StartseiteKalenderFAQSuchenMitgliederNutzergruppenAnmeldenLogin

Austausch | .
 

 Kleines Nebenzimmer mit Kamin

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach unten 
AutorNachricht
Niklaus Mikaelson
MODERATOR | Original Hybrid
avatar


BeitragThema: Kleines Nebenzimmer mit Kamin   Di Jan 05, 2016 1:02 pm

***

___________________

Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Niklaus Mikaelson
MODERATOR | Original Hybrid
avatar


BeitragThema: Re: Kleines Nebenzimmer mit Kamin   Mo Feb 22, 2016 3:09 pm

Das Essen war bereit, um angerichtet zu werden, und der Wein zierte in schönen Kristallgläsern den Tisch, während der Ursprüngliche auf die Ankunft der Doppelgängerin wartete. Er war zuversichtlich, dass sie sich seinem Willen beugen und alles nach Plan ablaufen würde, denn ihre Lieben bedeuteten ihr zu viel, als dass sie riskieren würde, dass sie ihretwegen zu Schaden kommen würden. Ein zufriedenes Grinsen lag auf Nik's Lippen, als er aus dem Fenster zum aufgehenden Mond hinaufsah. Beim Anblick der leuchtend weißen Kugel erfüllte es ihn mit Zufriedenheit und Wohlgefühl, was sehr wahrscheinlich an dem Werwolf in ihm lag. Im Haus war es weitestgehend ruhig, denn Rebekah und Rowena waren immer noch am Werkeln, wobei er sich immer noch davor hütete sie zu belauschen. Seine Schwester würde ihm den Kopf abreißen, würde sie das herausfinden! Das ging außerdem zu weit, denn was die beiden da oben besprachen und planten, sollte bestimmt eine Überraschung für ihn werden.

Als er Schritte vor der Tür hörte, dachte er erst, dass Elena endlich eingetroffen war, doch als er genauer hinhörte, merkte er, dass es Hayley war, die ihn aufsuchte. Er kam ihr zuvor, öffnete ihr und begrüßte sie breit lächelnd.

"Was kann ich für dich tun, little wolf? Du kommst doch sicher nicht ohne Grund so spät zu mir."

Als sich der Hybrid die Miene seines Geschöpfes genauer besah, merkte er, dass wirklich etwas vorgefallen sein musste. Etwas lag ihr auf der Zunge und es schien wichtig zu sein, weshalb das Lächeln auf seinem Gesicht erlosch. Mit einer ausladenden Gäste mit seinem Arm bat er die zierliche Schönheit herein und führte sie in das Zimmer, in dem er später auch die junge Gilbert empfangen würde. Klaus goss sich und Hayley etwas Bourbon ein und fragte, was geschehen war, als er ihr eines der Gläser übergab.

___________________

Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Hayley Marshall
Hybrid
avatar


BeitragThema: Re: Kleines Nebenzimmer mit Kamin   Mo Feb 22, 2016 9:39 pm

cf: Wald

Gerade als Hayley im Begriff war, die Tür aus eigener Kraft zu öffnen, schwang diese auf und ein breit grinsender Niklaus Mikaelson trat vor sie. Scheinbar hatte er gehört oder gerochen, dass sie vor der Tür stand, anders wäre die Begrüßung nicht zu erklären. Und trotz ihrer wirren Gedanken um Himmel, Hölle, Allison und all den anderen Mist, den sie heute gehört hatte, konnte sie sich ein kurzes schiefes Schmunzeln nicht verkneifen. "Ich komme nie, ohne Grund. Das solltest du nach dem letzten Mal wissen." Sie zuckte kurz mit einer Braue und sah dann zu, wie das Grinsen ihres Schöpfers einem ernsten Blick wich. Er schien unwiderruflich zu spüren, dass der jungen Hybridin, seiner Kreation, etwas auf der Seele lag, mit dem wahrscheinlich nicht zu spaßen war.

Nachdem die dunkelhaarige Schönheit der einladenden Geste von ihm gefolgt war, fanden sich beide Hybriden kurz darauf in einem netten kleinem Zimmer wieder. Ein Feuer brannte im Kamin, ein paar Kerzen gaben dem Raum eine wohlige Stimmung und die verwandelte, junge Frau konnte einen unbeschreiblich appetitlichen Duft wahrnehmen. Die Köche hatten es wohl drauf.
Aber Klaus' Frage und das Glas Bourbon, das ihr gereicht wurde, brachte Hayley zurück zu den wichtigen Dingen. Sie nippte am Glas und genoss kurz das sanfte und wohltuende Brennen in ihrem Hals.

"Ich hab heute das ein oder andere Neue erfahren. Über Allison - wobei ich sie im Endeffekt vielleicht ein klein wenig vergrault habe - und über die übernatürliche Welt. Mal was von Engeln gehört?", sie sah den großen Ursprünglichen mit einer in der hinteren Hosentasche versteckten Hand an. Erst unverwandt, dann vollkommen ernst. "Ich habe einen getroffen, als ich auf der Jagd einen ziemlich interessanten, lebendigen Fund gemacht habe."

___________________


Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Niklaus Mikaelson
MODERATOR | Original Hybrid
avatar


BeitragThema: Re: Kleines Nebenzimmer mit Kamin   So Feb 28, 2016 3:01 pm

Sein Gefühl hatte ihn nicht getäuscht, es war tatsächlich etwas vorgefallen. Nik hatte es bereits an der Miene seines Gegenübers erkannt, doch sein Geschöpf war so nett gewesen, frei heraus zu erklären, dass es immer einen Grund gab, wenn sie auftauchte. Scheinbar, ja... Bisher waren sie direkt aufeinandergetroffen, als er sie verwandelt hatte, danach war der Ball gewesen, und das letzte Mal hatten sie eine durchaus amüsante und nützliche Reise nach New Orleans unternommen, um mehr über die Vergangenheit der zierlichen Brünetten herauszufinden. Eben diese hatte sich keine Sekunde aufhalten lassen und war direkt durch in das Zimmer, das der Ursprüngliche für ihr Gespräch vorgesehen hatte, marschiert. Der Bourbon schien ihr dazu auch sehr gelegen zu kommen, was ihrem Schöpfer noch einmal verdeutlichte, wie ernst die Lage sein musste.

"Ich hab heute das ein oder andere Neue erfahren. Über Allison - wobei ich sie im Endeffekt vielleicht ein klein wenig vergrault habe - und über die übernatürliche Welt. Mal was von Engeln gehört?", rückte Hayley schlussendlich mit der Wahrheit raus, nachdem sie einmal an ihrem Glas genippt hatte. Bei dem Urhybriden hinterließ das eine in Falten gezogene Stirn und er nahm ebenfalls einen Schluck, ehe er die Arme vor der Brust verschränkte. Allison war eine Sache, darum würde er sich kümmern, doch Engel? Natürlich hatte er schon von diesen Kreaturen gehört, doch die leider traurige Wahrheit war, dass er gegen keine von ihnen etwas ausrichten konnte. Rowena war diejenige, die herausgefunden hatte, wie man sie loswurde, wenn auch nur kurzfristig, und vermutlich kamen sie dann stocksauer zurück und übten Rache an demjenigen, der sie verbannt hatte. Doch was war mit den Dämonen?

"Engel gibt es, ja. Hier in Mystic Falls kamen sie mir das erste Mal in die Quere, als ich den Fluch, der mich davon abhielt ein Hybrid zu sein, brechen wollte. Sie wären beinahe erfolgreich gewesen, sie und ihre Handlanger, diese lästigen Jäger!" Er trank den Rest seines Bourbons und füllte das Glas anschließend wieder auf. "Das ist nur unglaublicherweise noch nicht alles. Es gibt auch den Gegenpart, Dämonen sind genauso Realität und bisher habe ich leider noch keinen Weg gefunden, wie ich diese Biester loswerde. Sie sind beide gefährlich, also pass in Zukunft auf dich auf, okay? Hat dich der Engel bedroht? Was hat er eigentlich gesagt?"

___________________

Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Hayley Marshall
Hybrid
avatar


BeitragThema: Re: Kleines Nebenzimmer mit Kamin   Mi März 09, 2016 9:34 pm

Die in Flaten gelegte Stirn ihres Gegenübers, sprach für sich. Hayley hatte sich nicht in absichtliche Gefahr bringen wollen, um so ihrem Schöpfer Sorgen auf die Schultern zu laden. Aber woher hätte die junge Hybridin auch wissen sollen, dass mit ihrer heutigen Beute so vieles nicht stimmte?! Feuer war eine Sache. Eine Sache, die sie nicht weiter verunsichert hätte. Aber die Tatsache, dass das Blondchen von heute ihr Blut zum Kochen hatte bringen können, war eine andere Nummer. Eine Größere, die Hay bei keinem anderen Wesen gesehen hatte.

