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 Krankenhausbücherei

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Michelle Haven
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BeitragThema: Re: Krankenhausbücherei   Fr Okt 24, 2014 7:53 pm

cf: Mystic Falls Cemetery

Die wärmende Atmosphäre von vielen Büchern empfing Michelle, als sie sich im Krankenhaus materialisierte. Kurz linste sie misstrauisch umher – doch sie konnte keine weiteren Geister ausfindig machen. Wieder einmal entfuhr ihr ein erleichtertes Seufzen. Die einzige noch anwesende Person war eine Krankenschwester, die nicht die geringste Notiz von ihr nahm.
Das Geistermädchen war froh darüber, endlich einmal nicht gesehen zu werden. Hier, inmitten ihrer Freunde war sie gerne allein.
Niemand konnte jemals das Gefühl beschreiben, wenn sie von Büchern umgeben war. Es war, als wäre sie zu hause. Erinnerungen überfluteten sie, während sie auf den Buchrücken las, um welche Bücher es sich handelte.

Sie entdeckte einige Bücher von Jules Verne und erinnerte sich daran, wie sie gemeinsam mit Kapitän Nemo im Unterseeboot gefangen war, während die riesige Krake immer näher kam. Was für Ängste sie in diesem Moment ausgestanden hatte und kaum mehr die Kraft aufbrachte, weiterzulesen.
Neben '20.000 Meilen unter dem Meer' entdeckte sie die 'Reise um die Erde in 80 Tagen', wo sie sich daran erinnerte, wie verzweifelt sie war, als die Wette von Phileas Fogg so gut wie verloren schien. Und wie sie triumphierend in ihrem Zimmer auf und ab sprang, als er seine Wette letztendlich doch gewann.

Wenn sie sich auch kaum an ihr unbedeutendes Leben erinnern konnte, so konnte sie sich an ihre Gefühle erinnern, die sie empfand, als sie bestimmte Bücher las.
Die menschliche Krankenschwester kam an das Bücherregal heran und schnappte sich sogleich ein Buch. Eines der Bücher, die eigentlich für die Patienten bestimmt waren. Laut dem Buchrücken handelte es sich um Stephenie Meyers 'Twilight'.
Worum es in dem Buch wohl ging?! Sicherlich kam es erst nach ihrem Tod heraus, denn Michelle hatte nicht die geringste Ahnung vom Inhalt.

Sie folgte der Krankenschwester, die es sich auf einem der Sessel bequem machte und stellte sich hinter den Sessel, damit sie mitlesen konnte.
Das Buch begann mit einem Bibelzitat. Nach der Meinung des Geistermädchens waren Bücher, die Bibelzitate hatten, meist große Kassenschlager.
Als die Krankenschwester beim Vorwort ankam, dachte Michelle zunächst, dass jemand ein Buch über ihr eigenes, bedeutungsloses Leben verfasst hatte.
Ich hatte mir nie viele Gedanken darüber gemacht, wie ich sterben würde, obwohl ich in den vergangenen Monaten allen Grund dazu gehabt hätte. Und wenn, wäre meine Vorstellung ohnehin eine andere gewesen.
So wie die Worte in dem Buch standen, hätten sie sicherlich auch in dem Tagebuch von dem Geistermädchen gestanden – wenn sie je eins geführt hätte. Michelles Augen huschten über die Worte und stockten erneut.
Es war ganz sicher eine gute Art zu sterben – an Stelle eines anderen, eines geliebten Menschen. Es war sogar edel. Das musste etwas wert sein.

Diese Worte gaben genau das wieder, was Michelle ständig über ihren eigenen Tod dachte. Sie war gestorben und hatte damit ihre Mutter vor dem sicheren Tod bewahrt. Die Tat von ihrem Vater war in keinster Weise verwerflich. Er hatte einen Menschen und vielleicht noch viele mehr gerettet. Ihr Tod war daher zu vielem gut gewesen. Zur Rettung von Menschen. Nicht viele Menschen kamen in den Genuss als Helden zu sterben.
Sicherlich kam ihr Vater für das, was er getan hatte – und bereit war, aufzugeben – in den Himmel.
Ganz sicher.
Das Geistermädchen las noch soweit mit, bis ihr klar wurde, worum es tatsächlich in dem Buch ging.
Vampire. Ein Menschenmädchen, dass sich in einen Vampir verliebte.
Sofort wandte sich Michelle ab und trat wieder vor das Bücherregal, um in ihren eigenen angenehmen Erinnerungen zu schwelgen.

Nach kurzer Zeit öffnete sich die Tür der Bibliothek erneut und das Geistermädchen zuckte vor Angst zusammen und bewegte sich nicht. Durch ihre eigene Angst, war es in der Bibliothek unweigerlich kälter geworden.
Doch zum Glück war es nicht die Hexe, um sie in die Hölle zu schicken, sondern eine Ärztin, die die Krankenschwester mit dem Vampirroman böse anfunkelte.
Michelle drückte sich an das Bücherregal und atmete erleichtert aus, als ihr klar wurde, dass wieder einmal keine Notiz von ihr genommen wurde.

Die Ärztin kam ihr bekannt vor. Doch so oft, wie sie im Krankenhaus war, um die Neugeborenenstation zu begutachten, kam ihr jeder Arzt, jede Schwester, und jeder Pfleger bekannt vor – auch wenn diese sie selbst nicht sehen konnten.
Nachdem die Ärztin von der Krankenschwester einige Informationen zu einer Krankenakte erhalten hatte, ging sie wieder aus der Bibliothek hinaus, ohne sie eines Blickes zu würdigen. Dennoch kam es Michelle fast so vor, als hätte die Ärztin ihr einen Blick zugeworfen. Doch wahrscheinlich blickte sie in Wahrheit nur zu der Stelle, wo der Vampirroman im Regal gestanden hatte.

Die Schwester packte den Vampirroman in ihre Tasche und verließ nun auch die Bibliothek. Wieder war Michelle alleine unter ihren Freunden.
Sie stellte fest, dass inzwischen die Harry Potter-Reihe beendet war. Sie selbst hatte nur bis zum vierten Teil gelesen und fragte sich selber, worum es in den drei anderen Büchern wohl ging. Was passierte im fünften Teil? Was im sechsten? Und wie sah das große Finale aus?!
Ihre Gedanken schlenderten zurück zu Band 1 und in ihrer Fantasie lief sie gerade in der Winkelgasse umher und betrachtete die vielen Bücher bei Flourish und Blotts.
In der Realität hatte sie sich nun auf den Boden vor dem Bücherregal gesetzt und schaute einfach nur den Buchrücken an, während sie in Gedanken meilenweit fort war.

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Meredith Fell
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BeitragThema: Re: Krankenhausbücherei   Sa Okt 25, 2014 7:30 pm

cf: Merediths Appartment

Den Papierkram zu erledigen machte ähnlich so viel Spaß wie Meredith es erwartet hatte.
Sie brauchte einiges an Zeit, obwohl sie hier im Krankenhaus seltsamerweise besser arbeiten konnte als zu Hause.
Die meisten Leute fühlten sich im Krankenhaus unwohl. Meredith war dabei die Ausnahme. Hier war sie in ihrem Element.
Zumindest meistens. Wenn es um Papierkram ging war ihr jede Ablenkung willkommen.

