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 Kaminzimmer

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BeitragThema: Re: Kaminzimmer   Fr Jun 02, 2017 12:08 pm

Die seltene Stille genießend lag Rebekah eine halbe Stunde später immer noch auf der Couch. Sie war zwar nicht müde, aber doch erschöpft von den vielen Reisen in den letzten Wochen. Gedankenverloren strich sie mit den Fingern über den Rand des Kristallglases und erzeugte damit sanfte Klänge. Für den Moment wirkte alles seltsam friedlich.

Das einzige was sie beunruhigte war, dass sie nach wie vor keine Ahnung über die Dämonen hatte. Es verunsicherte sie zu wissen, dass da noch andere Wesen waren, die angeblich stärker waren als ihre Familie und gleichzeitig war sie zu arrogant um es zu glauben. Über eintausend Jahre lang waren ihr diese Gestalten nicht untergekommen und jetzt plötzlich war von tatsächlicher Hölle die Rede? Als ihre Mutter sie erschaffen hat, hat sich die Natur mit allen Mitteln dagegen gewehrt. Solche Mächte, wie die die die Urvampire besaßen, sollten nicht auf Erden wandeln, also wieso sollte das bei Dämonen anders sein?

‚Was wenn die Dämonen schon davor da waren? Als es noch keine Natur gab um einzugreifen?‘, dachte sie, wobei sie das sofort wieder in den hintersten Raum ihres Gedächtnisses schob. Alleine beim Gedanken bekam sie eine Gänsehaut. Mit einem Schluck leerte sie ihr Glas und stand auf, um sich nachzuschenken. Gerade als ihr Glas wieder voll war und sie ihren Weg zurück zur Ruhe und Gemütlichkeit suchte, flog die Haustüre polternd ins Schloss und ließ die blonde Urvampirin aufhorchen.

In den nächsten zwei Sekunden war nichts mehr zu hören, weswegen sie darauf schloss, dass vermutlich Kol vollkommen rauschtrunken nach Hause gekommen war. Um ihrem Bruder, selbstlos wie sie war, aus seiner Misere zu retten, schlüpfte sie in ihre Stiefletten und marschierte geradewegs, mit dem Glas Whiskey in der Hand, in die Empfangshalle. Beim Gedanken wie er halb ohnmächtig und lallend auf dem Boden lag, musste sie schmunzeln.

„Kol, habe ich dir nicht letztes Mal schon gesagt, dass Trinkeskapaden im 21. Jahrhundert eine Peinlichkeit sind?“ sagte sie grinsend, als sie die Flügeltüre zur Empfangshalle mit Schwung öffnete. Das schadenfrohe Grinsen wich allerdings sofort aus ihren Zügen, als sie erkannte wer wirklich in ihr Haus eingedrungen war.

„Stefan?!“


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Stefan Salvatore
Vampire
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BeitragThema: Re: Kaminzimmer   So Jun 18, 2017 11:58 am

cf: Salvatore Boarding House

Stefan war erfüllt von Wut, und der Pegel stieg von Meter zu Meter, den er dem Anwesen der Ursprünglichen näher kam. Selbst nach Wochen an vergangener Zeit war er immer noch rasend wegen der Neuigkeit, dass Kol einem seiner Freunde das Genick gebrochen hatte. Matt hatte richtig Glück gehabt, denn hätte er den Ring von Jeremy nicht getragen, wäre er jetzt wirklich tot, und Caroline wäre am Boden zerstört. Seit diese Familie nach Mystic Falls gekommen war, entkamen sie alle immer wieder nur um Haaresbreite dem Tod! Es gab nur Ärger, wenn die Urfamilie ihre Finger im Spiel hatten! Klaus erpresste Elena und drohte damit, sie zu entführen, Rebekah hatte Damon gefoltert, weil ihr dessen Freundin blöd gekommen war und war dadurch vermutlich schuld an der Krise in deren Beziehung. Kol schlachtete die halbe Stadt ab und tötete scheinbar aus einer Laune heraus jemanden, den er noch nie zuvor gesehen hatte, ohne auch nur einen Tropfen seines Blutes zu trinken. Ein einziges Desaster!

Die Tür der Villa flog lautstark hinter ihm ins Schloss und noch während er nach Klaus rufen wollte, hörte er Schritte. Sie waren zu leichtfüßig, um dem Urhybriden zu gehören, und als er nur einen Moment darauf die Stimme seiner einstigen Liebe hörte, lief es ihm plötzlich eiskalt den Rücken runter. Auf eine Konfrontation mit der schönen Blondine war er nicht vorbereitet, und obwohl er auch auf sie schrecklich wütend und auch enttäuscht von ihr war, wusste er um ihr Wesen und konnte ihr nicht so einfach wehtun.