Dass scheinbar auch Dämonen existierten und Klaus das nun auch noch bestätigte, führte bei der kleineren, zierlichen Schönheit zu zusammengezogenen Brauen. Ihre Stirn legte sich in sanfte, kleine Fältchen. Die Bitte zu mehr Vorsicht und die Gegenfragen ihres Erschaffers wunderten sie da nicht weiter, doch bevor sie antwortete, leerte Hayley ihr Glas und lehnte sich sichtlich entspannter als zuvor gegen den Rand des Kaminsimses. Es war wirklich ein sehr beruhigender Gedanke, dass sich der Urhybrid in gewisser Weise um sie sorgte. New Orleans hatte seinen Teil dazu beigetragen und sich musste sich bei diesem Gedanken doch ein kleines zufriedenes Grinsen verkneifen.

"Ich hatte nicht die Absicht, mich in Gefahr zu bringen. Aber ich werde die Augen offen halten...", sagte sie und stellte das Glas auf dem Sims ab, verschränkte dann locker die Arme vor der Brust, ehe sie wieder zu Klaus auf sah. "Und der Engel war eigentlich nicht derjenige, auf den ich getroffen bin. Er ist zu meiner Beute und mir gestoßen, als die Möchtegern-Hexe, die keine war, mich mit Feuer von sich fern halten wollte. Ich hab keine Magie bei ihr gespürt und ich habe bisher auch kein Wesen kennengelernt, die es geschafft hätte das eigene Blut zum Kochen zu bringen. Zudem kannte das Blondchen den Engel, der dann aufgetaucht ist und Vermittler gespielt hat... Außerdem hat ihr Blut komisch geschmeckt. Nicht menschlich."

Hayley überlegte immer noch was sie gewesen sein könnte. Konnte es sein, dass ihre Beute bereits den Gegenpart zu den Engeln bildete und ein Dämon war? Die ehemalige Wölfin hatte keine Ahnung, dennoch sollte Klaus wissen, was da in Mystic Falls rumlief. Nach einem schweifenden Blick durch den Raum, zog die dunkelhaarige Schönheit eine Braue in die Höhe und sah ihren Schöpfer fragend an. "Erwartest du jemanden?"

___________________


Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Niklaus Mikaelson
MODERATOR | Original Hybrid
avatar


BeitragThema: Re: Kleines Nebenzimmer mit Kamin   Do März 10, 2016 10:17 pm

Das Blut des Doppelgängers war kostbar und leider begrenzt, vor allem, wenn Elena weiterhin mit einem Vampir zusammen blieb und dadurch die Blutlinie nicht fortsetzte. Es war also verständlich, dass er sich um den Fortbestand seiner eigenen sorgte, und da gehörten die Hybriden nun mal dazu! Mit Allison stand er auf Kriegsfuß und Tyler war in diese Sache reingerutscht, weil er das Gen in sich trug. Der einzige seiner zweiartigen Abkömmlinge, zu dem er ein entspanntes und fast schon freundschaftliches Verhältnis pflegte, war Hayley. Vielleicht hegte er deshalb auch etwas persönliche Sorge in Bezug auf sie, aber um das rauszufinden, müsste er sich tiefergehend damit beschäftigen und dafür fehlte ihm im Augenblick die Zeit. Er hörte sich lieber an, was die brünette Schönheit zu sagen hatte und versuchte sie zu warnen und ihr Ratschläge zu geben, wie sie sich aus der Gefahrenzone raushalten konnte. Zweifellos war diese Frau dazu im Stande sich selbst zu helfen, allerdings konnte sie gegen Engel und Dämonen nicht mal annähernd etwas ausrichten, wenn nicht mal er es konnte!

Es war verstörend zu hören, dass es nun auch noch eine Hexe in Mystic Falls geben sollte, die das Blut in den Adern brennen lassen konnte. Er war vertraut mit ihren Tricks und wusste um die ein oder andere spezielle Begabung, doch das war neu und gefiel dem Ursprünglich ganz und gar nicht!

"Hör zu, das ist alles andere als Spaß, Liebes. Meide diese Wesen, wenn dir dein Leben etwas wert ist, und ich setze meine Leute auf diese Sache an. Jede Spezies hat ihren Schwachpunkt, man muss ihn nur finden."

Ihre beiden Gläser waren schnell geleert, doch als der Urhybrid nachschenken wollte, wurde er von seinem Geschöpf gefragt, ob er denn Besuch bekam. Ja, tatsächlich! Dank der Neuigkeiten hatte er vollkommen vergessen, dass Elena bald hier sein würde, weshalb er den gedeckten Tisch und den Duft nach Essen kurz erklärte.

"Wir reden später, wenn das hier vorbei ist. Maddox wird noch heute Abend damit beginnen eine Lösung für dieses... Problem zu finden. Ich melde mich!"

Zugegeben, es war ein abrupter Abschied, aber das Dinner mit der jungen Gilbert hatte Priorität. Er musste endlich die Fronten abstecken und noch einmal klären, dass er das Sagen hatte. Ihm entglitt in letzter Zeit über in so vielen Dingen die Kontrolle, dass er sich wenigstens diesbezüglich sicher sein wollte! Just in diesem Moment hörte er ein Auto die Auffahrt hochfahren und musste Hayley deshalb höflich aber streng hinauskomplimentieren.

___________________

Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Hayley Marshall
Hybrid
avatar


BeitragThema: Re: Kleines Nebenzimmer mit Kamin   Mo März 14, 2016 3:18 pm

Dass Engel nicht zu den gesündesten Wegbegleitern gehörten, hatte Hayley ja scheinbar schon mal feststellen müssen, sonst hätte Gabriel ihr wohl nicht deutlich gesagt, dass er sie schon bei ihrer ersten Begegnung hätte umbringen können. Von dieser Begegnung hatte sie zwar keine Ahnung mehr, aber das spielte nun auch keine große Rolle mehr. Was zählte, war die Gegenwart und in dieser legte Klaus ihr deutlich ans Herz, dass sie sich lieber vor Engeln als auch Dämonen fernhalten sollte. Sie nickte. Jetzt musste sie nur noch wissen, wie sie jene höllischen oder himmlischen Wesen erkannte, dazu konnte sich Hay aber später auch noch Gedanken machen.

Denn scheinbar hatte die junge Hybridin den Urhybriden im rechten Augenblick an sein heutiges Vorhaben erinnert, so dass er ihr kurz und knapp erklärte, was heute Abend noch geschehen würde. "Gut, gut... dann sollte ich wohl nicht weiter stören", sagte sie, und stieß sich sachte vom Rande des Kamins ab, nahm aber dabei das leere Glas mit stellte es auf dem kleinen Tischchen ab, auf dem auch die Flaschen des Hochprozentigen Platz nahmen.

"Wir reden später, wenn das hier vorbei ist. Maddox wird noch heute Abend damit beginnen eine Lösung für dieses... Problem zu finden. Ich melde mich!" Hayley nahm das kommentarlos hin und nickte akzeptierend. Heute würde man ohnehin nicht mehr viel gegen das sogenannte Problem machen können. Gerade weil nur einen winzigen Augenblick später eine Autotür zu hören war, die zugeschlagen wurde. Das verhieß zweifelsohne, dass der Besuch des Mikaelsons angekommen war und so blickte Hayley nochmal zu ihm und nahm seine abrupte wenn auch höfliche Geste zum Abschied zur Kenntnis. Die dunkelhaarige Schönheit schmunzelte jedoch noch mal.

"Viel Erfolg mit der kleinen Gilbert, big bad wolf. Mach dem Rotkäppchen nicht zu viel Angst." Mit diesen Worten machte sie Kehrt und verließ den Raum als auch das Haus durch die unbeobachtete Hintertür, während die junge Frau noch hörte, wie vorne bereits geöffnet wurde. Wahrscheinlich hatte Klaus beim Bau seines 'Häuschens' wirklich für alle Fälle irgendwas eingebaut, sodass es eben auch einen Weg in den Garten und wieder zurück zur Zufahrt gab. Genau diesen Weg nahm Hay nun und kam in Kürze wieder vor der Villa an. Ein Wagen stand in der Zufahrt und wenn die ehemalige Wölfin ihren Sinnen Vertrauen schenkte, konnte sie nicht nur den Geruch eines Menschen ausmachen, sondern auch den eines Vampirs.

tbc: Zufahrt(?)

