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 Behandlungszimmer

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AutorNachricht
Jonathan Becket
Werewolf
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BeitragThema: Re: Behandlungszimmer   So Aug 13, 2017 7:22 pm

Jon war recht froh, als sich offenbar auf seine Rufe hin Jemand zuständig fühlte. Er hatte nicht vor lange hier zu bleiben, oder noch lange Händchen zu halten. Er war müde, hatte Hunger und fühlte sich an Orten mit vielen Menschen eher unwohl. Lieber war er in der Natur unterwegs, wobei er von dieser wohl dennoch vorerst genug hatte. Zu viel Freiheit zum bewegen war eben auf Dauer auch nicht so gut. Aber in eben dieser langen Zeit allein hatte er vergessen wie es war unter Menschen zu sein. Er war beinahe zu einem Landstreicher geworden, der sich von Gruppen lieber fern hielt. Daher empfand er den Aufenthalt im Krankenhaus gerade auch als recht unangenehm.

„Ich weiß nicht, aber ein wenig enttäuscht daröber, es nich mal aufs Podium jeschafft zu haben, bin ich jetz doch“
Die Antwort von Trent verwunderte Jon doch schon ein bisschen.
"Wenn du wirklich so todesliebend sein würdest, würdest du nicht so viel jammern.", erwiderte er knapp und sah kurz herunter zu dem, den er noch immer stützte. Es war nicht anstrengend für ihn und sah wohl auch recht mühelos aus, obwohl Jon etwas blass um die Nase war und deutlich nicht so gut in Form, wie er es mit genügend Schlaf und Essen wäre.
„Man kann doch deutlich sehen, dass ich im Moment andere Sorgen hab als dich!!!“, rief Trent urplötzlich aus und ließ Jon zumindest seltsam zu ihm runter sehen. Erschrocken hatte er sich nicht, aber nun zweifelte er mehr und mehr am Verstand von Trent. Was war denn bitte in ihn gefahren?
"Schrei hier nicht so rum. Ist 'ne Notaufnahme.", sagte er schlicht und nicht einmal ihm zugewandt, bis sich endlich eine Ärztin ihnen zugehörig fühlte.

"Trent?", fragte die hübsche junge Ärztin, die sich ihnen annahm. Jon verwunderte es beinahe nicht, dass die beiden sich kannten. Wenn Trent öfters mal solche Anfälle hatte wie gerade eben, würde es den Wolf nicht verwundern, wenn er deshalb im Krankenhaus landen würde, weil irgendwer dachte er sei verrückt. Deswegen nein, er wunderte sich nicht. Außerdem schien Mystic Falls nicht allzu groß zu sein, zumindest was er bereits beurteilen konnte. Viel hatte er ja noch nicht gesehen ...
War das nicht auch egal?
Jon richtete die Skier, die er noch immer unter seinem anderen Arm trug und stützte Trent weiter, als sie der Frau nun in eine Behandlungszimmer folgten. Auf ihre Frage hin, wer er war, stellte er sich knapp vor: "Jon." Er war nun knapper bemessen mit Worten, denn ihr gegenüber hatte er weder Vertrauen, noch musste er viel mit ihr reden. Auch wenn sie sehr hübsch war, war Jon nicht in der Stimmung ein Gespräch anzufangen. Er half Trent auf einen Stuhl und blieb selbst jedoch stehen, stellte die Skier neben dem Brünetten an die Wand, sodass sie nicht umfielen.
"War 'n Unfall. Hab ihn im Wald nicht gesehen, als er meinen Weg gekreuzt hat. Hat ihn wohl ziemlich erwischt.", erklärte Jon mit knappen und sachlichen Worten. Es gab nichts auszuschmücken, daher versuchte er erst gar nichts schön zu reden. Während er redete kümmerte sich die Ärztin bereits um Trent, damit der wohl mal aufhören würde zu jammern.
Dann sah er zu der Ärztin rauf. Natürlich würde sie ihn deshalb verurteilen. Er war der Unfallverantwortliche und er stand dafür grade. Trotzdem würde sie nichts von ihm halten. Jon kratzte sich leicht am ungepflegten Bart. Es war ihm in den letzten Monaten beinahe gleichgültig geworden, ob er Bartwuchs hatte oder nicht. Er gewöhnte sich daran viel zu schnell. Gerade wollte er fragen ob er nun schon gehen durfte, da grummelte sein Magen laut und deutlich. Es war beinahe ein Poltern. Doch er ignorierte es.
"Kann ich ihn jetzt alleine lassen? Oder braucht man noch was von mir?", hakte er dann doch noch nach.