Als sie also auf ein Phänomen stieß, dass während ihres Medizinstudiums nicht unbedingt ihre Stärke gewesen war, dachte sie bei sich, dass es nicht schaden könnte, es noch mal nachzuschlagen.
Sie war sich zwar eigentlich sicher, dass sie wusste was sie schreiben musste, aber sie sollte lieber sicher gehen, richtig?

So fand sie sich kurze Zeit später erneut in der Krankenhausbibliothek wieder.
Die Krankenhausschwester die so ein Vampir-Fan war, war inzwischen verschwunden, was vermutlich gut für sie war.
Auf ihrem Weg zur medizinischen Abteilung der Bibliothek bemerkte die Ärztin ein junges Mädchen, das ohne offensichtlichen Grund das Bücherregal vor ihr anstarrte.
Meredith zog kurz eine Augenbraue nach oben, ging da aber weiter.
Vielleicht suchte sie nur nach einem Buch.

Meredith schlug nach was sie gesucht hatte und stellte fest, dass sie sich den Weg hätte sparen könnte.
Es war eigentlich aber egal. Zehn Minuten Pause von Akten, Stiften und der Sauklaue ihrer werten Kollegen.
Als sie jedoch auf dem Weg zurück war, saß das Mädchen immer noch da und schien sich nicht einen Zentimeter bewegt zu haben.
Vielleicht war sie ja die Angehörige eines Patienten und wollte aus dem klinischen Teil des Krankenhauses heraus, was ein komplett sinnvoller Grund war.
Aber sie wirkte so starr und unbeweglich, wie eine Puppe.
Niemand außer Meredith schien Notiz von ihr genommen zu haben, doch die Bibliothek war ja auch größtenteils leer.

„Hallo?“, fragte Meredith im Zugehen auf das Mädchen.
„Alles okay bei dir?“, setzte sie noch hinzu, als sie direkt neben ihr stand.

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Michelle Haven
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BeitragThema: Re: Krankenhausbücherei   So Okt 26, 2014 8:17 am

Während der ganzen Zeit war sie in der magischen Welt von Harry Potter verschwunden. Sie hatte sich eine Katze gekauft – leider waren Schildkröten in Hogwarts nicht erlaubt – und saß gemeinsam mit Harry und Ron im Abteil im Hogwarts-Express und tauschte mit ihnen die Sammelkarten aus den Schokofröschen. Ihr eigener Schokofrosch war wie üblich verschwunden und nahm keine Notiz von ihr.

Inzwischen stand sie mit allen neuen Schülern in der großen Halle und hörte sich das Lied an, welches der sprechende Hut zum Besten gab. Während er sang, fragte sich Michelle, in welches Haus sie selbst wohl kommen würde. Bei ihrer Angst vor fremden Leuten definitiv nicht nach Gryffindor und Slytherin. Ob der Hut sie überhaupt in ein Haus stecken konnte?! Sie war zwar klug – doch nicht so klug, als dass sie besonders gut nach Ravenclaw passte. Und in Hufflepuff war man seinen Freunden treu ergeben. Doch leider waren für den Hut diese 'Freunde' menschlich und bestanden nicht aus einem Buchrücken, vielen weißen Seiten und mit den wundervollsten Worten, die das ganze Leben veränderten.
Gab es nicht auch noch ein fünftes Haus? So was wie Huffclaw?! Da würde sie dann vielleicht hinpassen.

Der Hut hatte gerade verkündet, dass Hermine Granger nach Gryffindor ging. Der ganze Tisch johlte vor Freude und alles klatschte begeistert.
Professor McGonnagal rief zuerst Neville Longbottom auf, revidierte sich dann jedoch, weil sie jemanden übersehen hatte.
Das war für das Geistermädchen nun echt nichts neues mehr. Sie ging an Neville vorbei, der traurig wieder hinunterkam und meinte, er würde ohnehin nie in ein Haus gewählt werden.
Genau dies dachte auch Michelle, als ihr der sprechende Hut übergestülpt wurde und sie nichts weiter sah, als Dunkelheit. Die Stimmen der Schüler in der dunklen Halle nahm sie nur noch gedämpft wahr und der wundervolle Geruch von altem Leder stieg ihr in die Nase.

Wahrscheinlich würde die piepsende Stimme des Hutes verkünden, dass sie wieder nach hause gehen sollte, weil sie hier keine Zukunft hatte. Doch auch zu hause hatte sie keine Zukunft mehr. Ihr Leben war vorbei.
Doch alles, was die piepsende Stimme an ihrem Ohr von sich gab, war: „Hallo? Alles okay bei dir?“

Michelle blinzelte einmal. Die Stimmen aus der großen Halle verschwanden, doch der Hut saß immer noch auf ihrem Kopf. Sie blinzelte ein zweites Mal und schaute mit ihren Augen nun nur doch den Buchrücken von 'Harry Potter und der Stein der Weisen' an.
Traurig, weil sie fort war, bewegten sich ihre Mundwinkel nach unten. Wieder einmal wurde es kälter.
Doch dann realisierte sie, dass jemand neben ihr stand und auf sie herabblickte.
Die Hexe!!!!

Es war schon seltsam, dass sie solche Angst vor Hexen hatte und gerade eben noch in ihrer Gedankenwelt in einer Schule für Zauberei und Hexerei gewesen war, wo es von diesen Leuten nur so wimmelte.
Doch wie üblich, überkam sie wieder die panische Angst, dass man sie ansah. Eine Antwort von ihr erwartete. Wieder beschlich sie das Gefühl, dass sie in einen tiefen Abgrund stürzte, obwohl sie immer noch auf dem Boden der Krankenhausbücherei saß.
Die Frau neben ihr wuchs in die Höhe und die Sicht auf die tröstenden Bücher vor ihr verschwamm.

Michelle bewegte sich immer noch nicht. Alles in ihrem Kopf schrie vor Panik und Angst und sie klapperte mit ihren Zähnen und zitterte am ganzen Körper. Wieder wurde es kälter.
Das Bücherregal war schief und krumm geworden und schien auf sie hinab zu fallen. Das Geistermädchen schloss entsetzt ihre Augen.
Immer noch zitterte sie und hatte das Gefühl zu fallen.
„Bi-bi-bi-bitte … i-i-ich-ich ha-ha-hab-hab nichts gessssagt.“ Doch wahrscheinlich würde sie in wenigen Sekunden tatsächlich in die Hölle kommen. Das Fliehen zu ihren Freunden war vertane Zeit gewesen. Die Hölle war unvermeidbar.