___________________


Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Niklaus Mikaelson
MODERATOR | Original Hybrid
avatar


BeitragThema: Re: Kleines Nebenzimmer mit Kamin   Di März 15, 2016 3:31 pm

Sein Geschöpf schien seine Warnung, die unterschwellig auch ein Befehl war, zur Kenntnis genommen zu haben und sie räumte ihr Glas noch weg, bevor sie sich nickend verabschiedete und zur Hintertür raus verschwand. Genau zur selben Zeit wie die Ankunft seines Gastes für heute Abend. Breit grinsend hatte er die Tür geöffnet und wunderte sich nicht, dass er neben Elena auch Stefan zu Gesicht bekam. Am Klang des Motors hatte er erkannt, dass der vorfahrende Wagen schon etwas älter war, und er hatte sich schon gedacht, dass er seine Freundin nicht alleine zu dem Treffen mit ihm gehen lassen würde. Dafür war der Beschützerinstinkt in dem jüngeren Salvatore einfach zu dominant. 'Wenn Blicke töten könnten', dachte sich Nik bei seinem Anblick und zog eine Augenbraue neckisch hoch.

"Wie schön, dass du es geschafft hast, Elena. Ich dachte schon, du kommst nicht mehr. Das wäre sehr bedauerlich gewesen."

Jedem der Anwesenden war klar, dass bei dieser Begrüßung auch eine unterschwellige Drohung versteckt war, doch Niklaus Mikaelson war niemand, der nur halbe Sachen machte und nicht zu seinem Wort stand. Egal, in welcher Hinsicht. Dass die Antwort darauf von beiden gerade eben Angekommenen vollkommen kühl ausfiel, kam für den Ursprünglichen nicht wirklich überraschend. Er war es gewöhnt, solche Reaktionen auszulösen. Die Doppelgängerin sprach lediglich seinen Namen aus, während ihr Begleiter ihn in Grund und Boden zu starren versuchte. Ein leises Lachen entkam Klaus dabei, dann deutete er eine Verbeugung an und schloss die Tür, nachdem auch die beiden Turteltäubchen noch einen intensiven Blick ausgetauscht hatten.

Ohne sich lange aufzuhalten, führte er die zierliche Brünette direkt in das kleine Nebenzimmer, wo bereits alles für ihr Dinner bereitstand und ein paar für heute Abend gebuchte Damen in schwarzen Kleidern, hohen Schuhen und hochgesteckten Haaren warteten, um ihrer Aufgabe nachzukommen. Die adretten Ladies würden sie heute Abend bedienen und ihnen Wein nachschenken, während über den bereits geschlossenen Deal gesprochen wurde.

Ganz der Gentleman, der er manchmal war, zog er den Stuhl gegenüber von seinem zu sich und deutete darauf, sodass Elena sich hinsetzen konnte. Anschließend schob er ihn wieder zum Tisch und setzte sich ebenfalls. Gleich danach wurden ihre Gläser gefüllt und der Urhybrid ergriff das Wort.

"Also... Was denkst du? Wie sieht es momentan bei euch so aus? Ebenfalls Probleme mit Dämonen, Engeln und Jägern? Ach ne, die Jäger sind ja eure Freunde, richtig? Und hast du Katerina in letzter Zeit mal gesehen? Sie hat schon viel zu lange nichts mehr von sich hören lassen."

___________________

Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Elena Gilbert
MODERATOR | Human
avatar


BeitragThema: Re: Kleines Nebenzimmer mit Kamin   Di März 15, 2016 7:14 pm

cf: Salvatore Boarding House - Stefans Bedroom

"Wie schön, dass du es geschafft hast, Elena. Ich dachte schon, du kommst nicht mehr. Das wäre sehr bedauerlich gewesen." Am liebsten hätte Elena bei seinen Worten die Augen verdreht. Natürlich war sie hier, sie hatte ja auch keine andere Wahl und dam Urhybriden war das sehr wohl bewusst! Die versteckte Drohung in seinem Satz erkannte sie natürlich auch, weshalb sie schlicht gar nichts antwortete und einfach eintrat. Klaus in seinem Leben zu haben, war eine ständige Bedrohung und auch wenn die Doppelgängerin glaubte für jetzt eine gute Lösung gefunden zu haben, fürchtete sie sich vor der Zukunft. Wie würde es weitergehen? Klaus würde sie bestimmt nicht für immer hier friedlich leben lassen, schon gar nicht umzingelt von so vielen Vampiren und Gefahren. Noch hinzu kam die quälende Ungewissheit ihres menschlichen Daseins, ein Thema das sie und Stefan nach wie vor penibelst vermieden.

Kaum das die Tür hinter ihnen ins Schloss gefallen war, wurde sie in einen angrenzenden Raum geführt, der anscheinend für ihr heutiges Treffen hergerichtet worden war. Erst als die Dunkelhaarige in dem Raum ankam erkannte sie, dass das Wort 'hergerichtet' wohl eine Untertreibung war. In der Mitte des Raums stand ein prächtig gedeckter Tisch, voll mit Kerzen, Blumen und anderen Dekorationen, die es noch edler wirken ließen. Daneben standen einige Frauen, gestriegelt und gebürstet, in einer Reihe, bereit ihrem Meister zu dienen. Einen Augenblick lang fragte Elena sich, ob sie Vampire waren oder unschuldige Menschen, die Klaus für seine Zwecke manipuliert hat. Allein bei der Vorstellung drehte sich ihr der Magen um, wieso sie den Gedanken in die hinterste Ecke ihres Kopfes schob und sich wieder auf ihren Gastgeber konzentrierte.

Dieser ließ keine Regel der Höglichkeit aus und zog ihr den Stuhl, auf dem sie Platz nehmen sollte, zurück. Tief durchatmend setzte sie sich und versuchte seine plötzliche Nähe zu ignorieren. "Du hast wohl keine Scherze gemacht, als du mich zum 'Dinner' eingeladen hast" sagte sie und wischte sich die schwitzigen Hände an ihrer Hose ab. Wenn sie ehrlich war hatte sie nicht damit gerechnet, dass es tatsächlich etwas zu Essen geben würde und sie bezweifelte auch stark in seiner Gegenwart einen Bissen runterzubekommen.

"Also... Was denkst du? Wie sieht es momentan bei euch so aus? Ebenfalls Probleme mit Dämonen, Engeln und Jägern? Ach ne, die Jäger sind ja eure Freunde, richtig? Und hast du Katerina in letzter Zeit mal gesehen? Sie hat schon viel zu lange nichts mehr von sich hören lassen." Elena stockte. War das sein Ernst? Wollte er tatsächlich hier sitzen und belanglos über Themen reden, die ihr und ihren Freunden täglich das Leben schwer machten?!

"Nein, im Augenblick schlagen wir uns mehr mit Urvampiren und deren Forderungen herum" antwortete sie wie aus der Kanone geschossen und sah ihm dabei direkt in die blitzenden Augen. Elena war stolz auf sich trotz ihrer Nervosität so locker und schlagfertig zu wirken, jedoch kam wenige Augenblicke später auch bereits die Sorge in ihr auf, was wäre wenn er ihre Ansage völlig falsch verstanden hatte. Es sollte kein Angriff auf ihn sein, lediglich ein Zeichen, dass sie dieses Spiel auch spielen konnte und sich sicher nicht unterbuttern lassen würde von Psycho- und Machtdemonstrationen.

___________________

Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Niklaus Mikaelson
MODERATOR | Original Hybrid
avatar


BeitragThema: Re: Kleines Nebenzimmer mit Kamin   Di März 15, 2016 11:41 pm

Selbst für jemanden, der nicht so feine Sinne hatte wie er, war klar, dass Elena alles andere als entspannt war. Ihr Herz schlug schneller, als es sollte, und auch wenn sie sich einigermaßen gut im Griff hatte, so konnte jemand mit der langen Lebenserfahrung von Klaus direkt hinter die Fassade blicken. Menschen waren prinzipiell leicht zu durchschauen, die einen mehr, die anderen weniger, und obwohl die junge Gilbert zu letzterer Kategorie gehörte, so wusste er, was in ihr vorging. Tausende Gedanken schienen hinter ihrer glatte Stirn vorbeizurasen, und jeder einzelne dürfte davon handeln, wie viel hiervon abhing und was alles schieflaufen könnte, wenn sie einen Fehler machte. Sollte dies der Fall sein, so hatte sie Recht. Das Glück und das Leben ihrer Lieben hing am seidenen Faden und die Schere, die diesen Faden durchtrennte, hielt sie in der Hand. Ein diabolisches Grinsen schlich sich auf die Lippen des Ursprünglichen, als er das gedanklich in Worte gefasst hatte.