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Trent Cingsley
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BeitragThema: Re: Behandlungszimmer   Mo Aug 14, 2017 4:30 pm

„Wenn du wirklich so todesliebend sein würdest, würdest du nicht so viel jammern.“
Würde sein Kopf nicht so sehr weh tun und er nicht alles doppelt sehen, hätte Trent Jon jetzt einen vernichtenden Blick zugeworfen.
Hätte der Typ gewusst, was in seinem Leben bisher alles passiert war, hätte er seine Worte sicherlich mit mehr Bedacht gewählt.
Er war ertrunken, gestorben und im Traum sogar schon vergiftet, ertränkt und zerhackt worden. Die Erinnerung an die furchtbaren Träume kamen dem jungen Mann wieder in den Sinn. Ebenso wie ihm in den Sinn kam, dass er einen Teil seiner Träume mit in die Realität genommen hatte.

Sicherlich hatte er von allen Leuten hier im Krankenhaus – ob tot oder lebendig – die meiste Erfahrung mit dem Tod sammeln können. Fast tagtäglich suchten ihn seit knapp 20 Jahren Leute auf, denen ein Schatten des Todes anhaftete. Auch bei Jon konnte er den leichten Schatten eines solchen Schattens erkennen. Und wenn er tatsächlich das war, wofür er ihn hielt, war das auch nicht weiter verwunderlich.

Ab und an war Trent froh darüber, dass die idiotischen Ärzte in England bei ihm ADHS diagnostizierten und sein seltsames Verhalten immer darauf zurückführten. Wer wusste schon, wo er sonst gelandet wäre? Leute, die Geister sahen und sich gezwungen sahen, mit ihnen zu reden (auch wenn sie nur darauf hinwiesen, dass sie in Ruhe gelassen werden wollten), wurden schnell für psychisch krank gehalten. Dann landeten sie in Irrenanstalten und sicher wurden sie auch dort die Geister nicht los.
„Schrei hier nicht so rum. Ist 'ne Notaufnahme“, wurde er von Jon ermahnt und versuchte, seine braunen Augen wieder auf die Lebenden zu konzentrieren.
„Wie sonst soll ich denn die Aufmerksamkeit eines Arztes auf mich lenken?“, fragte er ihn. Fast erinnerten ihn die Mitarbeiter im Krankenhaus an das Personal der Telefonanbieter. Man nahm die Anfragen zur Kenntnis aber keiner fühlte sich zuständig. Man verbrachte tausende von Stunden in der Warteschleife, um dann von einem qualifizierten Mitarbeiter zu hören, dass das Telefon nicht funktioniere.
„Ich könnte auch Brandbomben werfen“, sagte Trent. „Sei also froh, dass ich nur rumschreie.“

Als er Merry wiedererkannte, suchten seine Augen zunächst den Geist, der sie schon vor dem Grill genervt hatte. Doch die dumme, nervende, tote Hexe schien weg zu sein. Ein Übel weniger auf der Welt.
Gleichzeitig aber glitten seine Gedanken zu der anderen Hexe zurück, die bei ihrem ersten Zusammentreffen dabei war. Die Frau, die Mad March geklaut hatte, um sich damit zu ihrem Rachefeldzug nach Chicago aufzumachen.
Luna. Die Hexe, die er tot vor seinem Briefkasten angetroffen hatte. Und bis zum heutigen Tage wusste er nicht, ob diese Begegnung nur ein Traum oder doch real war.
„Jepp“, sagte er nur bestätigend auf ihre Frage nach seinem Namen und versuchte die Bilder der Vergangenheit

Blut, welches die Vordersitze bedeckte und Leichenteile, die wild zerstückelt herumlagen

zu verdrängen.
„Sie sind Ihren nervenden Schatten losgeworden, wie ich sehe“, sagte er zu der Ärztin, nachdem sie Jon und ihn in einen der Behandlungsräume gelotst hatte. Auf die Frage nach dem Namen seines Begleiters folgte wieder nur das abgehackte Wort.

Mach doch mal einen Satz draus, Jon! Subjekt, Prädikat, Objekt! Vorne hab ich Buntstifte gesehen – geh sie dir holen, dann kannste das alles sogar bunt unterstreichen!