"Ich hätte eigentlich nach deinem Bruder gesucht, aber du musst mir für den Moment reichen. Ich weiß, was du mit Damon gemacht hast! Wir sollten reden."

Der Zorn in seiner Stimme war nicht zu überhören, und seine Hände waren an den Seiten zu Fäusten geballt. Der jüngere Salvatore wartete nicht einmal auf eine Antwort, er wandte sich einfach ab und ging in das angrenzende Zimmer, aus dem er damals während des Dinners von Elena und Klaus die Stimmen vernommen hatte.

tbc: Kleines Nebenzimmer mit Kamin

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BeitragThema: Re: Kaminzimmer   Di Jun 20, 2017 10:56 am

Rebekah stand einige Augenblicke lang wie versteinert da und starrte den jüngeren Salvatore einfach nur an. So sehr sie sich wünschte es wäre anders, versetzte ihr sein Anblick nach wie vor einen Stich ins Herz. 90 Jahre lang war sie in einem Sarg eingesperrt gewesen, weil sie sich gegen Nik und damit für Stefan entschieden hatte. Sie hätte einst alles für ihn geopfert, ihn nach 90 Jahren immer noch geliebt, aber er war weitergezogen. Hat sein Herz einer andern geschenkt und sie seither wie eine Fremde behandelt. Der Gedanke daran, brachte erneut Leben in ihren Körper und sie errang ihre Fassung zurück.

Wie von selbst verschränkten sich ihre Arme vor der Brust und sie trat von einem Fuß auf den anderen. „Was machst du hier?“ fragte sie mit einer Mischung aus Neugierde und Kälte. Sie wusste, er wäre niemals für sie hier her gekommen, doch das Mädchen in ihrem Innern wollte es dennoch glauben.

"Ich hätte eigentlich nach deinem Bruder gesucht, aber du musst mir für den Moment reichen. Ich weiß, was du mit Damon gemacht hast! Wir sollten reden." Rebekah schnaufte. Mittlerweile war ihr kleines Vergehen an dem attraktiven Schwarzhaarigen eine halbe Ewigkeit her und da nicht einmal Damon ihr das mehr übelnahm, hatte sie selten wenig Lust mit seinem Bruder darüber zu diskutieren. Stefan schien ihre Einwilligung allerdings nicht am Herzen zu liegen, denn er stürmte sichtlich erzürnt an ihr vorbei, direkt in das kleine Nebenzimmer. Ein zweites Mal schnaufte die Blonde, bevor sie am Absatz kehrt machte und ihm folgte.

„Nur zu deiner Information, mein Bruder ist nicht im Land. Ich weiß nicht wann genau er zurück kommt, aber ich werde dich augenblicklich kontaktieren, wenn es soweit ist, also wie wäre es wenn du deine Wut nicht an mir auslässt und nach Hause gehst?!“ fragte sie mit sarkastischem Tonfall und zog eine Augenbraue nach oben. „Ich bin mir sicher deine geliebte Elena vermisst dich schon und es wäre doch ein grausames Vergehen sie warten zu lassen!“

tbc: Nebenzimmer mit Kamin - Mikaelson Mansion
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Stefan Salvatore
Vampire
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BeitragThema: Re: Kaminzimmer   Sa Jul 15, 2017 8:02 pm

cf: Mikaelson Mansion - Kaminzimmer

Ein Außenstehender würde ihn vermutlich als dumm oder gar lebensmüde bezeichnen, immerhin wagte er sich direkt in die Höhle des Löwen und flaumte Rebekah blöd von der Seite an. Ihn kümmerte es nicht, er war einfach nur sauer und die Geschichte mit Kol hatte dem Ganzen dann noch die Krone aufgesetzt. Er war der Meinung, dass eine Entschuldigung allein das nicht wieder gut machen konnte, aber es wäre zumindest ein Anfang!

Die schöne Blondine war scheinbar überrumpelt über den unangemeldeten Besuch, denn sie hatten eine Vorgeschichte, mit der sie nicht so einfach abschließen konnte. Gut, es tat ihm trotz der jüngsten Geschehnisse leid für sie, schließlich war das, was sie gehabt hatten, echt und ehrlich gewesen, doch man hatte ihm die Erinnerungen an ihre gemeinsame Zeit genommen und nun hatte er Elena. Die Frau, die ihm mehr bedeutete als alles andere in seinem Leben. Wenn sie jemanden dafür verantwortlich machen wollte, dann musste sie sich an Klaus wenden!