"Nein, im Augenblick schlagen wir uns mehr mit Urvampiren und deren Forderungen herum", war die gut platzierte Spitze der Doppelgängerin und anhand ihrer körperlichen Reaktion erkannte ihr Gegenüber, dass sie es so gemeint hatte. Das Grinsen wurde breiter. Nik nahm es ihr keinesfalls übel, obgleich ein anderes Familienmitglied wie zum Beispiel Rebekah ihr für diese Affront bereits den Kopf abgerissen hätte. Im Gegenteil, er bewunderte diesen Mut, der zugleich mit Unterwerfung einherging, denn so sehr diese Frau auch provozieren mochte, sie wusste, wo ihre Grenzen waren und was ein Überschreiten dieser zur Folge hatte.

"Weißt du, Liebes, diese Urvampire sind eigentlich gar nicht so böse, wie man von ihnen sagt. Wenn man ihre Beweggründe kennt. Im Grunde sind auch sie ganz einfache Persönlichkeiten, geplagt von Träumen, Wünschen und Ängsten. Die Motoren, die das Handeln eines jeden von uns antreiben. Lass es mich dir so erklären: Ein Vögelchen fliegt über eine Wiese, fasst einen Regenwurm, der gerade aus der Erde kriecht, ins Auge, um es zu seinem Nest zu bringen und die Kleinen zu füttern. Dann hört er plötzlich das Summen einer Biene und entscheidet sich dafür, diese als Beute zu erlegen. Dass er dadurch selbst zur Beute eines Adlers wird, damit dieser seine Jungen füttern kann, ist natürlich. Es ist der Kreislauf des Lebens. Also: Die Biene symbolisiert deine Lieben, der Regenwurm die verletzten Versprechen und all die Dinge, die du aufgeben musst. Der Adler bin ich, sein Nest meine Hybriden. Du verstehst also, was du tun musst, um nicht als Mittel zum Zweck zu sterben? Ich habe dir versprochen dich am Leben zu lassen und dir dieses Leben, wie du es bisher geführt hast, zu gestatten. Ich habe auch versprochen, deine Lieben zu beschützen und ihnen nichts anzutun. Wenn du dir vor Augen hältst, dass du dafür eine Gegenleistung zu erbringen hast."

Mit der Macht eines Vorschlaghammers war er von einer Metapher direkt auf den Punkt gekommen und erwartete, dass Elena den Ernst der Lage erkannte. Das war das letzte Mal, dass er ihr die Bedinungen ihres Deals nahelegte und darauf pochte, dass sie diese zu erfüllen hatte. Er brauchte sie, also würde er kein Risiko eingehen!

___________________

Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Elena Gilbert
MODERATOR | Human
avatar


BeitragThema: Re: Kleines Nebenzimmer mit Kamin   Mi März 16, 2016 10:16 am

Elenas Unsicherheit bezüglich ihrer Spitze gegen Klaus verschwand schnell, denn das Grinsen auf seinen Lippen wurde breiter und eine Augenbraue hob sich neckisch in die Höhe. Sie hatte bereits vermutet, dass ihm ein gewisser Mut imponieren würde, allerdings gab es ihr kein gutes Gefühl den Urvampir in irgendeiner Weise beeindruckt zu haben. Um das kurze Schweigen zu überbrücken, griff die Dunkelhaarige nach einem der Kristallgläser und nippte daran. Erleichtert stellte sie fest, dass sich Wasser darin befand. Es stand auch ein anderes Glas vor ihr, allerdings mit einer weinroten Flüssigkeit darin, die sie darauf schließen ließ, dass es sich um Wein handelte. Zwar trank Elena zusammen mit Stefan gern hin und wieder ein Glas Rotwein, allerdings war das Essen hier nicht zum Vergnügen gedacht und sie wollte einen klaren Kopf bewahren.

Während Klaus sprach malte sie mit den Fingern Kreise auf ihre Oberschenkel, um etwas ruhiger zu bleiben. Seine Metapher veranschaulichte perfekt, was sie und ihre Freunde für ihn darstellten und wie leicht es für ihn wäre ihnen allen ein Ende zu setzen. Er beschrieb sich selbst als den über allen stehenden Adler, dessen vollkommen natürlicher Instinkt es war, die Insassen seines Nestes mit ihrem Blut zu füttern. Er sah seine Beweggründe als logisch und nachvollziehbar an, als ein unbestreitbares Factum, das sein Verhalten in jeder Lebenslage zu entschuldigen vermochte. Doch da war Elena anderer Meinung! Sie wusste was ihre Aufgabe hier war und ihr war ebenso klar, dass sie seinen Aufforderungen kommentarlos zu folgen hatte, doch das hieß nicht, dass sie verstehen musste was er hier tat. Denn das was Klaus nicht sah, oder vermutlich einfach als legitimen Kollataralschaden abtat, waren all die Opfer die diese 'Fütterung seines Nests' forderte. Elena konnte nicht einmal erahnen wie viele Unschuldige deswegen in den letzten Jahrhunderten hatten sterben müssen und allein bei dem Gedanken daran könnte sie sich übergeben.

Niemals würde sie es ertragen, wenn irgendjemandem ihretwegen Leid zugefügt werden würde und sie konnte schlichtweg nicht nachvollziehen, wie das ihrem Gegenüber so egal sein konnte. Mit sener Metapher hatte er es wieder einmal nur allzu deutlich gemacht, dass sie alle nur Schachfiguren in seinem kranken Spiel waren, die jederzeit Matt gesetzt werden konnten, wenn sie nur einen falschen Zug tätigten. Er versprach ihr ein Leben wie sie es bisher gelebt hatte? Das hatte sie doch schon längst verloren! Nur weil er sich im Augenblick an die Regeln hielt, hieß das nicht, dass sie ihn nicht ständig in ihrem Nacken spürte, sich seiner Bedrohung nicht bewusst war! Das was sie so belastete und Klaus freundlicherweise erneut in ihr Bewusstsein rief, war die unausweichliche Tatsache, dass sie nie wieder auch nur eine Sekunde ihres Lebens frei sein würde. Er wäre immer da, würde sie kontrollieren und darauf achten, dass nichts gegen seinen Willen geschah. Die Unausweichlichkeit darin zerstörte sie beinahe. Ihr normales, ruhiges Leben war endgültig vorbei, es war an der Zeit sich damit abzufinden.

"Mir ist vollkommen bewusst, was der Preis dieses Deals ist und das ich ihn zu bezahlen habe. Solange niemandem der mir am Herzen liegt etwas zustößt, werde ich tun was du verlangst..." ihr Blick glitt zu den Stellen ihrer Arme, an denen die Venen sichtbar waren. "Du magst mir drohen und mir immer wieder vor Augen führen was für mich auf dem Spiel steht, aber das weiß ich auch so. Ich bin nicht wie Katherine die ihr eigenes Wohl über das anderer stellt, ich bin sogar das genaue Gegenteil, wieso du dich auch auf mein Versprechen verlassen kannst. Solange sie leben habe ich keinen Grund mich nicht an deine Spielregeln zu halten, doch Klaus..." sie unterbrach, um tief Luft zu holen und den nötigen Mut für ihre Worte zu sammeln. "... wenn sie tot sind, habe ich keinen Grund weiterleben zu wollen und dann endet die für dich so kostbare Petrova-Blutlinie". Bevor er etwas erwidern konnte, hob sie ihre Hand und bedeutete ihm damit, dass sie noch nicht fertig war. "Ich möchte dir nicht drohen oder deine Grenzen ausloten, lediglich dir auch meine Bedingungen dieser Abmachung aufweisen" sagte sie und sah ihm dabei eingehend in die Augen. Ihr Herz sprang beinahe aus der Brust doch sie blieb ruhig sitzen und wartete seine Reaktion ab.


___________________

Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Niklaus Mikaelson
MODERATOR | Original Hybrid
avatar


BeitragThema: Re: Kleines Nebenzimmer mit Kamin   Mi März 16, 2016 11:55 pm

Wie es momentan den Anschein machte, würde dieser Abend noch ziemlich amüsant werden. Er war gespannt, wie sich das Gespräch noch weiterentwickeln würde, und von draußen drangen zwei bekannnte Stimmen an sein Ohr, sodass der Ursprüngliche wusste, dass Hayley auf Stefan getroffen war und sich die beiden nun unterhielten. Wenigstens war der potenzielle Störfaktor vor der Tür so von ihnen abgelenkt. Elena war sichtlich unsicher und auch wenn sie erkannt zu haben schien, dass sie mit ihrem Kommentar von eben nicht zu weit gegangen war, nippte sie - wahrscheinlich zur Beruhigung - an ihrem Wasserglas. Und dass, obwohl der für heute ausgesuchte Wein vorzüglich war! Demonstrativ nahm Klaus daraufhin einen Schluck davon und musterte sein Gegenüber anschließend. Etwas lag ihr auf der Zunge, nur wusste er noch nicht, was es war.

