabei musste sie ein Hohlkreuz machen, spürte wie steif und unbeweglich ihre Muskulatur inzwischen war. Doch das wurde direkt danach von dem Brennen der Salbe verändert.
"Haijaijai.", brachte sie hervor und musste mehrmals blinzeln, da ihr Tränen in den Augen aufstiegen. Doch sie hielt wacker durch und versuchte die Wärme, die dadurch entstand, irgendwie zu speichern. Als das Brennen vorüber war, strich sie sich mehr davon auf ihren Brust und Halsbereich, harrte wieder aus, bis das Brennen erträglicher wurde.
"Was machst du da?", fragte sie ihn, im Moment unfähig zu ihm herüber zu sehen, da sie ausharrte und Angst hatte, sich zu bewegen, solange ihre Haut sich anfühlte, als würde sie in Flammen stehen.

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