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Meredith Fell
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BeitragThema: Re: Krankenhausbücherei   So Okt 26, 2014 12:23 pm

Als das Mädchen anfing zu zittern, ging die Ärztin die mentale Datenbank ihrer Patienten durch und fragte sich, ob das Mädchen vielleicht hier eine Patientin war. Nur ihre normale Kleidung machte damit gar keinen Sinn.
Vielleicht eine ehemalige Patientin?
Meredith war sich jedoch sehr sicher, sie noch nie gesehen zu haben.

Sie sah sich im Raum um, doch dieser war nach wie vor leer und da war niemand, zu dem sie zu gehören schien.
Jetzt fing sie auch noch an mit den Zähnen zu klappern und ja, es war ungewohnt kalt hier, aber nicht so kalt, dass man mit den Zähnen klappern musste.
Was war mit ihr los?

„Bi-bi-bi-bitte … i-i-ich-ich ha-ha-hab-hab nichts gessssagt.“
, stotterte das Mädchen und jetzt machte die Welt wirklich gar keinen Sinn mehr für Meredith.
Das Mädchen war offensichtlich panisch.
Meredith wusste nicht, warum sie Angst vor ihr haben könnte. Sie hatte mehr als eine Person kennen gelernt, die Angst vor Ärzten hatte, aber Meredith trug weder ihren Kittel, noch irgendetwas anderes, das sie als Mitarbeiterin des Krankenhauses auswies.
Sie konnte also nicht der Grund sein.

Meredith kannte das Mädchen auch nicht, was hätte sie also sagen können, dass für sie ein Problem war?

„Du musst keine Angst haben. Ich werde dir nichts tun“, sagte Meredith und bemerkte kurz darauf was für ein bescheuerter Satz das war. So panisch wie das Mädchen war würde dieser Satz sie ganz sicher nicht beruhigen.
Meredith ging in die Hocke um mit ihr auf Augenhöhe zu sein. „Warum bist du hier? Was ist passiert?“

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Michelle Haven
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BeitragThema: Re: Krankenhausbücherei   Mo Okt 27, 2014 9:53 am

Die blonde Hexe hatte wahrscheinlich beschlossen, sich ihrer zu entledigen. Vielleicht war das, was Michelle auf dem Friedhof gehört hatte, zu viel, um es überhaupt jemanden hören zu lassen. Egal, ob dieser jemand nun tot oder lebendig wäre. Sie wusste zu viel und musste eliminiert werden. In die Hölle befördert werden.

Deswegen hatte die blonde Hexe mit den weißen Augen wahrscheinlich einen Spitzel auf sie angesetzt. Sie machte sich wahrscheinlich mit der Auslöschung eines Geistes lieber gar nicht erst die Hände schmutzig.

Immer noch drehte sich alles. Michelle war schwindelig und wieder hörte die das bedrohliche Glockenläuten näher kommen.
"I-i-ich ha-ha-hab ni-ni-nicht verraten. Bitte, glauben Sie mir - ich ha-hab nichts verraten u-und nichts gesagt", piepste sie mit angsterfüllter Stimme hervor.

"Du musst keine Angst haben. Ich werde dir nichts tun", schallte die ohrenbetäubende Stimme in ihrem Kopf wider und das Geistermädchen presste ihre Hände an ihre Ohren. Doch wie immer, brachte das nicht das Geringste. Ab und an wünschte sie sich, sie wäre als ganz normaler Mensch gestorben und nicht als Vampir, bei dem die Sinne um so vieles schärfer waren, dass es für sie fast unerträglich war.

Natürlich versuchte die Hexenspitzelin, ihr die Angst zu nehmen. Als wenn das so leicht wäre. Schließlich war sie doch hier, um sie in die Hölle zu schicken.
Michelle versuchte währenddessen, ihre Angst soweit unter Kontrolle zu bekommen, dass sie sich an einen anderen Ort teleportieren konnte. Doch wahrscheinlich würde sie auch an dem nächsten sicheren Ort von den Hexen aufgespürt werden. Sie war wahrscheinlich nirgends mehr sicher.
Doch wie sollte sie überhaupt ihre Angst unter Kontrolle bringen? Die Sicht vor ihren Augen verschwamm immer wieder und reichte gerade dafür aus, einige Titel der Bücherrücken vor ihr zu lesen, während das gesamte Bücherregal auf dem wabernden Boden gefährlich zu schwanken schien.

Ihr Blick fiel auf ein Buch und sie erinnerte sich an den ersten Satz, der in diesem Buch gestanden hatte. Ein Buch, welches sie selbst nie in der Hand gehalten hatte, welches sie jedoch hinter dem Rücken einer anderen lebenden Person mitgelesen hatte - zumindest das erste Kapitel.
'Ich erinnere mich noch genau an den Morgen, an dem mich mein Vater zum ersten Mal zum Friedhof der vergessenen Bücher mitnahm.'
Sie hörte auf zu zittern und die Umgebung schien wieder normal zu werden. Das war ein weiterer Grund, warum Michelle lieber ihre Zeit bei den Büchern verbrachte. Sie brachten sie nicht nur dazu, sich nicht allein zu fühlen - nein, ihre beständigen Worte, die für die Ewigkeit gleich blieben, vertrieben ihre Angst.

Sie blinzelte erneut und wandte ihr Gesicht nun zu der Hexe, die gekommen war, um sie zu töten. Die Brünette sah jedoch netter aus als die Hexe auf dem Friedhof. Sie hatte sich zu ihr auf den Boden gehockt - dieser waberte nun auch nicht mehr - und sah sie mit einem seltsamen, beinahe beruhigenden Blick an.
"Warum bist du hier?"
Auch ihre Stimme klang anders - so normal und bodenständig. Nicht so wie vor wenigen Minuten, als die Angst von dem Geistermädchen die Stimme in ein ohrenbetäubendes Gekreische verwandelt hatte.
"I-ich da-dachte, ich wäre hier sicher", antwortete sie ehrlich.
Offenbar war die Antwort nicht genug, so dass die Hexe weiterfragen musste. "Was ist passiert?"

Als Michelle daran zurückdachte, was genau passiert war, stieg in ihr wieder die Angst auf und vor ihren Augen verschwamm erneut alles.
Sie schloss ihre Augen und versuchte wieder an verschiedene Sätze aus den Büchern zu denken. Leider war das einzige, was ihr einfiel, der letzte Satz aus dem Vorwort des Vampirromans, den die Krankenschwester gelesen hatte.
'Der Jäger lächelte und kam ohne Eile auf mich zu, um mich zu töten.'
Doch zumindest sorgte dieser Satz - egal, ob er nun grauenvoll klang - dafür, dass das Geistermädchen wieder klar denken konnte.
"I-ich habe etwas gehört, was nicht für meine Ohren bestimmt war." Ängstlich blickte sie zu der Brünetten. "Wer-werden Sie mich jetzt in die Hölle schicken?"

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Meredith Fell
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BeitragThema: Re: Krankenhausbücherei   Mo Okt 27, 2014 7:42 pm

Ganz langsam wünschte Meredith sich einer der Psychologen wäre hier, denn das hier war so gar nicht ihr Gebiet und sie wusste nicht, wie sie mit dem Mädchen umgehen sollte.
Es war ja schön und gut, dass sie sich hier in der Krankenhausbibliothek sicher fühlte, aber wenn sie doch augenscheinlich keinen Grund hatte überhaupt im Krankenhaus zu sein, warum war sie dann nicht in der öffentlichen Bibliothek?
Das hier machte überhaupt keinen Sinn.