"Mir ist vollkommen bewusst, was der Preis dieses Deals ist und das ich ihn zu bezahlen habe. Solange niemandem der mir am Herzen liegt etwas zustößt, werde ich tun was du verlangst...", folgte die nächste Spitze der zierlichen Brünetten und es ging sogar noch weiter! "Du magst mir drohen und mir immer wieder vor Augen führen was für mich auf dem Spiel steht, aber das weiß ich auch so. Ich bin nicht wie Katherine die ihr eigenes Wohl über das anderer stellt, ich bin sogar das genaue Gegenteil, wieso du dich auch auf mein Versprechen verlassen kannst. Solange sie leben habe ich keinen Grund mich nicht an deine Spielregeln zu halten, doch Klaus... wenn sie tot sind, habe ich keinen Grund weiterleben zu wollen und dann endet die für dich so kostbare Petrova-Blutlinie."

Mit kleinen Unterbrechungen hatte sie diesen Einwand vorgebracht und somit das Grinsen auf dem Gesicht des Gastgebers schlagartig einer finsteren Grimasse weichen lassen. Sein Blick wurde eiskalt und er lag direkt auf der jungen Gilbert, selbst wenn sie ihn gerade nicht erwiderte. Diese Worte hörten sich wie eine Drohung an, egal, ob sie es mit dem nächsten Atemzug verneinte, und er mochte es nicht, wenn ihm gedroht wurde. Räuspernd lehnte er sich vor und verschränkte seine Finger.

"Wenn du denkst, du hättest die Möglichkeit dich selbst zu töten, dann liegst du falsch. Du magst mit der Magie, die deine kleine Freundin praktiziert, vertraut sein und glauben, dass du die Regeln der Hexen kennst. Doch sei dir über eins im Klaren! Meine Anhänger haben Mittel und Wege, von denen ihr kleinen Mädchen nur träumen könnt. Ich könnte dich jederzeit von den Toten zurückholen und dich bis an dein erbärmlich gefristetes Lebensende einsperren, wenn ich möchte. Überleg dir also gut, ob du mir noch einmal so eine Frechheit entgegenbringst, Liebes."

Mit immer noch finsterer Miene lehnte sich Nik wieder zurück und atmete für Menschen nicht hörbar tief durch. So hatte er sich das hier eigentlich nicht vorgestellt, aber er weigerte sich zuzulassen, dass man mit ihm Spielchen spielte!

Der erste Gang war eine cremige Kürbissuppe mit würzigen Croutons, einer Sahnehaube und ein paar der dunkelgrünen Kerne des Gemüses als Garnitur obendrauf. Für heute hatte er keine Kosten und Mühen gescheut, auch wenn man Manipulation nicht wirklich als Bezahlung betrachten konnte. Seine Familie hatte durchaus genug Geld, doch wofür sollte er es ausgeben, wenn es anders auch ging? Die adretten Damen, die um sie herum standen, nahmen wieder ihre Plätze ein, nachdem die Vorspeise serviert war, und verschränkten die Arme hinter dem Rücken, wie er selbst es gerne tat. Sie waren selbstverständlich auch beeinflusst worden, allerdings nur insofern, dass sie diesen Abend nach seinem Ende wieder vergessen würden. Sie bekamen im Gegensatz zur Küchencrew eine Gage für ihre Anwesenheit, aber auch nur, weil ihr Chef ein alter Freund von Klaus war.

"Bon Appétit, Mademoiselle", wünschte der Urhybrid seinem Gast und tauchte seinen Löffel in die herbstlich orange Flüssigkeit vor ihm. Die Suppe schmeckte sehr gut, und auch wenn er schon vermutet hatte, dass die Doppelgängerin sich hier alles andere als wohlfühlen würde, so beobachtete er dennoch mit Argwohn, dass sie kaum etwas hinunterbrachte.

___________________

Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Elena Gilbert
MODERATOR | Human
avatar


BeitragThema: Re: Kleines Nebenzimmer mit Kamin   Do März 17, 2016 2:32 pm



Elenas Herz blieb beim Warten auf Klaus' Antwort beinahe stehen, doch viel schlimmer wurde es noch, als er dann tatsächlich zu sprechen begann. Seine Miene hatte sich innerhalbe weniger Sekunden nicht nur versteinert, sondern zu einem Ausdruck der Wut und Missbilligung gewandelt. Allein das reichte schon, um die Doppelgängerin wissen zu lassen, was für einen Fehler sie gerade begangen hat. Seine Augen bohrten sich förmlich in ihre, die sowieso schon angespannte Stimmung kippte endgültig und ein eiskalter Schauder lief ihr den Rücken hinab.

"Klaus..." hauchte sie, doch da war es bereits zu spät. "Wenn du denkst, du hättest die Möglichkeit dich selbst zu töten, dann liegst du falsch. Du magst mit der Magie, die deine kleine Freundin praktiziert, vertraut sein und glauben, dass du die Regeln der Hexen kennst. Doch sei dir über eins im Klaren! Meine Anhänger haben Mittel und Wege, von denen ihr kleinen Mädchen nur träumen könnt. Ich könnte dich jederzeit von den Toten zurückholen und dich bis an dein erbärmlich gefristetes Lebensende einsperren, wenn ich möchte. Überleg dir also gut, ob du mir noch einmal so eine Frechheit entgegenbringst, Liebes."

Spätestens jetzt blieb Elenas Herz tatsächlich stehen. Sie konnte nicht atmen, nicht blinzeln und schon gar keinen Finger rührern. Einen Augenblick lang hörte ihr Körper auf zu funktionieren und die Welt stand still. Konnte er das wirklich? Gab es tatsächlich Hexen die sie von den Toten auferstehen lassen konnten, nur um Klaus die Möglichkeit zu geben weitere Hybriden zu schaffen? Viel schlimmer waren allerdings die Bilder die er mit seinen Worten in ihren Kopf pflanzte. Elena hatte nie mit dem Gedanken gespielt sich selbst umzubringen, nicht einmal nachdem ihre Eltern gestorben waren. Egal wie schlecht es ihr auch gegangen ist, sie ist stark geblieben, für Jeremy, für Jenna und jetzt natürlich auch für Stefan. Sie war niemand der einfach aufgab und auch wenn sie es nie als Option angesehen hat, traf sie die Tatsache, dass ihr sogar diese Entscheidung verwehrt blieb mitten ins Herz.

Ohne ihre Familie und Freunde hätte sie absolut nichts mehr was sie auf dieser Welt halten würde. Niemals könnte sie ihren Verlust verkraften, schon gar nicht wenn sie selbst daran schuld war! Das was Elena spätestens jetzt klar wurde war, dass sie mit ihren 17 Jahren bereits nichts mehr zu entscheiden hatte in ihrem Leben. Der weitere Verlauf war längst bestimmt, auch wenn sie sich einredeten das dem nicht so war. Sie würde niemals umziehen können, niemals aus der Stadt raus, die Welt sehen, ohne das Klaus ihr im Nacken sitzen würde. Das Thema Unsterblichkeit, das schon seit einer gefühlten Ewigkeit wie ein Damoklesschwert über ihr und Stefan hing, war damit vom Tsch. Nicht einmal wenn sie selbst ein Vampir werden wollte, um die Ewigkeit mit ihrer großen Liebe zu verbringen, würde Klaus das zulassen. Spielt sie nicht mit, tötet er alle und nimmt ihr sogar die Möglichkeit ihnen in den Tod zu folgen.

Elena hat gewusst auf was für einen Deal sie sich einließ und Damons Leben war das definitiv Wert, doch wenn sie ehrlich war hat sie bis eben das Ausmaß ihres Versprechens nicht einmal ansatzweise erfasst gehabt. In Elena tobte ein Hurricane an Emotionen und am liebsten wäre sie in Tränen ausgebrochen, doch sie blieb tapfer sitzen. Nur nebenbei bemerkte sie wie die Suppe serviert wurde. Spätestens jetzt war ihr der Hunger völlig vergangen und auch wenn sie sie am liebsten nicht einmal angerührt hätte, wollte sie Klaus kein weiteres Mal verärgern. Halbherzig kostete sie und zwang sich zu zwei weiteren Löffeln, bevor sie den Teller sachte von sich schob. Die Suppe war köstlich, doch nichts davon drang zu ihr durch. Seine Worte hallten immer noch in ihrem Kopf und die Aussichtslosigkeit ihres Daseins erstickte sie beinahe.