"Was machst du hier?", wollte die Ursprüngliche wissen, und ihre Stimme war eiskalt, fordernd. Sie war ihm nicht nur körperlich überlegen, sie war hier auch zuhause. Er hatte definitiv eine Grenze überschritten, und indem er kommentarlos und mit hoch erhobenem Haupt an ihr ins angrenzende Zimmer gegangen war, konnte er nicht mehr zurück. Nach einem Augenblick des Zögerns folgte sie ihm schnaubend, hatte aber immer noch die Arme vor der Brust verschränkt, als sie vor ihm zum Stehen kam.

"Nur zu deiner Information, mein Bruder ist nicht im Land. Ich weiß nicht, wann genau er zurück kommt, aber ich werde dich augenblicklich kontaktieren, wenn es soweit ist, also wie wäre es, wenn du deine Wut nicht an mir auslässt und nach Hause gehst?!", erklärte sich die blonde Schönheit immer noch giftig und setzte sogar noch eins nach. "Ich bin mir sicher deine geliebte Elena vermisst dich schon und es wäre doch ein grausames Vergehen sie warten zu lassen!"

Wie er vermutet hatte! Rebekah konnte ihre Gefühle und ihr gebrochenes Herz hier nicht rauslassen. Elena war ihr ein Dorn im Auge, doch obwohl sie es sich vermutlich wünschte, konnte sie sie nicht wie gewohnt einfach aus dem Weg räumen. Nicht nur, dass sie Stefan damit endgültig von sich stoßen würde, sie hätte auch ihren rachsüchtigen Bruder im Genick, denn ihre Rivalin war die Doppelgängerin und der Schlüssel für die Erschaffung von Hybriden. Es war untertrieben diese Umstände Pech zu nennen, aber was Liebe anging, hatte die zierliche Urvampirin noch nie Glück gehabt. Stefan schnaubte ebenfalls, versuchte sich dann aber zu beruhigen und hier mit Vernunft etwas zu erreichen.

"Was ich zu sagen habe, ist auch für deine Ohren bestimmt. Kol treibt sein Unwesen in der Stadt und schlachtet die Leute aus Vergnügen ab. Ich denke, du kennst die Vorgeschichte dieser Stadt? Ihr mögt vielleicht nicht so einfach zu töten sein wie wir normale Vampire, aber Eisenkraut und Sonnenlicht kann euch dennoch etwas anhaben! Da du und Klaus die vernünftigen in eurer Familie seid, solltet ihr vielleicht mal mit ihm sprechen und ihn an die Leine nehmen. Keiner von uns kann eine Hetzjagd gegen unseresgleichen gebrauchen!"

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Stefan Salvatore
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BeitragThema: Re: Kaminzimmer   So Nov 05, 2017 10:57 am

Stefan hatte mit seinem Vorhaben eigentlich gute Absichten gehabt und etwas bewirken wollen, jedoch passierte in der Praxis alles ganz anders als er gehofft hatte. Rebekah war ohnehin nicht gut auf ihn zu sprechen, weil er sie vor den Kopf gestoßen und sich neu verliebt hatte, und auch Damon oder vielmehr Allison hatte ebenfalls zu der Wut, die sie ihm gerade entgegenbrachte, beigetragen. Es stand schlimmer für ihn als er es gebrauchen konnte, dennoch war auch er stinksauer und musste seine Vorwürfe an die Frau bringen. Die Mikaelsons machten nur Ärger, seit sie in die Stadt gekommen waren, und das musste endlich aufhören!

Ganz entgegen seiner sonstigen Beherrschung machte der jüngere Salvatore bei dieser Auseinandersetzung deutlich, wie ernst es ihm war. Dass Kol nicht einfach mordend durch die Stadt flanieren konnte und auch sie gefälligst die Hände von den Leuten, die ihm etwas bedeuteten, lassen sollte! Er wusste, dass sie seinen Bruder gefoltert und somit vielleicht mehr in ihm zerstört hatte als sie je wieder reparieren konnten! Unverzeihlich, wenn es nach ihm ging, aber Damon schien es ihr nicht nachzutragen, wie auch immer es dazu gekommen war. Auch diese Anschuldigung interessierte die schöne Blondine kaum. Es war etwas, dass die Urfamilie als willkommenes Übel betrachtete. Deren Mitglieder setzten ihren Willen durch, ob mit oder ohne Gewalt kümmerte sie dabei nicht. Es ließ Bekah kalt, dass er ihr am liebsten den Kopf abreißen würde, auch wenn er wusste, dass sie das großteils nur spielte, um jetzt keine Schwäche zu zeigen.