Das Mädchen antwortet auf alle von Merediths Fragen, doch sie wirkte immer noch so, als ging sie davon aus, dass Meredith sie in den nächsten paar Minuten um die Ecke bringen würde. Die Ärztin suchte verzweifelt nach einem Grund warum das Mädchen eine solche Angst vor ihr haben konnte, doch sie fand absolut nichts.

"I-ich habe etwas gehört, was nicht für meine Ohren bestimmt war. Wer-werden Sie mich jetzt in die Hölle schicken?", stotterte das Mädchen noch immer ängstlich hervor.
Und plötzlich machte die ganze Sache Sinn.
Das Mädchen war doch eine Patientin, auch wenn Meredith sich fragte, wie sie an die Alltagsklamotten gekommen war. Und raus aus ihrem Zimmer.
Es war nicht Merediths Fachgebiet aber sie vermutete Schizophrenie mit religiöser Psychose und starken Angstgefühlen.

„Ich bin Meredith“, sagte sie vorsichtig zu dem Mädchen, jetzt auf einer anderen Spur wo sie Licht ins Dunkel gebracht hatte. „Ich arbeite auch hier, aber ich glaube es kümmert sich sonst immer jemand anders um dich. Kannst du mir sagen wer das ist oder wie du heißt?“
Wenn das Mädchen nur eine der beiden Fragen beantwortete und das hatte sie ja bis jetzt getan, konnte Meredith sich darum kümmern, dass sie wieder in die ärztliche Pflege gegeben wurde, die sie brauchte.

Sie versuchte nicht an Lucas zu denken, der auch mit Schizophrenie diagnostiziert worden war, obwohl er nur die Wahrheit gesagt hatte.
Und da Meredith jetzt wusste, dass die Hölle existierte ... Was wenn das hier genauso falsch war wie Lucas Diagnose?
Es machte sie komplett unruhig, dass sie sich nicht mehr so auf die Medizin verlassen konnte, wie sonst immer.

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Michelle Haven
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BeitragThema: Re: Krankenhausbücherei   Mo Okt 27, 2014 8:52 pm

Die Frau schien nicht zu wissen, was sie gehört hatte. Vielleicht hatte die böse Hexe vom Friedhof bloß den Befehl gegeben: 'Da ist ein Geist – töte ihn.' Ohne Hintergrundinformationen zu liefern. Vielleicht war das bei untergebenen Hexen so üblich, dass man einfach Befehle befolgte.
Dennoch sah die Frau nicht so aus, als wenn sie ohne näheres Wissen das Geistermädchen einfach so in die Hölle schicken würde. Vielleicht war das der Grund für ihre Fragen und ihr zunächst freundliches Auftreten.
Zuerst sich das Vertrauen erschleichen, Wissen sammeln und dann den Auftrag ausführen – und Michelle in die Hölle befördern.

Als das Geistermädchen ihr ehrlich antwortete, dass sie etwas gehört hatte, was sie nicht hätte hören sollen – dass sie damit quasi zu dem Mädchen wurde, was 'zu viel wusste' – schien die Brünette zu begreifen, was vorgefallen war.
Was sie jedoch nicht ganz begriff, war die Tatsache, dass die Frau ihre Sachen musterte. Michelle sah nun selbst an sich herunter. Gut. Für das herbstliche Wetter waren Ballerinas und ein blaues T-Shirt nicht unbedingt optimal. Doch sie konnte sich leider nicht umziehen. Zumal: was sollte es bringen?! Sie spürte die Temperaturen, die auf der Erde herrschten nicht mehr. Das einzige, was sie noch ab und an wahrnahm, war die Kälte, die mit ihrer Angst einherging. Doch ihr wäre auch dann kalt geworden, wenn sie in einem dicken Wollmantel stecken würde. Es änderte sich nichts.

„Ich bin Meredith“, stellte sich die Brünette freundlich vor und Michelle war sich unsicher, wie sie nun reagieren sollte. Wenn sie sich vorstellte, dann würde es nicht mehr lange dauern, bis sie wirklich und endgültig tot war.
„Ich arbeite auch hier, aber ich glaube es kümmert sich sonst immer jemand anders um dich. Kannst du mir sagen wer das ist oder wie du heißt?“
Zuerst ergaben die Worte nicht den geringsten Sinn für das Geistermädchen. Doch als die Brünette sagte, dass sie in dem Krankenhaus arbeitete, betrachtete Michelle sie genauer. Sie versuchte, sich die Frau in einer typischen Krankenhauskluft vorzustellen – und sie konnte sich vage daran erinnern, dass sie diese Frau schon mehrmals gesehen hatte.
Nur mit dem Unterschied, dass sie damals von ihr nicht wahrgenommen wurde. Doch … wenn Meredith tatsächlich hier in diesem Krankenhaus arbeitete, dann konnte sie keine Hexe sein. Oder???

Und was sollte das bedeuten, dass sich jemand anders um Michelle kümmern kümmern würde?! Doch dann begriff sie. Die Brünette dachte, dass sie eine Patientin sei. Und nicht nur eine Patientin – sondern sogar lebendig. Sie schien nicht zu wissen, dass Michelle weder das eine noch das andere war.
„Um mi-mich kümmert sich keiner me-mehr.“ Kurz dachte sie nach. Doch in ihrem Kopf war alles leer. „U-und es hat sich auch n-nie je-jemand um mich gekümmert.“ Sie klang traurig, als sie das sagte, doch leider entsprach es der Wahrheit. Sie war absolut jedem egal gewesen, als sie noch am Leben war.

„Mein Name ist Haven. Mi-Michelle Haven. I-Ich glaube, ich war vor längerer Zeit mal hier Patientin.“ Doch wahrscheinlich hob das Krankenhaus solche Unterlagen nicht ewig auf. Der Beinbruch war samt ihrer Zeit als Geist schon über zehn Jahre her. Sie konnte sich noch daran erinnern, dass sie sich das Bein gebrochen hatte. Und wie oft sie ihre Mutter bei der täglichen Visite gesehen hatte. Und dennoch hatte sie damals nicht das Gefühl gehabt, dass ihre Mutter äußerst besorgt über ihren Zustand schien. Sie wirkte wie alle anderen Ärzte und Krankenschwestern äußerst neutral.

Unsicher blickte sie Meredith an. Ob sie überhaupt verstehen würde, wenn Michelle ihr sagte, dass sie schon längst tot war?! War sie vielleicht sogar der erste Geist, den die Frau sah?! Dann war aber die nächste Frage, wieso sah sie sie überhaupt?! Wieso konnte sie sie damals nicht sehen und jetzt schon?!
„Si-Sie werden m-mir nichts tun?“, fragte Michelle vorsichtig nach, obwohl Meredith dies genau schon bestätigt hatte.