___________________

Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Niklaus Mikaelson
MODERATOR | Original Hybrid
avatar


BeitragThema: Re: Kleines Nebenzimmer mit Kamin   Di März 29, 2016 11:49 am

Wenn es jemand beherrschte mit unlauteren Mitteln zu kämpfen, dann waren es die Mikaelson's. Klaus hatte es satt verwundbar und gutmütig zu sein, zu allem Ja und Amen zu sagen. Er wusste, dass Rowena ihn immer um den Finger wickeln konnte und er bislang für die momentan größte Bedrohung - nämlich die Dämonen und Engel - kein wirksames Mittel hatte, um diese auszulöschen. Da wollte er wenigstens in den Dingen, in denen er immer schon die Oberhand gehabt hatte, nicht auch noch klein beigeben! Seine Worte waren hart gewesen, unerbittlich, doch er hatte die Wahrheit gesagt. Wenn er wollte, konnte er mit Magie beinahe alles erreichen, dafür hatte er schon lange gesorgt. Elena war verunsichert und aus der Bahn geworfen, ihr Herz schlug schneller. Sie sah den Ursprünglichen an wie ein kleiner Welpe, auf den man gerade eingetreten hatte. Irgendwie Mitleid erregend, wenn er sich auf diese Gefühlsebene herablassen würde.

Die zierliche Brünette saß wie erstarrt auf ihrem Platz und schien vor Angst und Ernüchterung in sich selbst zu versinken. Ihr wurde offensichtlich klar, was es bedeutete sich mutwillig auf solch dünnes Eis zu begeben, indem sie ihn herausforderte. Nik meinte es absolut ernst, er würde sich nicht mehr auf der Nase herumtanzen lassen. 500 Jahre lang hatte er darauf gewartet, dass sich eine neue Doppelgängerin zeigen würde, nachdem die Gerüchte über ein uneheliches Kind von Katerina an sein Ohr gedrungen waren. Nun hatte er sie vor sich und konnte wieder nur zähneknirschend feststellen, dass sie umgeben von potenziellen Gefahren war. Vampire umgaben sie auf Schritt und Tritt und alleine ihrer bloßen Existenz wegen wollte man sie. Das Blut eines Petrova-Doppelgängers war vergleichbar mit purem Gold, wenn man sich in der Welt der Magie auskannte!

Dass das Mädchen kaum zwei Löffel Suppe aß, bevor es den Teller bestimmt von sich schob, ließ den Urhybriden eine Augenbraue skeptisch hochziehen. Er hatte sie nicht eingeladen, um dabei zuzusehen, wie sie sich selbst zugrunderichtete. Schon klar, ein Mensch würde wegen eines Tages ohne Mahlzeit nicht gleich sterben, aber besorgniserregend war dieses Verhalten schon. Immerhin war an Elena ohnehin nicht viel dran und bei den ganzen Schicksalsschlägen und Dramen, die ihr widerfuhren, würde es ihn nicht wundern, wenn diese Attitüde schon zur Gewohnheit geworden war. Er hingegen löffelte seinen Teller leer, ließ abservieren und trank einen Schluck Wasser, ehe der nächste Gang vorbereitet wurde. Locker legte er die Hände wieder aneinander und verschränkte die Finger, während er sein Gegenüber eine Weile beobachtete. Was wohl in ihrem Kopf vorging?

"Weißt du, Elena, du denkst vielleicht, dass dein Dasein dank der Bedinungen unseres Handels nicht mehr viel Sinn hat, aber du irrst dich. Gibt es einen bedeutenderen, machtvolleren Schutz für dich und deine Lieben als den, den ich dir bieten kann? Ich stelle Forderungen dafür, keine Frage, aber das bedeutet nicht, dass ich zulassen würde, dass dir etwas zustößt. Alles, was du dafür tun musst, ist, die Füße still zu halten und keine Dummheiten anzustellen. Dein loses Mundwerk eingeschlossen."

___________________

Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Elena Gilbert
MODERATOR | Human
avatar


BeitragThema: Re: Kleines Nebenzimmer mit Kamin   Do März 31, 2016 12:12 pm

Auch nach minutenlangem Schweigen, ging es Elena nicht besser. Sie fühlte sich gefangen in einer Spirale von Unsicherheit, Angst und Ausweglosigkeit und die Tatsache das der Verursacher dieses Übels ihr direkt gegenüber saß, machte es nicht besser. In aller Ruhe aß Klaus seine Suppe auf, während er ihr Verweigern der Mahlzeit nur mit einer hochgezogenen Augenbraue kommentierte. Was erwartete er? Dass sie nach solch einer Ansprache noch Lust hatte mit ihm gemeinsam zu dinieren? Sicherlich nicht und vermutlich hätte sich ihr Magen im Augenblick sowieso geweigert die Nahrung aufzunehmen.

Ein Fingerschnippen von Klaus und die adrett angezogenen Damen eilten zum Tisch, um die Teller abzuräumen. Die Frage, wann Klaus das letzte Mal wohl selbst solche Arbeiten verrichtet hatte, streifte ihre Gedanken, allerdings beschäftigte sie diese nicht lange. Klaus legte sie Hände locker gefalten auf den Tisch und richtete seinen eindringlichen Blick wieder auf sie. Elenas Körper spannte sich noch ein Stück mehr an. Seit seiner Ansprache hatte sie kein Wort mehr verloren, ihr anfänglicher Mut war Demut gewichen und sie hatte nicht vor ihn noch in irgendeiner Weise zu provozieren. Warum auch? In ihren Augen war ihr Schicksal besiegelt, gerade in diesem Augenblick sah sie nichts was sie noch tun konnte.

Anscheinend sah Klaus ihr diesen Zustand an, denn seine Miene wurde zumindest etwas weicher, gleich wie seine Stimme die er nur einen Augenschlag später erhob. Ob es einen bedeutenderen und machtvolleren Schutz gab als ihn? Vermutlich nicht und eben genau deswegen, war sie diesen Deal überhaupt erst eingegangen. Würde sie nicht glauben, dass der Urhybrid alle Mittel zur Verfügung hatte um ihre Lieben zu beschützen und dies auch tun würde, solange sie die Brave spielte, wäre sie nicht hier. Dieses Versprechen noch einmal aus seinem Mund zu hören, tat gut. Es gab ihr wieder etwas Auftrieb und erinnerte sie daran warum sie eigentlich hier war. Ihr ging es nicht um sich selbst, um den Verlauf ihres Daseins, nein, sie war hier um sicherzustellen das niemand anderem etwas geschah und solange sie sich dem sicher sein konnte, würde sie auch für sich einen Weg finden weiterzumachen.

Elena nickte. Sie musste nicht noch einmal vor Klaus betonen, dass sie nicht so war wie Katherine, das wusste er auch so. Allein ihre heutige Anwesenheit sollte ihm zeigen, dass sie nicht vor hatte zu fliehen und ihrem Schicksal so tapfer wie möglich entgegen blickte.
"Ich werde mich an unseren Deal halten" sagte sie, wieder etwas Kraft gewinnend. "Du hast mein Wort!"

___________________

Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Niklaus Mikaelson
MODERATOR | Original Hybrid
avatar


BeitragThema: Re: Kleines Nebenzimmer mit Kamin   Mi Apr 06, 2016 5:17 pm

Ohne es zu wollen, waren sie beide festgefahren in der momentanen Situation. Sie hatten aneinander vorbeigeredet und konnten nicht wirklich aus ihrer Haut. Klaus weigerte sich Zugeständnisse zu machen und die Schlinge um die zierliche Brünette zu lockern, während diese genauso wenig davon abzubringen war, dass sie die ein oder andere Freiheit haben wollte. Ebenso besorgniserregend wie die kaum erwähnenswerte Nahrungsaufnahme während dieses Dinners. Für ihn wäre es nicht notwendig gewesen, dass sein Gegenüber noch einmal betonte, dass der Deal eingehalten werden würde, doch es war dennoch schön zu hören. Der Usrprüngliche war nicht blöd, ihm war bewusst, dass Elena nicht dieselben Dummheiten wie Katerina machen würde, aber das Wohl ihrer Lieben war ihr wichtig genug, um nicht mehr auf sich selbst aufzupassen und genau darin bestand die Gefahr, die ihm ein Dorn im Auge war.

Die Zeit zwischen Vorspeise und Hauptgang war mit einem mehr oder weniger angenehmen Gespräch erfüllt gewesen, doch das Hirschfilet in Rotweinsauce und dazu Bratkartoffeln wurde genauso verschmäht wie die Suppe zuvor. Die schöne Doppelgängerin probierte zwar, aber das war es dann auch schon. Ein unzufriedenes Schnauben entkam ihm, und er zog es extra hin seinen Teller zu leeren, um vielleicht doch noch zu bewirken, dass sie mehr aß. Erfolglos.