Ein Funken von Unsicherheit hatte sich bemerkbar gemacht, aber jemand, der die Urvampirin nicht kannte, hätte es sicher nicht erkannt. Sie hatte sofort bemerkt, wie sie drohte die Fassung zu verlieren, und so präsentierte sie einfach wieder ihre kühle Maske der Gleichgültigkeit.

"Ich habe zur Kenntnis genommen, dass mein Bruder dir auf die Zehen getreten ist. Wenn Nik wieder da ist, erzähle ich es ihm. Vielleicht... Du weißt ja, wo die Tür ist?"

Rebekah wartete keine Antwort ab. Sie kehrte ihm den Rücken zu und ging ohne weiteren Kommentar die Treppe hoch. Stefan war außer sich, denn wenn er etwas erreichen hätte können, dann war es bei seiner einstigen Liebe. Gut,
er hatte vielleicht nicht so gefühlt wie sie, aber er hatte dennoch sehr viel für sie übrig gehabt, das war kein Geheimnis. Er wäre deshalb beinahe von Mikael getötet worden, hätte Klaus ihn nicht manipuliert und weggeschickt.

Ein wütendes Schnauben war alles, was der brünette Vampir von sich gab, bevor er die Villa der Mikaelsons wieder verließ, denn er war nicht so blöd einen Kampf mit einem Ursprünglichen herauszufordern. Trotz der gemeinsamen Vergangenheit gab es für ihn keine Garantie, dass er hier lebend rauskommen würde, vielleicht würde er auch gefangen gehalten und ebenfalls gefoltert werden. Dafür hätte Bekah wesentlich triftigere Gründe!

Kopfschüttelnd machte er sich auf den Weg nach Hause, wobei ihm auffiel, wie kalt es draußen schon war. Eine dicke Schicht Schnee lag über dem gefrorenen Boden und ein eisiger Wind peitschte durch die kahlen Bäume.

tbc: Salvatore Boarding House - Stefan's Bedroom

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Gabriel
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BeitragThema: Re: Kaminzimmer   Mi Mai 16, 2018 9:57 pm

cf: Around the World, Paris -Frankreich


Es wurde immer behauptet Engel wären allwissend. Oder zumindest hatte Gabriel den Eindruck, dass war es immer, was jeder glaubte. Doch so war es ganz und gar nicht. Als Rowena davon sprach, dass das Bild aus einem besonderen Grund hier war, war da kein für den Engel sichtbarer grüner Neonpfeil oder leuchtender Rahmen, der ihm verriet, dass sie damit richtig lag. Für ihn war es ein Bild und nur die Schicksalsweberinnen hätten ihm wohl verraten können, ob Row damit Recht hatte. Da er schon häufiger bemerkt hatte, dass die Menschen (und offensichtlich auch andere Wesen) scheinbar Trost darin fanden indem sie nach Zeichen Ausschau hielten oder etwas auf das Schicksal schoben. Und manchmal mochte das ja auch so gewesen sein. Bestimmung. Gabriel war ein Engel, von daher glaubte er fest daran, dass manche Dinge geschehen mussten. Aus dem Grund konnte er auch die hartnäckige Weigerung der Winchesters nicht verstehen. Es war ihre Bestimmung. Früher oder später würde sie ihr Schicksal einholen. Der Erzengel hatte aber noch etwas gelernt - es war nicht immer angebracht, die Wahrheit zu sagen. So entschied er sich hier zu schweigen. Womöglich gab es für das Bild einen Grund und es war ihm vorherbestimmt, hier hängen zu bleiben. Womöglich war es nicht so. Gabriel sah keinen Grund das zu hinterfragen.

Außerdem war da noch eine Tüte Pralinen, die geleert werden musste. Vollgepumpt mit Zucker und entsprechend gut gelaunt, erkundigte er sich, wo er Rowena absetzen durfte. Wenig später fanden sie sich in dem Kaminzimmer wieder, in dem er schon mal auf Besuch gewesen war. Die Vampirin war ein zierliches Persönchen und der Flug mit einem Engel konnte da schon mal Nachwirkungen haben. Zumal er sie gleich zweimal in kurzer Zeit mitgenommen hatte. Und kurz zuvor war sie auch tot gewesen, nicht zu vergessen. Kaum das festen Boden unter den Füßen hatte, stolperte Rowena ihm entgegen. Aus dem ersten Impuls heraus, packte er ihre Arme und hinderte sie so am fallen. Der Erzengel geriet nicht mal Ansatzweise ins Schwanken, auch wenn er selber ebenfalls nicht sonderlich groß war. Rowena dankte ihm erneut und ein zartes Lächeln erblühte ebenso, wie der rosarote Ton auf ihren Wangen. „Scheint als wäre ich heut dein Schutzengel“, grinste Gabe und ließ sie wieder gehen, da sie nun auf sicheren Füßen zu stehen schien.