Während sie die Brünette ängstlich ansah, dachte das Geistermädchen zurück an das, was Delia zu ihr gesagt hatte. Oder vielmehr nur an das eine Wort, was sie gesagt hatte. 'Trauma'.
„I-ich glaube, i-ich bin krank. A-aber ich weiß nicht, was das für eine Krank-Krankheit ist.“ Wenn es denn überhaupt eine Krankheit war. Doch Vicki hatte ja bestätigt, dass diese Realitätsveränderung nicht normal sei. Wieso also kam das nur bei Michelle vor?!

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Meredith Fell
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BeitragThema: Re: Krankenhausbücherei   Mi Okt 29, 2014 9:53 pm

Das Mädchen schien nachzudenken, denn sie schwieg einige Zeit nachdem Meredith sich vorgestellt hatte und ihre Fragen gestellt hatte.
Ganz kurz glaubte Meredith etwas wie Erkennen in ihren Augen zu sehen, doch sie könnte sich getäuscht haben.
Egal was im Kopf des Mädchens vorging, es tat nichts um ihre Angst zu schwächen.
Langsam fragte Meredith sich, ob dieses Mädchen einfach Panik vor allen Menschen hatte. Meredith konnte sich nicht vorstellen, dass sie irgendetwas Besonderes war.
Michelle hatte ja nichts mit Geistern zu tun. Oder?

Schließlich fing das Mädchen – Michelle wie sich herausstellte – an zu reden.
Da wo Meredith gehofft hatte endlich etwas mehr Klarheit in die Sache zu bringen, machte Michelle nur alles wieder kompliziert.
Sie war scheinbar aktuell keine Patientin mehr, war es aber mal gewesen.
Die Ärztin hatte den Namen Michelle Haven noch nie gehört – zumindest nicht im Krankhaus. Wenn sie sich nicht täuschte, war ein Mr. Haven im Rat.

Doch eine Michelle Haven kannte sie nicht. Vielleicht war sie hier Patientin gewesen bevor Meredith dort angefangen hatte.
Oder sie war geheilt worden und jetzt war die Krankheit wiedergekommen und sie hatte sich deswegen hier her verirrt. Das war die erste wirklich plausible Lösung die Meredith einfiel.

„Si-Sie werden m-mir nichts tun?“, fragte Michelle.
„Nein, ich verspreche es“, sagte Meredith. „Ich bin hier um zu helfen“

Michelle sagte: „I-ich glaube, i-ich bin krank. A-aber ich weiß nicht, was das für eine Krank-Krankheit ist.“
Meredith hatte ja bereits eine Vermutung, aber sie fragte lieber noch mal nach: „Was fehlt dir denn? Tut dir etwas weh oder ist es etwas anderes?“
Krankheiten waren zumindest etwas womit Meredith umgehen konnte. Michelle gehörte zumindest im Moment nicht zu diesen Dingen.

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BeitragThema: Re: Krankenhausbücherei   Do Okt 30, 2014 3:33 pm

Immer noch schien Meredith nicht den leisesten Verdacht zu haben. Irgendwie gefiel es Michelle, dass die Brünette sie so anschaute. Sie nahm Notiz von ihr, ohne dabei nur zu denken 'ein Geist, aha'. Lucas sah sie zwar auch an, doch er wusste ja, dass sie bereits tot war. Irgendwie brachte die Art, wie Meredith das Geistermädchen ansah, dazu, sich ein wenig lebendiger vorzukommen, als sonst. Es war ein schönes Gefühl.

Ihr Name schien ihr nichts zu sagen, doch das war nicht weiter verwunderlich. Sie hatte nie bedeutende Taten vollbracht, die in der Geschichte von Mystic Falls irgendwo vermerkt waren. Das einzige, was von ihrem richtigen Leben noch übrig war, war ein Grabstein, der von Unkraut überwuchert war. Das und nichts weiter mehr.

Meredith versprach, dass sie nur hier war, um zu helfen. Michelles Gesichtsausdruck verdüsterte sich ein wenig. Vielleicht konnte die Frau ihr sagen, was sie hatte - doch helfen konnte sie ihr nicht. Dafür war es zu spät.
"Was fehlt dir denn? Tut dir etwas weh oder ist es etwas anderes?", fragte sie sie.
Das Geistermädchen überlegte, als sie die erste Frage vernahm. "Was mir fehlt?!" Ihre Bücher fehlten ihr. Es fehlte ihr, die beruhigenden und beschriebenen Seiten umzublättern und den Geruch einzuatmen, während das Umblättern ein wohliges Geräusch verursachte. Ihre Eltern fehlten ihr - ihr fehlte es, wie sie in ihrem Haus nebeneinander her lebten ohne ein Wort mit ihr zu reden. Sogar die Leute aus der Schule, die immer ihre Schultasche in der Toilette versenkten und mit Dosen nach ihr warfen, fehlten ihr.
Doch am meisten waren es immer noch ihre Bücher.

"Mir fehlt …", fing Michelle an und stockte. Sie sollte Meredith lieber nichts davon sagen, was genau ihr fehlte.
"Es ist schwer zu beschreiben", meinte sie zögerlich. Wie sollte sie die Realitätsverschiebung nur jemanden erklären, der nicht genau wusste, wie genau sie aussah. Früher dachte sie ja, dass das bei allen Menschen so war - und dass sie nur die einzige war, die damit nicht klar kam.
Tat ihr während der Realitätsverschiebung etwas weh?
"Wenn mich Leute ansehen, dann passiert immer etwas Grauenvolles." Während sie darüber sprach, wurde ihr erneut schwindelig und der Boden begann zu schwanken.
Einzelne Worte trieben durch ihren Kopf, ohne einen Sinn zu ergeben. 'Bedeckt', 'flimmert', 'starb'. Kurz versuchte sie das Chaos in den Worten zu ordnen, indem sie versuchte, sich daran zu erinnern, wo sie die Worte gehört hatte, und wie die Worte einen Sinn ergaben.

Immer noch waberte der Boden, während die Brünette wieder an die Decke zu wachsen schien. Michelle schloss ihre Augen und automatisch wanderten ihre Hände auf ihr Gesicht, damit sie noch zusätzlich geschützt war. Und durch die Geste erinnerte sie sich wieder, was die Worte für einen Sinn ergaben.
Bedeckt ihr Antlitz! Vor meinen Augen flimmert's. Sie starb so jung …
Kaum dachte sie an die Worte wurde alles wieder normal. Der Boden hörte auf zu schwanken und Meredith war genauso groß, wie es normalerweise üblich war.

Das Geistermädchen atmete einmal tief durch und versuchte dann zu erklären, was genau passierte.
"Es ist, als wenn ich ganz tief fallen würde - aber in Wirklichkeit stehe ich ganz fest auf dem Boden. Die Geräusche, die ich dann höre, sie werden laut und düster. Was fern ist, kommt mir ganz nah vor. Die Menschen werden immer größer und ich werde immer kleiner. Alles … a-alles verändert sich dann."
Michelle glaubte, dass sie noch niemals so viele Wörter auf einmal ausgesprochen hatte. Doch ob die Brünette überhaupt verstand, was sie meinte?