Trent unterließ es jedoch, seinen Gedankengang laut auszusprechen. Er war froh, dass ihn der Mann in einen Stuhl half, auf welchem sich der Brünette so weit nach vorne lehnte, dass sein Arsch nicht ganz auf der Sitzfläche zum Liegen kam.
„Ich denke, du wolltest sagen: ‚als er meinen Pick-Up gekreuzt hat‘“, fügte der junge Mann auf die lapidare Erklärung hinzu, während ihm die Ärztin seinen improvisierten Verband abnahm und ihn durch einen professionellen ersetzte. Wenigstens hatte sie ihm vorher ein Schmerzmittel verabreicht, was nun langsam zu wirken begann. So konnte er sich nun langsam im Stuhl zurücklehnen, ohne direkt vor Schmerzen aufschreien zu müssen.

Und gerade, als er sich fast entspannt hatte, da nun die Schmerzen größtenteils fort waren, meldete sich der Magen von Jon lautstark zu Wort. Erst warf Trent einen Blick auf den Mann, der ihn hergebracht hatte, wurde dann aber von einem Geist, der gerade das Zimmer durch die geschlossene Tür betreten hatte, wieder abgelenkt.
„Was … was ist …“, brachte der Mann abgehackt hervor und sah sowohl ihn, als auch die zwei anderen Personen im Zimmer fragend an.
„Manchmal sind Reaper echt eine Erleichterung“, sagte der Brünette, seufzte einmal kurz und brachte den Geist durch einen Schlenker mit der Hand wieder zum Verschwinden. „Ich hasse Krankenhäuser“, fügte er noch hinzu.
„Was du brauchst, ist ein All-you-can-eat-Buffet“, sagte er an Jon gewandt, nachdem dieser fragte, ob er noch gebraucht wurde.

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Meredith Fell
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BeitragThema: Re: Behandlungszimmer   Do Aug 17, 2017 1:28 pm

Trent erinnerte sich scheinbar noch genau so gut wie sie an ihr letztes Zusammentreffen. In Worten, die Jon vermutlich nichts sagen würden, wenn er nicht auch über die übernatürliche Welt informiert war, fragte er nach dem Geist von Amelia.
„Zum Glück“, sagte Meredith, während sie sicher ging, dass die Wunde auf Trents Stirn aufhörte zu bluten.
„Man könnte fast meinen, ich hätte einen Engel auf meiner Schulter gehabt“, fügte sie noch hinzu. Sie kannte Trent nicht so gut, dass sie wissen würde, ob er von der Existenz von Engeln wusste, aber selbst wenn, war der Kommentar noch harmlos genug.

Sie bekam zwei Erklärungen für Trents Verletzungen, jeweils eine von jedem Mann, aber scheinbar waren die beiden in einen Autounfall verwickelt gewesen.
Bei diesem Wetter und im Wald war das nicht zu ungewöhnlich und obwohl sie natürlich nicht erfreut darüber war, hätte es schlimmer ausgehen können.
Es sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, aber es war gut, dass Jon Trent ins Krankenhaus gebracht hatte.
Bei dessen Reaktion nur zum Sitzen hätte er es alleine vermutlich nie geschafft.
Trent schien nicht all zu wütend und Meredith sagte nur: „Bei diesem Wetter muss man wirklich vorsichtig sein. Gut, dass sie ihn hier her gebracht haben“.
Sie sah keinen Sinn darin, Jon weiter zu belehren, er schien verstanden zu haben, dass es seine Schuld war und stand dafür gerade. Trotzdem hoffte die Ärztin, dass es ihm in der Zukunft eine Lektion sein würde.

Trent sah zur Tür, als wäre jemand reingekommen, aber das war nicht der Fall.
Meredith folgte für einem Moment seinem Blick, bis er sagte: „Manchmal sind Reaper echt eine Erleichterung“
Es war wohl tatsächlich jemand da, doch sie konnte die Person nicht sehen.
Trent ging mit dem Geist entspannter um als Lucas oder auch Meredith, was die Ärztin erleichterte. Jetzt noch eine Geisterattacke konnten sie nicht gebrauchen.

„Ein All-You-Can-Eat-Buffet haben wir nicht, aber im zweiten Stock ist eine Cafeteria“, sagte sie zu Jon. „Bitte halten sie sich bereit, falls es noch weitere Fragen geben sollte“
Trent würden sie jetzt ohnehin erst einmal röntgen müssen.
Für den Moment verband sie seine Kopfwunde nur, nachher würde sie sie nähen müssen. Doch er war nicht Jo und sie wollte sicher gehen, dass die Medikamente komplett angeschlagen hatten.