Als dann der Schoko-Nuss-Pudding serviert wurde, war Nik eigentlich schon vollgegessen, aber eine Nachspeise würde er nie verkommen lassen. Das hatte er sich von Rowena abgeschaut, die auch gerne Süßes aß. Diesen Gang ließ Elena dann zum Glück doch nicht so unberührt wie befürchtet, auch wenn sie nicht aufaß. Trotzdem besser als nichts, und als sich der Urhybrid dann erhob, kümmerten sich die adretten Damen ein weiteres Mal um das Geschirr, als er seinem Gast bereits die Hand hinhielt und ankündigte, dass er der jungen Gilbert etwas zeigen würde.

Im ersten Stock des Hauses hatte er sich ein Arbeitszimmer eingerichtet. In dem konnte er werkeln und künstlern, wie er wollte, ohne dass sich der Rest der Familie daran störte. Außerdem hingen hier auch ein paar seiner Werke, unter anderem Portraits von Rebekah und Rowena, die er noch niemandem gezeigt hatte. Außer ihm betrat niemand allein diesen Raum und darüber war er auch heilfroh. Vor einem Landschaftsbild, das ein Lavendelfeld im Süden Frankreichs darstellte und welches er aus der Erinnerung gemalt hatte, blieb er dann schließlich stehen.

"Weißt du, Liebes... Ich mag dir vielleicht wie ein Monster erscheinen, aber du verstehst meine Beweggründe nicht. Auch wenn du denkst es zu tun."

___________________

Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Elena Gilbert
MODERATOR | Human
avatar


BeitragThema: Re: Kleines Nebenzimmer mit Kamin   Sa Apr 16, 2016 6:57 pm

Elena gab Klaus ihr Wort, doch kaum das sie den Satz ausgesprochen hatte, kam ihr das ihm das vermutlich nicht sonderlich viel bedeutete. Sie konnte sich nicht vorstellen, dass der Urhybrid jemand war der viel auf Worte gab geschweige denn darauf vertraute. Für sie im Gegensatz, hatte es sehr wohl eine Bedeutung. Niemals würde sie etwas versprechen, das sie nicht meinte, allgemein fiel ihr Lügen schwer.

Die Stimmung lockerte sich etwas als der nächste Gang serviert wurde, ihr Hunger kam aber dennoch nicht zurück. Allein der Geruch von dem Hirschfilet in Rotweinsauce hätte vermutlich jeden Gourmet sabbern lassen, doch bei der Doppelgängerin drehte sich lediglich der Magen um. Klaus Worte wollten ihr nicht aus dem Kopf gehen. Die Vorstellung wie er alle um sie herum abschlachtete nur um sie, wenn es sein musste, zurück ins Leben zu holen, raubte ihr schier den Atem. Er bemühte sich, das merkte sie. Seine Stimme war viel weicher als vorher noch, gleich wie sein Gesicht, doch die Gänsehaut auf ihren Armen blieb. Erst als der letzte Gang, die Nachspeise, serviert wurde konnte sie sich zumindest etwas entspannen. Zögerlich führte sie einen Löffel zu ihrem Mund und wurde kaum das er ihre Lippen berührte von einer Geschmacksexplosion überrascht. Noch nie im Leben hatte sie einen Pudding gegessen der dermaßen gut schmeckte, sie hatte nicht einmal gewusst das etwas so schmecken konnte! Selbst war Elena ja eine absolute Niete in der Küche, doch Stefan hatte sie bereits oft mit seinen Künsten verwöhnt - aber nichts, rein gar nichts konnte damit mithalten! Überwältigt von der Süßigkeit brachte sie tatsächlich ein paar Löffel runter, bevor sie es erneut von sich schob.

Nachdem auch Klaus fertig war, erhob er sich und hielt der Dunkelhaarigen auffordernd eine Hand hin. Zögernd besah sie ihn, bevor sie sich erhob und, ohne seine Hand zu ergreifen, neben ihn trat. Sie wurde über die Eingangshalle, in der sie bei dem Ball gestanden hatte, in den ersten Stock geführt und konnte nur einmal wieder über das Anwesen staunen. Durch Stefan und Damon war sie ein imposantes Zuhause gewöhnt, aber das? Halb Mystic Falls hatte vermutlich unter diesem Dach Platz.

Elena war so damit beschäftigt die Deckenverzierungen zu gebutachten, dass sie zuerst gar nicht merkte wie sie in einen der angrenzenden Räume gezogen wurde. Als sie sich schließlich umsah, konnte sie nicht glauben was sie sah. Sie wusste nicht, was sie erwartet hatte wo Klaus sie hinführen würde, doch damit hatte sie bestimmt nicht gerechnet. Der Raum war über und über voll mit Bildern, Leinwänden und Gemählden. Gesichter, Landschaften, abstrakte Farbflecken, alles auf einem Haufen, aber vor allem wunderschön. Der über die Maßen gefürchtete Urvampir, der Hybrid und damit Erschaffer einer eigenen Spezies, der Schrecken verbreitende Niklaus Mikaelson war Kunstliebhaber? Elena konnte ihren Augen nicht trauen. Ihn, neben sich, völlig vergessend trat sie auf eines der Landschaftsbilder zu und strich ehrfürchtig mit den Fingern über die Lavendelblüten im Bild.

"Weißt du, Liebes... Ich mag dir vielleicht wie ein Monster erscheinen, aber du verstehst meine Beweggründe nicht. Auch wenn du denkst es zu tun". Klaus Stimme nahm sie nur nebenbei wahr, viel zu sehr war sie damit beschäftigt das Kunstwerk vor sich zu begutachten. Elena war keine Kunstkennerin, sie kannte sich weder mit Farbpaletten oder Stilrichtungen aus, aber sie wusste was ihr gefiel und das vor ihr entsprach dem zu hundert Prozent.

"Was sind diese Beweggründe?" fragte sie geistesabwesend nach einigen Minuten und trat ein paar Schritte nach Rechts um einen besseren Blick auf ein anderes Bild zu haben. "Vielleicht verstehe ich sie, wenn du sie mir erklärst".

___________________

Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Niklaus Mikaelson
MODERATOR | Original Hybrid
avatar


BeitragThema: Re: Kleines Nebenzimmer mit Kamin   Di Apr 26, 2016 4:54 pm

Es war nicht zu übersehen, dass Elena gerade am liebsten woanders wäre, und das sonst so gern gesehene Leuchten in ihren Augen war niedergeschlagener Mattheit gewichen. Diese Frau hatte gerade sämtlichen Willen zum Kampf aufgegeben. Schön, er wollte keinen Widerstand von ihr entgegengebracht bekommen, aber gegen sämtliche andere Gefahren sollte sie sehr wohl ankämpfen. Ihr Leben war kostbar und durfte nicht einfach so beendet werden, weil sie unvorsichtig wurde. Ein Seufzen entkam Nik. Irgendwie tat es ihm leid, dass er so hart sein musste, auch wenn er nichts davon nach außen dringen ließ. In jenem Moment war er froh, dass sich seine Liebste nicht auch in diesem Raum aufhielt, denn ein tadelnder Blick von ihr hätte gereicht und er wäre eingeknickt.

Nur ungern blieb sie noch weiter im Haus der Ursprünglichen, das konnte sie nicht verbergen, und sie nahm auch die ihr dargebotene Hand nicht an, als sie zusammen nach oben gegangen waren. Klaus wusste nicht, was die junge Gilbert über Kunst dachte, doch er hoffte, dass er ihr eine Freude machen konnte, indem er ihr ein paar seiner Werke zeigte und etwas mehr zu ihrer momentanen von ihm herbeigeführten Situation sagte. Außerdem wollte er nicht, dass man in ihm ein Monster sah, was sein Gast zweifellos tat, da war er sich sicher. Ebenso wie Stefan, der immer noch heftig mit Hayley vor dem Anwesen diskutierte. Unerwarteter Weise war Elena sehr verblüfft von seinen Werken und trat sofort näher an das Bild mit dem französischen Lavendelfeld heran. Lange begutachtete sie es, wodurch sie erst nicht auf seine Anmerkung eben antwortete. Als sie sich dann allerdings auf ein anderes Bild konzentrierte, ergriff sie doch noch das Wort.

"Was sind diese Beweggründe? Vielleicht verstehe ich sie, wenn du sie mir erklärst."

Ja, da hatte sie vermutlich Recht, doch soweit wollte der Urhybrid eigentlich nicht gehen. Es gab nur zwei Personen in seinem Leben - zwei Frauen, um genau zu sein - die er an seinen Gedanken, Wünschen und Ängsten teilhaben ließ. Elena Gilbert gehörte nicht dazu. Sollte er wirklich darüber zu erzählen anfangen, warum er so war, wie er war, und warum er tat, was er tat? Es musste ja nicht stimmen, sie würde es nicht wissen! Besser lügen, als sich angreifbar und verletzlich zu machen!