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Meredith Fell
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BeitragThema: Re: Krankenhausbücherei   Mo Nov 03, 2014 7:45 pm

Meredith gehörte für gewöhnlich zu den Menschen die bei fast allem den Durchblick behielten.
Sie hatte im Medizinstudium alles verstanden, flippte in der Notaufnahme oder bei OPs nicht aus wenn etwas nicht so lief wie erwartet und selbst wenn sie wütend war fing sie höchst selten an zu schreien.
Meredith wusste, was zu tun war, was der nächste Schritt sein sollte, wie sie etwas angehen musste.
Das machte sie auch zu einer so guten Ärztin.

Doch irgendwie schien es seit ihrem Tod nur noch Berg ab mit ihrem schönen kühlen Kopf zu gehen.
Sie heulte unkontrolliert, drehte durch wenn sie Geister sah und wäre gestern fast vor ein Auto gelaufen.

Und jetzt, als wolle das Schicksal ihr noch mal richtig einen auswischen, weil ihr Leben im Moment noch immer nicht kompliziert war, war da dieses Mädchen vor ihr, welches nur absolut wirres Zeug redete und Merediths Theorien eine nach der andere zerschlug.
Wo war ihr Urteilsvermögen? Ihre Fähigkeit zu erkennen, was sie zu tun hatte?
Sie schienen sich in Luft aufgelöst zu haben.

Immerhin hatte Michelle aufgehört zu stottern, was Meredith als Sieg verbuchte.
Doch mehr Sinn machte sie deswegen trotzdem nicht.

"Es ist, als wenn ich ganz tief fallen würde - aber in Wirklichkeit stehe ich ganz fest auf dem Boden. Die Geräusche, die ich dann höre, sie werden laut und düster. Was fern ist, kommt mir ganz nah vor. Die Menschen werden immer größer und ich werde immer kleiner. Alles … a-alles verändert sich dann."


Vielleicht hätte irgendein Poet oder jemand der Literatur studiert hatte die versteckte Botschaft darin durchschauen können, doch Meredith war eine Frau der Wissenschaft und brauchte Fakten, um mit etwas arbeiten zu können.
Sie war einfach nur verwirrt.

Hatte Meredith auch so geklungen, als Lucas sie gefragt hatte was falsch war? Wollte oder konnte Michelle vielleicht einfach nicht in Worte fassen, was sie so sehr beschäftigte?
„Du hast also das Gefühl als verlierst du deinen Halt in der Welt?“, fragte Meredith in dem vagen Versuch das eben Gesagte zusammen zu fassen.
Das Gefühl kannte sie gut – vielleicht konnte sie damit etwas anfangen.

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Michelle Haven
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BeitragThema: Re: Krankenhausbücherei   Di Nov 04, 2014 8:49 am

Während sie der Ärztin schilderte, was genau sie empfand, wenn andere Menschen sie beachteten oder auch nur geringfügig ansahen, überlegte Michelle, was wohl der Grund dafür war, dass die Ärztin sie nun sehen konnte.
Sie arbeitete im Krankenhaus und verabreichte den Menschen, die sie behandelte normale Medizin. Keine Kräutertinkturen oder Zaubersprüche, die eine schnellere Heilung bewirkten. Wahrscheinlich war Meredith wirklich nur eine ganz normale Ärztin.
Hexerei schied also als Grund aus.

Sie wirkte auch nicht so wie Delia, als wenn sie von Gott geschickt wurde, um Gutes zu tun. Sie heilte keine Patienten durch bloßes Handauflegen oder Beten. Ein Engel war die Ärztin also auch nicht.
Das Geistermädchen konnte sich auch nicht vorstellen, dass sich Menschen erst nach einer gewissen Zeitspanne ihres Lebens als Hexen oder Engel entpuppten.

Das einzige, was Sinn machen würde, war, dass sie wie Lucas war. Was hatte er ihr erzählt?! Dass er gestorben war und nun wieder lebte. Doch im Krankenhaus gab es viele Patientin, die einige Sekunden lang tot waren und dann durch Herzdruckmassage oder ähnliches - vielleicht sogar von der Ärztin, die neben ihr saß, behandelt - wieder lebten.
War die Brünette tot gewesen?! Lucas sah schon länger Geister und konnte auch unterscheiden zwischen Lebenden und den Toten.
Doch Meredith schien nicht zu wissen, wann ein Lebender oder ein Geist vor ihr stand - sonst hätte sie schon längst gemerkt, was mit Michelle nicht stimmte.

Der fragende Blick der Ärztin, als das Geistermädchen ihre Beschreibung beendet hatte - bestätigte, was sie vermutet hatte. Meredith schien nicht zu verstehen, was sie meinte.
Vicki hatte also Recht. Michelle schien wirklich die Einzige zu sein, bei der diese Dinge passierten, wenn man sie ansah.
„Du hast also das Gefühl als verlierst du deinen Halt in der Welt?“, fragte die Brünette das Geistermädchen.
Kurz überlegte sie, nickte und schüttelte anschließend den Kopf.
„Es ist mehr so, als wenn die Wirklichkeit verzerrt wirkt.“ Wieder blickte sie die Ärztin an. „Als wenn ich in einem Spiegelkabinett wäre und die Welt durch so einen Zerr-Spiegel sehe.“ Michelle seufzte leise. „Ich weiß, dass das nicht real ist und dass das wahrscheinlich alles nur in meinem Kopf ist - aber es passiert leider immer … und immer immer wieder.“ Ihre Worte wurden leiser und leiser.

Mit einem traurigen Blick sah das Geistermädchen die Ärztin an. „Sie sehen aus, als würde sie etwas bedrücken“, sagte sie leise. Ob Meredith wohl so bedrückt schien, weil sie tot war und nun wieder lebte?!
Sofern das überhaupt der Wahrheit entsprach. Vielleicht war ja auch etwas ganz anderes der Grund dafür, dass sie sie sehen konnte.

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Meredith Fell
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BeitragThema: Re: Krankenhausbücherei   Sa Nov 08, 2014 6:37 pm

Meredith war froh, dass das Gespräch allgemein so klang, wie das von zwei normalen Menschen und nicht einer ratlosen Ärztin und einem verängstigten Kind.
Das sollte nicht heißen, dass Meredith sich an diesem Punkt noch als normal ansehen würde und auch nicht, dass sie inzwischen weniger ratlos war.
Aber sie befanden sich inzwischen auf dem richtigen Weg und das war irgendwie beruhigend. Michelles Situation war ihrer zwar ähnlich, lenkt sie aber trotzdem ab.