Sie sorgte dafür, dass Trents Arm, Knöchel und Steißbein geröntgt wurden. Zum Glück war nichts gebrochen, sein Steißbein war geprellt, sein Knöchel verstaucht und er hatte eine Fissur der Speiche, die sie würden eingipsen müssen.
Nachdem sie diese Ergebnisse hatte, machte sie sich jedoch erst einmal daran, seine Stirn zu nähen, während sie ihm erklärte, was die Röntgenbilder ihr gezeigt hatten.
„Sie werden in der nächsten Zeit langsam angehen müssen“, sagte sie, während sie die Stiche setzte.
„Wir wollen nicht, dass sie wie einer unserer schattigen Freunde enden“, sie war sich ziemlich sicher, dass sie nicht dazu sagen musste, dass das bei diesem Unfall durchaus ein mögliches Szenario gewesen war.

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Jonathan Becket
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BeitragThema: Re: Behandlungszimmer   Do Aug 24, 2017 8:05 pm

Das Geschrei und Gejammer prallte noch immer von Jon ab, als würde er es nicht hören. Nun hatte der Brünette schließlich was er hatte: seine ganz eigene Ärztin. Und da die beiden sich zu kennen schienen, fühlte sich Jon überflüssiger denn je. Daher starrte er mehr oder minder Löcher in die Luft und achtete nicht sonderlich darauf, worüber die Beiden sprachen.
"Nun hast du ja was du willst.", brummte er Trent jedoch noch zu, bevor er im geistigen Nirvana verschwand und die Decke kaputt starrte. Er mochte Krankenhäuser nicht. Viel zu viele Gerüche für seine feine Nase. Die Atmosphäre war auch grottig, wie in einem schlechten 80er Jahre Thriller. Das schlecht konnte man eigentlich streichen, denn so ziemlich jeder Thriller aus dieser Zeit war schlecht. So war es doppelt gemoppelt.
Seine Aufmerksamkeit wurde erst wieder auf die Beiden gelenkt, als Trent wieder Worte von sich gab. Dennoch kam von ihm nach dem Blick erstmal nur ein stumpfes "Hm?" und dann erst ein "Jo, ich auch." Bezogen auf die Gefühlslage zum Krankenhaus. Wobei er nicht genau mitbekommen hatte, warum dies bei Trent der Fall war.

Auf sein Magengrummeln, was wohl die ganze Notaufnahme gehört hatte, bekam er dann noch einen wohl gut gemeinten Tipp von Trent.
„Was du brauchst, ist ein All-you-can-eat-Buffet“ Jon schnaubte.
"Kann ich mir nicht leisten.", erwiderte er kurz angebunden und zuckte mit den Schultern. "Ich find schon was."
Doch damit war nicht genug gesagt, denn die Ärztin mischte sich mit ein. Mit einem ganz netten Lächeln sogar, wobei es Jon nur auffiel, da sie vorher die Stirn nur in Falten gelegt gehalten hatte.
„Ein All-You-Can-Eat-Buffet haben wir nicht, aber im zweiten Stock ist eine Cafeteria“
Das waren doch mal gute Neuigkeiten! Doch der Nachsatz gefiel ihm schon wieder weniger. Der Werwolf unterdrückte ein Seufzen.
'Zu meiner Verfügung halten...Pah. Ich sehs schon kommen, ich sitz bis morgen früh hier', dachte er. Das konnte ja heiter werden.
Doch es half wohl alles nichts, so zuckte er nur seine Schultern, spürte dabei einen leicht ziehenden Schmerz, den er bisher nicht gemerkt hatte. Wohl hatte er sich bei dem Aufprall etwas geprellt oder gezerrt. Doch er ließ es sich kaum anmerken.
"Von mir aus.", meinte er knapp, klopfte Trent noch einmal, vielleicht etwas zu fest und vielleicht auch mit Absicht, auf den Rücken. "Bis später Kumpel."
Dann drehte er sich um und entschwand aus dem Behandlungszimmer, um dann die Mensa aufzusuchen, die ihm versprochen worden war.

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Trent Cingsley
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BeitragThema: Re: Behandlungszimmer   Fr Aug 25, 2017 1:33 pm

Die Ärztin reagierte professionell auf seine Frage nach dem Geist und antwortete ihm so, dass keiner feststellen konnte, über was genau sie sich gerade unterhielten.
Bei den Worten, dass sie scheinbar einen Engel auf ihrer Schulter gehabt hatte, sah Trent sie zwar fragend an, kommentierte diese Aussage jedoch nicht. Die sanfte Stimme des Gewissens, was ihn vor den zwanzig Aktionen seines kleinen Teufels auf seiner Schulter gewarnt hatte, hatte er in seinem Leben weitgehend immer ignoriert. Alles, was sein Engel auf seiner Schulter sagte, war langweilig.
Zwar hatte er für jede der vorgeschlagenen Aktionen seines ‚Teufels‘ einen Schulverweis erhalten – und sogar für eine, die nicht mal er persönlich abgezogen hatte, dennoch hatte er keine einzige davon bereut.