Sie überraschte ihn, denn statt ihn nach draußen zu geleiten, wurde ihm ein Wein angeboten. Vermutlich war ihr schon aufgegangen, dass der Engel ein Freund aller Arten von Gaumenfreuden war. Süßes war da an Nummer eins, doch ein guter Wein war ebenso nicht zu verachten. Ein erfreutes Lächeln überzog sein Gesicht und rechte bis zu seinen Augen. „Ich denke die Pralinen würden sich hervorragend mit etwas Wein verstehen. Vielleicht kannst du mir ja bei dem Glas Wein erzählen, was es mit diesen De Vere Sternen auf sich hat. Sind sie etwas besonderes oder war deine Familie einfach nur seit jeher Astrologieverliebt?“

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Rowena De Vere
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BeitragThema: Re: Kaminzimmer   So Mai 20, 2018 7:18 pm

Cf: Around the World – Paris, Frankreich

Der Erzengel grinste sie an. „Ich könnte keinen besseren Schutzengel haben“, sagte sie sanft, das Lächeln auf ihren Lippen ebenso zart wie die Röte auf ihren Wangen. Man wurde schließlich nicht jeden Tag von einem Erzengel aufgefangen und gehalten. Er hielt sie aber auch nicht länger als nötig. Als sie sich das erste Mal getroffen hatten, war der Engel so weit auf sie zugegangen, seine Gestalt für sie in einer Illusion zu ändern. Danach waren sie durch die eine oder andere Berührung gegangen, die eine gewisse Bindung zwischen ihnen entstehen hatte lassen. Gabriel war zu ihr gekommen, als er verletzt gewesen war, hatte darauf vertraut, dass sie ihm half. Jetzt war da keine Spur mehr von Schwäche, aber das Vertrauen war immer noch da. Es hatte einen Grund gehabt, weswegen Gabriel damals ausgerechnet zu ihr gekommen war. Ebenso hatte es einen Grund gehabt, warum Rowena zu dem Erzengel gebetet hatte, als sie sich selbst nicht mehr hatte helfen können, und auch Nik nicht, einfach weil ihr Geliebter nicht da gewesen war.

Ihr Angebot mit dem Glas Wein wurde angenommen. Mit einem Lächeln deutete die Vampirin auf die Couch, wo der Engel es sich bequem machen konnte. Als sie mit den gefüllten Weingläsern zurückkam, fand sie Gabriel mit Cookie. Sie konnte sich lebhaft vorstellen, wie sich die Szene abgespielt hatte. Cookie liebte es, von hinten auf die Lehne der Couch zu springen, sobald jemand auf der Couch saß. Sie stecke ihr Köpfchen mit Vorliebe in Haare, leckte an Ohrläppchen und verteilte Kopfnüsse aus lauter Übermut. Da die Katze so winzig war, konnte sie keinen Schaden anrichten. Die Prinzessin konnte nicht anders, als zu Lächeln. Wie sollte man das auch nicht bei einem solch drolligen Anblick.

Rowena reichte dem Engel das Glas Wein und Cookie nutzte die Gelegenheit, um zu ihr zu hüpfen. „Der Stern war schon immer Teil des De Vere-Wappens. Einer alten Geschichte nach waren es die Sterne, die den Weg von Frankreich nach England wiesen, als die De Veres in ein neues Leben segelten. Und dann ist da noch…“, sagte sie und brach dann ab. Unsicher nahm sie einen Schluck Wein aus ihrem Glas. Es war ein guter Tropfen. Rowena wusste guten Wein zu schätzen. Was sie allerdings nicht wusste, ob sie Gabe den Mythos um ihre eigene Person erzählen sollte. Es war schließlich ein von Menschen geschaffener Mythos.