„Es ist mehr so, als wenn die Wirklichkeit verzerrt wirkt. Als wenn ich in einem Spiegelkabinett wäre und die Welt durch so einen Zerr-Spiegel sehe. Ich weiß, dass das nicht real ist und dass das wahrscheinlich alles nur in meinem Kopf ist - aber es passiert leider immer … und immer immer wieder.“
, antwortete Michelle.
Meredith wünschte sie könnte mehr damit anfangen, vermutete, dass es sich um irgendeine mentale Krankheit handeln musste. Aber sie wusste nicht genug.
Und bei dem was sie mit Lucas erlebt hatte, traute sie sich nicht, eine mentale Störung zu diagnostizieren.
Das Gerede über die Hölle, jetzt wo sie wusste, dass Dämonen tatsächlich real waren, war einfach ein zu großes Risiko.

Meredith überlegte, fragte sich, welchen Kollegen sie um Hilfe bitten konnte, dachte darüber nach, was Castiel gesagt hatte.
„Sie sehen aus, als würde sie etwas bedrücken“, sagte Michelle und fast hätte Meredith sarkastisch aufgelacht.
Michelle hätte sie mal gestern sehen sollen.

„Ich bin nur ein wenig durcheinander“, gab die Ärztin zu.
Und dann stellte sie eine Frage, die sie eigentlich vor langem aus ihrem Vokabular gestrichen hatte: „Was kann ich tun, um es besser zu machen?“

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Michelle Haven
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BeitragThema: Re: Krankenhausbücherei   Sa Nov 08, 2014 10:39 pm

Noch niemals hatte Michelle beschrieben, wie es sich anfühlte, wenn man ihr Beachtung zollte. Und das, was sie beschrieb, war nur der Bruchteil dessen, was sich tatsächlich abspielte. Und wahrscheinlich wirklich nur bei ihr.
Wenn es anderen bekannt gewesen wäre, hätten doch andere schon gesagt: 'Ach das! Ja, das passiert bei mir auch.' - doch sie scheute sich ja davor, andere auch nur anzusprechen. Vielleicht war sie nicht alleine mit diesem Problem.

Meredith hörte ihr aufmerksam zu. Immer noch sah sie sie so an, als wäre sie ein kranker Mensch, der medizinische Hilfe brauchte. Das Geistermädchen lächelte glücklich.
Die Ärztin schien über ihre Worte nachzudenken, doch wahrscheinlich konnte sie nicht aus dem Stegreif heraus sagen, was sie hatte.
„Sie können zu diesem Zeitpunkt noch keine Diagnose fällen. Wahrscheinlich wissen Sie noch nicht genug“, sagte Michelle leise und sah die Brünette an. „Aber … das, was mit mir passiert – das passiert Ihnen und anderen Menschen nicht, wenn man Sie ansieht, oder?!“, fragte das Geistermädchen vorsichtig nach.

Die Ärztin schien wirklich etwas zu bedrücken. Vielleicht ihr eigener Tod, vielleicht aber auch etwas anderes.
„Ich bin nur ein wenig durcheinander“, gestand Meredith ihr.
Das Geistermädchen nickte verständlich. In dieser Situation war sie auch schon gewesen. Einmal, als sie zum Vampir wurde und das nicht verstand. Und das zweite Mal, als sie als Geist neben ihrem toten Körper stand und auch das nicht verstand.
„Das kann ich nachvollziehen.“ Von einem Tag auf den anderen war Michelle nicht nur anders, nein, sie musste sich an den Gedanken gewöhnen, überhaupt kein Leben mehr zu haben.

Man versuchte sich an die Vergangenheit zu klammern. An Tage, wo alles noch normal war und nicht so … tot.
Auch wenn ihr Leben nicht gerade aufregend war, wünschte sie sich manchmal die alten Zeiten zurück, als sie andere Probleme hatte. Zwar hatte sie schon zu Lebzeiten Probleme damit, wenn andere Leute sie ansahen – doch es war nie so extrem gewesen. Nicht so ausgeprägt und intensiv.

„Was kann ich tun, um es besser zu machen?“
Die Frage riss das Geistermädchen aus ihrer Grübelei und sie sah zu der Brünetten auf. Sie wollte ihr scheinbar wirklich helfen.
„Das hat mich noch niemand gefragt.“ Sie lächelte kurz und überlegte. Konnte die Ärztin überhaupt noch etwas tun?! Michelle war schließlich ein Geist. „Und ich weiß auch nicht … ob … ob sie meine Situation ändern können.“

Selbst wenn sie psychisch krank sein sollte, könnte man daran etwas ändern?! Bei Lebenden sah das Ganze anders aus. Da ging man vielleicht zum Psychologen und bekam Medikamente und vielleicht half das. Doch bei dem Geistermädchen ging beides nicht. Konnte irgendetwas ihre Situation besser machen?!
Traurig blickte sie auf die Bücher in dem Regal vor sich.

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Meredith Fell
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BeitragThema: Re: Krankenhausbücherei   Sa Nov 15, 2014 1:04 pm

Michelle schien ehrlich überrascht, als Meredith fragte, was sie tun konnte um ihr zu helfen. Hatte dieses Mädchen denn niemand, der sich um sie kümmerte? Sie konnte nicht älter als 18 sein, wo waren ihre Eltern? Hatte man zu diesem Alter nicht auch eine beste Freundin, die an einem klebte wie Kaugummi?

„Und ich weiß auch nicht … ob … ob sie meine Situation ändern können.“, sagte sie traurig.
„Natürlich kann ich das“, sagte Meredith, obwohl sie sich wirklich überhaupt nicht sicher war. „Ich bin eine Ärztin, das ist meine Aufgabe“
Sie weigerte sich zu glauben, dass dieses seltsame, verängstigte Mädchen, das Schwerste war, was während ihrer Karriere im Krankenhaus auf sie zu kam.
Meredith hatte in der Notaufnahme gearbeitet, hatte in Not-Operationen Leben gerettet und war mit einem Geister-sehenden jungen Mann, so wie ihrem eigenen Tod fertig geworden.
Das hier würde sie auch irgendwie hinbekommen. Sie musste nur mehr darüber wissen.

Wie Michelle blickte sie also zu den vielen Büchern. Meredith war inmitten einer Quelle voller Material, dass ihr Informationen über Gott und die Welt und sicher auch das Problem geben konnte, unter dem Michelle litt.
„Pass auf, ich werde mich über deine Situation informieren. Ich gebe zu, es ist nicht zwingend mein Fachgebiet, aber hier gibt es haufenweise Bücher und ich hab mehr als einen Kollegen, der sich damit auskennt“, teilte sie ihren Plan mit. Für tatsächliche praktische Arbeit war sie vielleicht noch nicht bereit, aber wenn sie den Papierkram hinbekam, würde sie auch mit etwas Recherche klarkommen. „Warum gehst du nicht nach Hause oder irgendwohin wo du dich sicher fühlst und wir treffen uns in einiger Zeit wieder?“

Meredith schenkte ihr ein kleines Lächeln, das ihr Zusicherung geben sollte. Denn wenn dieses Mädchen eins brauchte, dann das Gefühl von Sicherheit.