Kurzzeitig dachte er daran, dass sie tatsächlich einen Engel an ihrer Seite gehabt hatte. Charlie hatte ihm von Dämonen erzählt. Wäre es also möglich, dass auch die gute Gegenseite exisitierte? Engel im Himmel, gehüllt in weiße Gewänder, auf Harfen herumklimpernd?!
Quatsch mit Vanillesoße!
Trent ging davon aus, dass Merry entweder gewaltiges Glück oder aber jemanden an ihrer Seite gehabt hatte, der wusste, wie mit diesen toten Nervensägen umzugehen war. Eventuell hatte sie auch nur das Tutorial-Video der Ghostfacers gesehen und danach das Problem selbst in die Hand genommen. Vieles war möglich. Aber Engel?! Quatsch. Da war eine Zombi-Apokalypse wahrscheinlicher.

Während Merry seine Kopfwunde verarztete, warf der junge Mann einen Blick auf Jon, der fasziniert die Decke anstarrte. Wahrscheinlich zählte er gerade die Fusseln, damit er nicht einschlief. Aber dafür musste er erst einmal was im Magen haben. Denn so laut, wie sein Magen knurrte, würde er ohnehin nicht einschlafen.
Die Ärztin wies darauf hin, dass es im zweiten Stock eine Cafeteria gab. Kurz dachte Trent nach, ob sich in seiner überfüllten Brieftasche nicht zufälligerweise ein paar Coupons für das Essen dort befanden. Doch nach ein paar Sekunden des Nachdenkens schüttelte er innerlich seinen Kopf. Wenn es tatsächlich Gutscheine dafür gab, dann bekam man die sicher nur hier vor Ort.

Die Aussage, dass sich der Typ kein All-you-can-eat-Buffet leisten konnte, wunderte den Brünetten dann auch nicht weiter. Hätte er Geld gehabt, hätte er sicherlich was zu essen dabei gehabt und hätte ihm nicht sein eingepacktes Sandwich wie Manna vom Himmel aus der Hand gerissen.
Die Finger seiner linken Hand fingerten in seiner Wollmütze herum, die er in dem Zimmer von seinem Kopf abgenommen hatte, damit Merry die Kopfwunde besser verarzten konnte. Wieder einmal suchte er nach ein paar Geldscheinen, da er genau wusste, dass sich in seiner Geldbörse nur ein paar Münzen und Unmengen von Gutscheinen befanden. Als er das Geheimfach in der Mütze schließlich gefunden hatte, zog er ein Mitglied des Kontinentalkongresses hervor.
„Hier sind 10 Dollar“, sagte er und drückte Jon daraufhin die Banknote in die Hände. „Und wehe du kommst mir jetzt mit der ‚Almosen hab ich nich nötig‘-Masche.“
Der Mann verließ schließlich das Behandlungszimmer, nachdem er Trent mit einem Klopfer auf den Rücken fast aus dem Stuhl befördert hatte.

Nach einiger Zeit hatte er schließlich die ganzen Untersuchungen hinter sich gebracht und lag nun wieder auf der Couch, während sich die Ärztin nun daran machte, seine Kopfwunde zu nähen.
„Sie werden in der nächsten Zeit langsam angehen müssen“, sagte sie dabei, während sich Trent zusammenriss, um nicht laut loszuschreien. „Wir wollen nicht, dass sie wie einer unserer schattigen Freunde enden.“
Ein entrüstetes Schnauben entfuhr ihm. „Ich bin doch kein Vollidiot. Und wenn ich die richtigen Klamotten an hab, dann hab ich nix dagegen, mit Mister Tunichtgut von Blödstein in die ewigen Jagdgrönde zu marschieren.“ Da er bis zum heutigen Tage nicht wusste, ob sein Reaper einen bestimmten Namen hatte, dachte er sich kurzerhand selbst einen aus. Und solange er nicht mit Schwimmflügeln am Arm starb, würde sein Plan auch ganz gut aufgehen.

„Ich bin doch bis Weihnachten hier wieder raus, oder? Wenn nicht, haben Sie ein Zimmer mit einem Fernseher, der BBC One empfängt?“, fragte er nach. Zwar bezweifelte er, dass er solange das Krankenhausbett hüten musste, aber besser, er stellte gleich mal ein paar Sachen klar.
„Was genau hab ich eigentlich?“, fragte er weiter nach.