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Gabriel
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BeitragThema: Re: Kaminzimmer   Sa Mai 26, 2018 9:11 pm

Gabriel folgte der Einladung und machte es sich auf der Couch bequem, während Rowena verschwand, um den Wein zu holen. Er war noch dabei seinen Blick ungeniert umherschweifen zu lassen, als etwas mit ihm unerwartet Kontakt aufnahm. Mit einem recht unmännlichen Quietschen zuckte er zusammen, als etwas feuchtes raues ihn am Ohr leckte. Bei Frauen fand er das ja noch erotisch, aber er bezweifelte, dass sich hinter Rowenas Couch ein leichtes Mädchen verbarg, dass unversehens fremde Männer anfiel. Als nächstes waren seine Haare dran und jemand warf den Motor direkt neben seinem Ohr an, zumindest klang es so. Gabriels Augen wurden schmal, den ein amüsiertes Schmunzeln überzog sein Gesicht, als er verstand. „Cookie“, sagte er und für einen Moment hörte das leichte Ziehen an seinen Haaren auf. Das Schnurren wurde gleich eine Spur lauter und Gabriel fragte sich, ob es je so ein verschmustes Schokocroissant gegeben hatte.

Rowena kam zurück und reichte ihm ein Glas, dass der Engel skeptisch gleich mal etwas fester hielt, doch das Kätzchen räumte freiwillig das Feld und ließ von seinem Kopf ab. Womit sämtlichen Rotweinunfällen vorgebeugt war. Cookie hatte nun bei Rowena Position bezogen, aber behielt ihn weiterhin im Auge. Gabriel dagegen richtete seine Aufmerksamkeit nun ganz auf seine Gastgeberin, welche daran ging seine Frage zu beantworten. Er nippte an dem süffigen Roten. Die Sterne als Wegweiser also. Nun, das war in der Seefahrt tatsächlich lange Zeit die einzige Navigationshilfe gewesen, abgesehen vom guten alten Kompass.

Meistens wirkte Gabriel sehr selbstbezogen und unaufmerksam. Doch das war Teil der Rolle, die er vor so langer Zeit angenommen hatte. Es wäre ein Fehler, zu glauben, dass er seinem Umfeld so wenig Aufmerksamkeit schenkte. Bis eben scheinbar noch mit dem Wein beschäftigt, musterte er die Prinzessin nun aufmerksam über den Rand seines Weinglas hinweg. Ihr Satz hing unvollendet zwischen ihnen in der Luft. Lediglich mit den Augen verfolgte Gabriel, wie sie von dem Wein trank. „ … die Sache, wegen der dein Verlobter die Sterne gemalt hat?“, mutmaßte Gabriel und trank nun seinerseits einen Schluck Wein. „Ich weiß, ich bin schrecklich neugierig“, bekannte er mit einem echten Lausbubengrinsen und ohne die Spur eines schlechten Gewissen. Seine Neugierde und auch seine vorwitzige Art, hatten ihn schon des Öfteren in Probleme gebracht.

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Rowena De Vere
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BeitragThema: Re: Kaminzimmer   Di Mai 29, 2018 10:06 pm

Cookie hatte ihrem Erkundungstrieb nachgegeben, aber war befriedigt genug von ihrer Begegnung und gab sich nun mit Rowena zufrieden. Sie schnurrte leise und machte es sich bequem, während die Vampirin an ihrem Wein nippte und Gabriel die Frage beantwortete, die er ihr gestellt hatte. Zumindest sagte sie ihm einen Teil, denn bei dem zweiten Grund fragte sie sich doch, wie es sich in den Ohren eines Engels wohl anhören musste. Es waren die Gedanken von Menschen, deren Bildungsstand nicht einmal ansatzweise mit der „normalen“ Bevölkerung der Staaten vergleichen konnte, die en Mythos der Sternenprinzessin geschaffen hatte. Für einen Engel musste sich das doch total blasphemisch und albern anhören.

Gabriels Augen sahen sie über den Rand des Weinglases hinweg an und ganz wohl fühlte sie sich nicht dabei. Seine Vermutung war ganz richtig. Nik hatte die Sterne auf das Kleid nicht gemalt, weil sie ein Teil des Familienwappens der De Veres waren, sondern weil man sie zur Sternenprinzessin gemacht hatte und er diese Geschichte natürlich nur allzu genau kannte. „Ja“, sagte sie leise und mit einem leicht melancholischen Blick in die Ferne. Sie nahm sich einen Moment, um ihre Gedanken zu sammeln, ehe sie sich wieder dem Erzengel zuwandte. Unsicherheit spiegelte sich in ihren Augen wieder.