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Michelle Haven
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BeitragThema: Re: Krankenhausbücherei   Sa Nov 15, 2014 9:03 pm

Die Ärztin war sich ganz sicher, dass sie Michelle bei ihren Problemen helfen konnte. Doch wahrscheinlich war sie das auch nur, weil sie weder wusste, dass Michelle ein Vampir war, noch, dass sie bereits ein Geist war.
Physische Hilfe war bei dem Geistermädchen ohnehin vergeblich. Doch vielleicht konnte man irgendetwas daran ändern, was in ihrem Kopf vorging. Sie wollte nicht immer wahrnehmen, was geschah, wenn man sie ansah. Sie war es leid, die Glocken in ihrem Kopf zu hören. Sie war diese ganze verdammte Realitätsverschiebung leid.

„Ich bin eine Ärztin, das ist meine Aufgabe“, sagte die Brünette zu ihr und sah dann auf die Reihe mit Büchern, vor welchen Michelle immer noch saß.
„Sie sind eine gute Ärztin“, meinte das Geistermädchen leise. Sie vermittelte ihren Patienten das Gefühl, bereits eine Lösung gefunden zu haben, obwohl sie noch nicht danach gesucht hatte. Nicht jeder Arzt konnte das.

„Pass auf, ich werde mich über deine Situation informieren. Ich gebe zu, es ist nicht zwingend mein Fachgebiet, aber hier gibt es haufenweise Bücher und ich hab mehr als einen Kollegen, der sich damit auskennt.“
Das Mädchen sah die Ärztin mit einem sanften Lächeln an. „Das … das … das würden Sie wirklich für mich tun?!“ Michelle konnte immer noch nicht begreifen, dass es tatsächlich jemanden gab, der zumindest bereit war, sich ihre Probleme nicht nur anzuhören, sondern auch den Eindruck vermittelte, etwas dagegen zu unternehmen.

„Das … das … ist … so …“ Das Geistermädchen stotterte, weil sie viel zu glücklich war, um normale Töne von sich zu geben. „Danke.“ Am liebsten wäre sie der Ärztin um den Hals gefallen, doch sie wusste, dass es keinen Sinn hatte. Es würde nur alles kaputt machen, wenn sie das tun würde.
Zum einen würde sie geradewegs durch Meredith durchfallen. Zum zweiten würde die Brünette dann sofort wissen, dass sie ein Geist war. Und wenn sie noch nicht wusste, dass sie Geister sehen konnte, würde sie damit vielleicht mehr psychische Probleme bekommen, als Michelle sie hatte.

„Warum gehst du nicht nach Hause oder irgendwohin wo du dich sicher fühlst und wir treffen uns in einiger Zeit wieder?“, schlug die Ärztin vor.
„Nach Hause?!“, echote sie leise. Ein richtiges Heim gab es für Michelle schon lange nicht mehr. Was war eigentlich ihre Heimat?! Sie hatte sich immer nur wohl gefühlt, wenn sie in der Nähe von Büchern war. Alleine und doch umgeben von Freunden.

„Ich werde versuchen, nach Hause zu gehen. Ich komme dann später wieder her.“ Sie erhob sich und schaute die Ärztin noch einmal dankbar an. „Danke, dass sie so nett zu mir sind.“
Das Glück war dem Geistermädchen hold, denn just in diesem Moment öffnete sich die Tür der Bibliothek und ein Patient kam mit einem Buch zurück.
Michelle nutzte die Zeit, um Meredith noch einmal zuzunicken und dann durch die offene Tür hinaus zu laufen. So normal wie es möglich war. Wenn sie bei der Brünetten auch nur einen Verdacht erregte, konnte es schlimm enden.

Als sie außer Sichtweite war und auch keine anderen bösen Geister – wie der Elefantentiger oder die böse blonde Hexe – in Sicht waren, konzentrierte sich Michelle und teleportierte sich fort.
Eigentlich wollte sie in den Zoo zu den Schildkröten. Doch bedauerlicherweise landete sie nur am Rande des Waldes. Aber sie war so gut gelaunt, dass ihr auch das nichts ausmachte.
Sie hatte jemanden gefunden, der ihr nicht nur helfen wollte, sondern es möglicherweise sogar konnte. Was sollte also noch Schlimmes passieren?

tbc: Waldrand

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Meredith Fell
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BeitragThema: Krankenhausbücherei   Mo Nov 17, 2014 5:33 pm

Michelle stimmte ihrem Vorschlag zu und verabschiedete sich dann.
Sie sprach noch immer in Rätseln, aber langsam schien Meredith zu verstehen, was sie wollte. Zumindest teilweise.

Meredith erhob sich und erlöste ihre protestierenden Knie, die definitiv der Ansicht waren, dass sie viel zu lange gehockt hatte.

Die Ärztin grüßte den Patient, der gerade herein kam. Es war ein älterer Herr, der wegen einer Blinddarm-Operation hier war und sich immer beklagte, dass die Lektüre, die die Krankenschwestern ihm brachten, wirklich langweilig war.
Seitdem er diese so wahnsinnig gemacht hatten, dass sie es nicht mehr aushielten, durfte er einmal am Tag in die Bibliothek um sich selbst etwas auszusuchen.

Zurück in ihrem Büro schaffte Meredith es für einige Zeit sich auf ihre Arbeit zu konzentrieren, doch immer öfter schweiften ihre Gedanken zu Michelle ab. Schließlich gab sie auf und ging zurück in die Bibliothek.
Dort las sie eine gute Stunde über Krankheiten die Michelle haben könnte, bis sie mit ziemlicher Sicherheit eine Panikstörung diagnostizierte.
Sie las darüber noch genauer und beschloss schließlich, in der städtischen Bibliothek zu gucken, ob es irgendetwas dazu gab, in Verbindung mit den religiösen Aspekten von denen Michelle gesprochen hatte.

Doch Meredith kam nicht bis zur Bibliothek.
Sie hatte ihr Auto geparkt und lief gerade über den Marktplatz, als nur wenige Meter von ihr entfernt eine Frau zu Boden fiel.
Das war der Moment in dem sie all ihre Unsicherheiten vergaß und einfach los rannte.
Ihre Instinkte kamen an die Oberfläche, die Ärztin in ihr war sofort da und das verängstige Medium vergessen.

Meredith überprüfte Atmung und Herzschlag. Die Frau schwebte nicht in akuter Lebensgefahr, wie sie erleichtert feststellte.
Als die Frau nicht auf Ansprechen oder Berührung reagierte, rief Meredith den Krankenwagen und führte eine komplette erste Hilfe hindurch, ohne auch nur einmal unsicher zu werden.

Natürlich waren Schaulustige aufgetaucht, doch niemand machte sich die Mühe ihr zu helfen, was sie leider nur all zu gut kannte.
Als der Krankenwagen endlich auftauchte fror sie bitterlich, da sie nur noch in einem dünnen Pulli da hockte, ihre Jacke hatte sie über die Frau gelegt.

Sie ließ die Sanitäter ihre Arbeit machen und hielt nur die Hand der Frau.
Auf halbem Weg zum Krankenhaus flatterten ihre Lider.
„Hey“, sagte sie ruhig. „Sie sind in Sicherheit. Alles wird wieder gut“

tbc: Marktplatz

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