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Meredith Fell
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BeitragThema: Re: Behandlungszimmer   Sa Aug 26, 2017 1:19 pm

Meredith war sich nicht ganz sicher, wen Trent mit 'Mister Tunichtgut von Blödstein' meinte, aber sie beschloss, nicht nachzufragen.
Trent war allgemein ein etwas komischer Zeitgenosse. Sie vermutete, dass das auch eine Möglichkeit war mit der konstanten Präsenz von Geistern umzugehen und wenn sie ehrlich war, schien es vor Lucas Variante, die Toten mit Heroin auszublenden, bevorzugbar zu sein.
Die Ärztin fragte sich, ob 'Mister Tunichtgut von Blödstein' möglicherweise Jon gemeint sein konnte und sie sagte: „Sie können Schadensersatz- und Schmerzensgeldansprüche gegen Jon geltend machen, wenn Sie das möchten. Das wissen sie oder?“
Nachdem sie gesehen hatte, wie Trent mit Jon umgegangen war (nicht viele Leute würden der Person, die ihnen solche Verletzungen verursacht hatte Geld für Essen geben), bezweifelte sie, dass er das tatsächlich tun würde, aber sie fühlte sich verpflichtet, ihn darauf hinzuweisen.

Nachdem sie Trents Wunde vernäht hatte und sein rechter Arm vergipst war, legte sie noch eine Schiene um seinen verstauchten Knöchel.
„Ich möchte sie über Nacht hierbehalten, wegen der Gehirnerschütterung“, erklärte sie. „Man kann es nie mit kompletter Gewissheit sagen, aber ich denke, sie sollten morgen wieder nach Hause gehen können, ihre Weihnachtsunterhaltung sollten sie also nicht verpassen“
Trents Prioritäten waren genauso seltsam wie er.

„Nun, neben der Wunde auf Ihrer Stirn“, auf der inzwischen ein dickes Pflaster prangte. „haben Sie eine Fissur der Speiche, einer ihrer Unterarmknochen. Wenn Sie den Arm schonen und nicht belasten, sollte er in fünf bis sechs Wochen verheilt sein. Ihr Knöchel ist verstaucht und Ihr Steißbein ist geprellt. Auch hier gilt, sie möglichst nicht zu belasten, wir werden Ihnen Krücken mitgeben, wenn sie entlassen werden“
Sie nickte zu seinem Kopf. „Und dann ist da noch eine leichte Gehirnerschütterung, wie gesagt, deswegen möchte ihr Sie zur Beobachtung hierbehalten“
Fertig mit ihrer Ausführung sah sie Trent an. Sie wusste nicht, ob er noch weitere Fragen hatte.

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Trent Cingsley
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BeitragThema: Re: Behandlungszimmer   Mo Sep 04, 2017 3:11 pm

Jon nahm das Geld an, ohne weitere Mätzchen zu machen. Konnte entweder daran liegen, dass sein Magen über sein Hirn bestimmte – oder daran, dass er ohnehin kein Freund vieler Worte war.
Als dieser gegangen war, um nun seinen leeren Magen zu füllen, wies ihn die Ärztin darauf hin, dass er Schadensersatz und Schmerzensgeldansprüche gegen Jon stellen konnte.
„Klar weiß ich das“, antwortete er ihr. „Aber was wörde das denn bringen – er kann sich kaum was zu Essen leisten. Dem Geld was mir zustehen wörde, wörde ich dann nur zig Jahre hinterherrennen, ohne Aussicht auf Erfolg“, schilderte er die Umstände, und war sich sicher, dass Meredith das nachvollziehen konnte. „Gut, ich könnte ihn för das Dschungelcamp anmelden, aber daför ist der Typ nicht prominent genug“, sagte er noch – wobei die Typen dort ohnehin auch nicht gerade als ‚Promis‘ galten. Was sich dort rumtrieb, waren die XYZ-Promis.

Nachdem all seine Wunden versorgt worden waren, erleichterte Merrys Aussage Trents Gemütszustand erheblich.
„Sehr schön. Dann ist das Doctor Who-Weihnachtsspecial schon mal gesichert“, sagte er und lachte freudig in sich hinein. Und eine Nacht im Krankenhaus würde er auch schon überleben. Er hatte die Schule und 21 Schulverweise überlebt. Ganz zu schweigen von seinem Ertrinken als 6-jähriger. Die Nacht hatte nicht allzu viele Stunden. Vielleicht schickte er die nervenden Geister einfach wieder auf die Suche nach dem Lied mit dem Goldfisch, dann waren auch die eine Weile beschäftigt.