„Für dich ist das bestimmt total albern“, murmelte sie kaum hörbar und nahm noch einen Schluck Wein. „Es ist auch irgendwie albern, aber es bedeutet etwas. Als mein Tod verkündet wurde, haben mich die Menschen zur Sternenprinzessin gemacht, ihre geliebte Prinzessin, die zu früh gestorben und zu den Sternen gegangen ist. Immer mehr Geschichten entstanden und der Mythos der Sternenprinzessin Rowena De Vere wird heute noch den Kindern in England erzählt.“ Rowena sah Gabriel nicht dabei an. Der Vampirin ging es nicht darum, dass die Menschen ihren Namen zu einer Legende haben werden lassen. Was sie derart daran berührte, war der Fakt, dass die Menschen sie geliebt hatten. Rowena hatte sich immer bemüht, den Menschen etwas zu geben, ihr Leben besser zu machen, selbst wenn es für sie als Frau schwierig gewesen war. Was die Menschen nach ihrem Tod gemacht hatten, hatte ihr gezeigt, dass sie ihre Versuche nicht völlig wirkungslos geblieben waren. Sie hatte einen Platz im Herzen dieser Menschen gehabt und das war etwas, das ihr wirklich etwas bedeutete.

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Gabriel
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BeitragThema: Re: Kaminzimmer   Sa Jun 09, 2018 7:33 pm

Gabriel trug eine gewisse Faszination für die Schöpfung seines Vaters in sich. Wie sollte er auch nicht? Allerdings waren die Möglichkeiten eines Tiers doch recht eingeschränkt und ihre Entscheidung wenig spannend, waren sie doch zum Großteil rein Instinktgesteuert. Sie wurden von den beiden Punkten Ernährung und Arterhaltung getrieben. Den Menschen jedoch hatte sein Vater etwas mehr mit in die Wiege gelegt. Freier Wille und dieser trieb durchaus seltsame Blüten. Hatte sein Vater dies so vorhersehen können?


Der Erzengel wusste es nicht, doch die Folgen konnten die Engel nicht ignorieren. Menschen wie die Winchesters brachten das komplexe Gefüge aus Vorbestimmung und Schicksal ins Wanken, indem sie genau davon Gebrauch machten. Oder folgten sie damit am Ende doch nur wieder einer Bestimmung? Niemand konnte mit Sicherheit sagen, wann diese Zeit kommen sollte, wo die beiden Männer die Hüllen der Erzengel sein sollten. Wenn man jedoch im Himmel fragte, so herrschte dort die Meinung vor, dass es eher gestern als heute der Fall sein sollte. Das waren jedoch Fragen, mit denen sich andere als er beschäftigen sollten.


Seine Mundwinkel hoben sich zu einem schnellen Lächeln, als Rowena auf seine Frage hin meinte, er würde die Antwort bestimmt als albern empfinden. Warum sie dieser Meinung war, erschloss sich Gabriel nicht so recht. "Probier es aus", verlangte er daher schlicht und war nun selber doch recht Neugierig, was sich für eine Geschichte hinter den Sternen verbarg. Sie antwortete ihm nicht sofort, sondern ihr Blick schweifte in die Ferne. Gabriel drängte nicht weiter, weil er sich sicher war, sie würde noch anfangen zu reden. Manche Geschichten wollten erzählt werden. Sie waren dazu erschaffen worden und hatten ebenso die Geschichte überdauert.


Seine Brauen hoben sich, als Rowena ihm erzählte, was ihr Tod in der Bevölkerung ausgelöst hatte. "Du bist zu ihrer Jeanne d’Arc geworden", sagte Gabriel und betrachtete die Frau vor sich nun mit etwas anderen Augen. "Nur das dieses arme Bauernmädchen nicht mehr Zeuge dessen werden kann, was man aus ihrer Geschichte gemacht hat. Doch ich wette sie wäre überrascht, dass man heute noch von ihr spricht." Er leerte sein Glas mit einem vielleicht etwas größerem Schluck, als man für angebracht halten würde. "Wir beide wissen, dass es gerade für die einfachen Menschen eine harte Zeit war. Für manche ist es das auch noch heute. Eine Fähigkeit der Menschen ist es Trost in den ungewöhnlichsten Dingen zu finden. Es ist nicht albern, Rowena. Es ist nur menschlich", sagte der Erzengel ungewohnt ernst und sah ihr dabei fest in die Augen. Das die seinen gerade alles andere als menschlich wirkten, unterstrich seine Aussage nur noch.

Er wusste nicht, warum ihr diese Geschichte peinlich sein sollte. Immerhin hatte sie diesen Mythos nicht selber geschaffen, um unsterblich zu werden. Es war ohne ihr Zutun passiert. "Nun, wie sagen die Menschen immer? Du kannst so alt sein wie ein Haus und immer noch etwas Neues lernen", fuhr er nun wieder ganz in seinem üblichen Plauderton fort und stellte das Glas auf den Tisch zurück. Er erhob sich und neigte zum Dank den Kopf. "Passt auf euch auf, Sternenprinzessin."