Die Ärztin führte kurz aus, was er alles für Verletzungen hatte – der Brünette war erstaunt darüber, dass sie dabei nicht so ein schwieriges Fachchinesisch verwendete, wie er es sonst von seinem Arzt aus England kannte.
„Kann ich trotzdem arbeiten? Also tippen, Briefe falten und im Aufenthaltsraum ein paar Geräte an- und ausschalten?“, fragte er weiter. Er vermied es tunlichst, das Wort ‚Kaffeemaschine‘ auszusprechen. Wenn er Glück hatte, dann bekam die versammelte Polizeimannschaft es auch irgendwie gebacken, in den nächsten 4-6 Wochen den Kopierer nicht erneut zu schrotten.

Seine braunen Augen fielen kurz auf seine Skischuhe und dachten dann daran, dass er morgen mit einem Paar Krücken aus dem Krankenhaus entlassen wurde. Die Schuhe würden sich zusammen mit den Krücken sehr schlecht zum Laufen machen.
Doch wie kam er an ein paar normale Schuhe heran? Mal eben zu seiner Bude flitzen war ja offenkundig nicht drin. Zwar konnte er einen der Nachbarn darum bitten, bei ihm vorbeizuschauen – doch dafür benötigte er zumindest eine Telefonnummer. Und so nervtötend wie er seine gesamte Nachbarschaft empfand, hatte er keine einzige davon in seinem Handy eingespeichert. Vor allem: wie sollte er einem normalen Menschen all das seltsame Zeug in seiner Wohnung erklären? Den halb fertigen elektrischen Stuhl zum Beispiel? Und konnte er es riskieren, seine ganzen am Boden liegenden Coupons einfach liegen zu lassen?

Wenn er jemanden darum bitten sollte, sein Zeug zu holen, dann jemanden, der zum einen schon mal in seiner Bude war und zweitens jemanden, der auch über all die Merkwürdigkeiten seiner Wohnung Bescheid wusste.
„Ich nehme mal an, dass sich meine Schuhe nicht dazu eignen, um mit den Kröcken – krieg ich eigentlich nur eine? Oder krieg ich das mit dem eingegipsten Arm trotzdem hin? … verflixt, jetzt hab ich den Faden verloren“, sagte er und versank für einige Sekunden in Grübelei, bis ihm schließlich wieder einfiel, was er fragen wollte. „Ich hab keine Ersatzschuhe in meiner Tasche – brauch ich welche, wenn ich morgen rauskomme? Dann muss ich irgendjemanden Bescheid geben, dass er mir ein paar normale Schuhe vorbeibringt.“

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Meredith Fell
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BeitragThema: Behandlungszimmer   So Sep 10, 2017 12:37 pm

Meredith befand, dass Trent sich wirklich über alle möglichen Dinge zu viele Gedanken machte.
Ihr selbst passierte es selten, dass sie sich beim Reden vollkommen überschlug und dann nicht mehr wusste, wo sie angefangen hatte. Da durch das ein klarer Kopf mehr oder minder Anforderung ihrer Arbeit war, fiel es ihr inzwischen wesentlich leichter auch in Alltagssituationen ruhig zu bleiben.
Trent jedoch bombardierte sie mit Fragen, an die die meisten Leuten möglicherweise gar nicht gedacht hatten.
Doch sie merkte auch, dass sein Herz am rechten Fleck war. Sie konnte sich gut vorstellen, dass so manch anderer Jon einfach nur aus Prinzip verklagt hätte - ihre Eltern zum Beispiel.

Sie bemühte sich darum, seine Fragen in ihrem Kopf zu sortieren, bevor sie sie beantwortete.
"Sie sollten es die nächsten Tage ruhig angehen lassen", sagte sie. "Keine anstrengenden Arbeiten, wenn möglich kein Stress. Wenn Sie auf der Arbeit vorsichtig sein und ausreichend Pausen machen sollte das kein Problem sein. Aber auf keinen Fall sollten Sie sich überanstrengen. Wenn wir morgen genaueres zu Ihrer Hirnerschütterung wissen, schreibe ich Ihnen einen Attest"
Bei jedem anderen Medium hätte sie sich wegen den Geistern mehr Sorgen gemacht, als der Arbeit, aber Trent schien die Toten wesentlich lässiger zu sehen als so manch anderer.

"Was die Krücken angeht, müssen sie mal gucken, was bei Ihnen funktioniert.
Wir haben verschiedene Krücken, vielleicht reicht eine, vielleicht können sie auch zwei verwenden", sagte sie.
"Wegen den Schuhen sollten sie jemanden anrufen, wir können sonst auch jemanden für sie anrufen. Vielleicht wollen sie auch etwas frische Kleidung für morgen haben."