Mit einem Zwinkern verschwand der Erzengel. Eine bekannte Präsenz hatte kurz seinen Geist gestreift und er wollte sich vergewissern, dass er sich nicht getäuscht hatte.

tbc: ??




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Rowena De Vere
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BeitragThema: Re: Kaminzimmer   Di Jun 19, 2018 8:52 pm

Gabriel lachte sie nicht aus für das, was sie ihm erzählte. Es musste lächerlich für einen Engel sein, aber tatsächlich zog er lediglich die Augenbrauen ein bisschen nach oben, sah sie sonst aber lediglich mit aufmerksamen Augen an, fast so, als hätte sich mit ihren Worten etwas geändert. Rowena war immer noch die selbe. Eine Geschichte änderte nichts daran, zumal es mittlerweile nur noch eine Legende in England war. Da war niemand mehr in den englischen Bevölkerung, der behaupten könnte, er kannte Rowena De Vere noch und wüsste, wie es wirklich gewesen war. Die Geschichte von Jeanne d’Arc hatte Einzug in die Weltliteratur gefunden. Mit ihr wollte sich die Prinzessin nicht vergleichen.

Seine Worte sorgten für einen kalten Schauer, der ihr über den Rücken lief. In diesem Moment war so offensichtlich, dass Gabriel ein himmlisches Wesen war. Trotzdem scheute sie nicht vor ihm zurück, einfach weil er in diesem Moment zwar himmlisch und absolute Überlegenheit ausstrahlte, aber nicht auf eine Art, als würde er diese Überlegenheit gegen sie einsetzen. Ihre hellen Augen sahen ihn offen an. Rowena wusste nicht, was sie darauf erwidern sollte, weswegen sie schwieg. Sie war in einer Zeit geboren und gestorben, in der die Menschen verzweifelt nach etwas suchten, an das sie all ihre Hoffnungen und Ängste hängen konnten, wenn der Glaube allein nicht mehr genügte.

Der plötzliche Umschwung brachte sie zum Lächeln, zumal sich Gabriel den Wein regelrecht in den Mund kippte. Dass gerade ein Engel so etwas sagte, war interessant, aber vermutlich stimmte es sogar. Menschen schafften es immer wieder, einen zu überraschen. Egal ob das nun durch Taten oder Worte geschah. "Dem kann ich nicht widersprechen", sagte sie leise und nahm einen Schluck aus ihrem Weinglas.

Gabriel wirkte nicht mehr so ruhig wie zuvor, und so kam es nicht wirklich überraschend, als er aufstand, und sich verabschiedete. Rowena erhob sich ebenso, knickte, als er sie Sternenprinzessin nannte. „Du auf dich auch, Erzengel Gabriel“, sagte sie leise, als er verschwand. Einen Moment blieb sie unschlüssig stehen, bis sie ihr Weinglas lehrte. Sie räumte die leeren Gläser weg und ging ins Bad, um sich mit einer ausgiebigen Dusche den Reisestaub vom Körper zu waschen.

Von keinem der Mikaelsons war etwas zu sehen, und da die Vampirin nicht müde war, machte sie sich auf den Weg in die Stadt. Schon seit einer wollte sie in der Bibliothek nach Bastelideen für die Hochzeit schauen, außerdem war sie an einer Arbeit für die Uni dran. Die Bibliothek in Mystic Falls war durchaus erstaunlich. Gut gelaunt ging die Prinzessin durch die winterliche Landschaft und genoss die Schönheit, die sich ihr bot. Der Wald sah aus wie ein Märchenwald.

In der Bibliothek war es fast leer. Kein Wunder, eigentlich hatte sie schon geschlossen, und nur noch Besucher mit besonderer Genehmigung hatten Zutritt. Nahezu lautlos schwebte sie durch die Gänge, wurde aber merklich vorsichtiger, als sie jemanden bemerkte. Es war nicht der Fakt, DASS da jemand war, der sie zögern ließ, sondern die Tatsache, dass dieser jemand männlich war. Die Prinzessin scheute nach wie vor Männer und dieser hier war auch noch ein Vampir. Er blickte nicht von seinem Buch auf, als er sie begrüßte, was schon gegen die gute Etikette verstieß, aber es machte es für die Dunkelhaarige leichter. Er war groß, fast schon riesig im Vergleich zu Rowena, die die 1,60m-Grenze nie erreicht hatte.

„Guten Abend“, erwiderte sie leise mit ihrer hellen melodischen Stimme. Ihr Blick streifte ihn, ohne ihn direkt anzusehen.

Tbc: Bibliothek

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