In der Hoffnung, dass sie nichts vergessen hatte, fuhr sie fort: "Sie sollten dann jetzt erst einmal etwas Ruhe kriegen. Sie hatten einen anstrengenden Tag und ihre Verletzungen sollten nicht auf die leichte Schulter genommen werden"

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Trent Cingsley
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BeitragThema: Re: Behandlungszimmer   Mo Sep 18, 2017 10:39 am

Kurzzeitig fragte sich Trent, wie wohl Sheriff Forbes reagieren würde, wenn er mit einer Krankschreibung wedelnd im Polizeirevier angedackelt kam. Gut, sie war die Art Mensch, die Verständnis zeigte. Wahrscheinlich würde sie ihn sogar mit ihrer Waffe drohend nach Hause jagen, damit er sich auskurieren konnte. Doch irgendwie hatte er das Gefühl, dass das Polizeirevier ohne ihn den Bach runterging. Wer kochte das widerliche Gebräu? Wer sortierte die Akten? Wer reparierte den Kopierer (gerne auch zwei Mal in der Woche)? Wenn er eine Weile nicht da war und dann plötzlich wieder kam … dann erwartete er regelrecht ein Polizeirevier vorzufinden, das mehr an seine eigene Bude erinnerte und im Chaos versank.

Die Ärztin empfahl ihm noch einiges, wie er es die nächsten Tage anstellen sollte. Als sie sagte, er solle Stress möglichst vermeiden, musste er fast laut loslachen. Sie hatte wohl noch nicht so viel Erfahrung auf dem Gebiet des Geister-sehens. Vor seiner Wohnung war mehr los als vor dem Anwesen von Paris Hilton. Gut, er konnte von Glück reden, dass er von den toten Schabracken nicht auch noch postalisch oder telefonisch genervt wurde – aber ihre bloße Anwesenheit war doch ein Grund dafür, in Stress zu geraten.

„Wir haben verschiedene Krücken, vielleicht reicht eine, vielleicht können sie auch zwei verwenden“, antwortete sie ihm auf seine Frage. In Gedanken sah er sich schon wie Frodo mit einem Gehstock nach Mordor wandern. Gruselige Vorstellung.
„Wenn es soweit ist, werd ich schon sehen, wie ich zurechtkomme“, entgegnete er lapidar. Er hatte schon schlimmeres in seinem Leben erlebt – er würde auch mit den Krücken zurechtkommen.

Kurz überlegte er und sah Merry dabei mit schiefgelegten Kopf an. Den Geist im Behandlungszimmer hatte sie nicht bemerkt. War es vielleicht möglich, dass sie außer dieser irren Geisterhexe keinerlei Geister sehen konnte? Manchmal war es durchaus auch für die normalen Menschen möglich einen Geist zu sehen – doch sobald dieser fort war, waren sie wieder so wie vorher: normal.
„Haben Sie außer dem nervigen Geist eigentlich noch weitere gesehen oder hat sich Ihr Blick in die Welt der toten Nervensägen wieder gelegt?“, fragte er sie, leicht neugierig geworden.

Nach einer bestimmten Weile waren dann alle seine Fragen geklärt.
„Sie sollten dann jetzt erst einmal etwas Ruhe kriegen. Sie hatten einen anstrengenden Tag und ihre Verletzungen sollten nicht auf die leichte Schulter genommen werden“, fügte sie noch hinzu.
Zwar wollte er es sich nicht selbst eingestehen, doch langsam merkte auch er, dass er richtig müde wurde.
„Is schon klar, Chef!“, sagte er noch. Kurz darauf wurde er in ein Krankenzimmer gebracht, wo noch ein Bett für ihn frei war. Ein älterer Mann sah sich gerade die Nachrichten an und grüßte ihn mit einer Stimme, die sehr nach Darth Vader klang.

Als er in dem Krankenbett lag, wühlte er mit seiner gesunden Hand erst einmal in seiner Tasche herum, bis er schließlich sein Handy gefunden hatte. Nachdenklich durchforstete er sein Adressbuch. Sehr viele Möglichkeiten boten sich ihm nicht, also wählte er die erstbeste, die ein wenig erfolgversprechend war.
„Mach die Nachrichten leiser, Opa!“, blaffte er seinen älteren Bettnachbarn an. „Den Wetterbericht kannste auch von mir hören: es wird: schlecht. Also ….“ Nur ein paar Sekunden war es angenehm ruhig in dem Krankenzimmer – wenn man von den Darth-Vader-Atemgeräuschen einmal absah.

tbc: Alices Phone

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Behandlungszimmer

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