"Es war nicht immer alles schwarz und weiß, gut und böse. Auch ich war einmal ein Mensch. Vor einer halben Ewigkeit, bin ich noch als junger Knabe auf meinem Pferd durch eben diese Wälder, die heute deine Heimatstadt umgeben, geritten. Ja, auch ich stamme von hier, wenngleich auch meine Wurzeln im Osten des alten Europas liegen."

___________________

Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Elena Gilbert
MODERATOR | Human
avatar


BeitragThema: Re: Kleines Nebenzimmer mit Kamin   Mo Mai 02, 2016 10:36 am

Elena konnte es nicht fassen. Niemals hätte sie gedacht, dass Klaus, der mächtige Urvampir, sich als Kunstsammler entpuppen würde. Aber was hat sie eigentlich gedacht? Dass seine einzigen Interessen Mord und Totschlag waren? Er seine Freizeit damit verbrachte, Rachepläne auszuhecken und seine Mordgelüste zu stillen? Wenn sie ehrlich war, hatte sie gar nie darüber nachgedacht. Für sie hat er von Anfang an eine Gefahr dargestellt und mehr auch nicht.

Das zweite Bild das sie in Augenschein nahm, war wieder eine Landschaft, jedoch ohne Blumen. Weite Felder, Äcker und Wälder waren darauf zu sehen. Es war triester und freudloser als das Erste, aber deswegen nicht weniger schön.

"Es war nicht immer alles schwarz und weiß, gut und böse. Auch ich war einmal ein Mensch. Vor einer halben Ewigkeit, bin ich noch als junger Knabe auf meinem Pferd durch eben diese Wälder, die heute deine Heimatstadt umgeben, geritten. Ja, auch ich stamme von hier, wenngleich auch meine Wurzeln im Osten des alten Europas liegen".

Elena erstarrte. Ihr lebenlang ist ihr die Geschichte der Gründerfamilien, zu denen sie selbst gehörte, erzählt geworden. Wie die Lockwoods, die Forbes, die Fells, die Salvatores und die Gilberts im Jahr 1860 die Stadt Mystic Falls gründeten und sich bis heute noch jedes Jahr dafür, mit Hilfe zahlreicher Feste, feiern ließen. Jedes Kind das in dieser Stadt geboren wird, wird diese Geschichte von klein auf in vollem Stolz erzählt und niemals hätte die Dunkelhaarige daran gezweifelt. "Du bist hier geboren?" fragte sie völlig perplex. Den Bildern hatte sie sich mittlerweile abgewandt und so lag ihr Blick nun auf dem Urhybrid. "Wann war das?"

Es dauerte ein paar Minuten bis sie diese Neuigkeit ansatzweise verdaut hatte und um nicht allzu sehr vom eigentlichen Thema abzukommen, nahm sie ihren letzten Mut zusammen und räusperte sich: "Es mag sein das damals nicht alles schwarz und weiß oder gut und böse gewesen ist, aber das ist es heute auch nicht. Es gibt Grauzonen, Punkte an denen gut und böse zu ein und demselben verschwimmen, ich weiß das selbst gut genug, aber das ist keine Erklärung um sich ohne Rücksicht alles zu nehmen, wonach einem der Sinn steht". Sie zuckte mit den Schultern. Nichts von dem was sie gerade gesagt hat, war ein Vorwurf, irgendwie wollte sie ihn einfach nur verstehen. Vielleicht könnte sie ihr Leben nicht als vollkommen verschwendet ansehen, wenn dem allen ein tieferer Sinn, als purer Egoismus, zu Grunde liegen würde, doch sie befürchtete das dem nicht so war.

Erneut wandte sie sich ab und ließ ihren Blick durch den Raum schweifen. Es gab kein einziges Gemälde das nicht ihrem Geschmack entsprach, egal ob Landschaft oder Portrait, sie waren alle wunderschön. Gerade als sie sich wieder auf ihren Gastgeber konzentrieren wollte, fiel ihr ein Portrait auf, das ihre Aufmerksamkeit augenblicklich beanspruchte. Sie kannte die Frau darauf. Sie hatte lange blonde Haare, die ihr in sanften Locken zusammen mit kleinen geflochtenen Zöpfen über die Schulter fielen. Ihr Blick war abgewandt, doch ihr Gesicht dennoch in Gänze erkenntlich. An ihrer Kleidung merkte man, dass es nicht aus diesem Jahrhundert stammte, gleich wie an dem Hintergrund. Das Bild zeigte Rebekah Mikaelson, Klaus' Schwester, aber auf so eine verletzliche und intime Art und Weise, dass ihr eine Sekunde lang der Atem stockte. Und dann fiel es ihr wie die Schuppen von den Augen.

Wie vom Blitz getroffen, wandte sie sich um und starrte ihren Gegenüber unverhohlen an. "Die Bilder sind von dir" sagte sie, konnte es selbst aber immer noch nicht fassen. "Du hast das alles hier gemalen. Oder?"

___________________

Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Niklaus Mikaelson
MODERATOR | Original Hybrid
avatar


BeitragThema: Re: Kleines Nebenzimmer mit Kamin   Do Mai 12, 2016 11:38 pm

Die angespannte Stimmung zwischen ihnen hatte sich ungemein verbessert, aber gut war sie dennoch nicht. Im Gegenteil, davon waren sie weit entfernt. Er hatte Recht gehabt, die Bilder zogen die zierliche Brünette in ihren Bann und lenkten sie etwas von dem doch sehr schiefgelaufenen Dinner ab. Aufmerksam begutachtete sie das zweite Bild, als ihr ihr Gastgeber antwortete. Obwohl sich Klaus vorgenommen hatte zu lügen, entsprach zumindest der Anfang seiner Geschichte der Wahrheit. Er war erst hier in Amerika geboren worden, nachdem seine Eltern Europa verlassen hatten. Schon oft hatte er mit dem Gedanken gespielt, ob es ihn geben würde, hätten sie es nicht getan. Schließlich hatte Esther seinen Vater erst hier kennengelernt.

Die junge Gilbert schien überrascht, wenn nicht sogar schockiert. Vermutlich hatte es etwas damit zu tun, dass er von einer Zeit sprach, die soweit zurücklag, dass sie sich nicht vorstellen konnte, wie es damals gewesen war. Er war lange genug hier, um die Geschichten über Mystic Falls zu kennen. Wie sich die glorreichen Gründerfamilien zusammengetan und dem kleinen Örtchen einen Namen gegeben hatten. Dabei hatte es die Stadt an sich schon viel früher gegeben, wenn auch immer wieder mit Erweiterungen, Gebietsverlusten und kompletten Auflösungen.

"Es fällt dir vielleicht schwer zu glauben, doch meine Familie bereist schon seit über 1000 Jahren die Metropolen dieser Welt. Gewollt und ungewollt..."

Mit letzterem spielte er auf seinen Bruder Finn und dessen Widerwillen, was ihr übernatürliches Dasein betraf, an. Außerdem gab es da ja auch noch Mikael, der sie jagte und dazu zwang, nicht sesshaft zu werden. Dass sie sich jetzt schon solange an einem Ort aufhielten, war gefährlich und leichtsinnig, doch hier fühlten sie sich wohl. In Mystic Falls hatten sie ein Zuhause gefunden und als Hybrid mit seinem zwar noch sehr kleinen aber dennoch effektiven Rudel hatte er eine gute Chance, sollte der Kopf der Familie plötzlich an die Türe klopfen.

"... Es gibt Grauzonen, Punkte an denen gut und böse zu ein und demselben verschwimmen, ich weiß das selbst gut genug, aber das ist keine Erklärung um sich ohne Rücksicht alles zu nehmen, wonach einem der Sinn steht", meinte die Doppelgängerin dann und versuchte damit wohl ihm ins Gewissen zu reden, wenn man so wollte. Er erkannte den Wink mit dem Zaun, denn ein einzelner Pfahl war das nicht mehr, auf jeden Fall. Ein Grinsen schlich sich auf die Lippen des Ursprünglichen, als er an seinen Gast herantrat. Direkt hinter ihr blieb er stehen, als ihr Augenmerk zu einem Portrait von Bekah, das er um 1670 gemalt hatte und welches sie selbst noch nicht gesehen hatte, wenn er sich recht erinnerte, schweifte. Er wartete darauf, dass sie die Erkenntnis traf, und dem war auch eine Sekunde später bereits so.

"Ja, diese Werke sind allesamt von mir. Etwas, das ich mir schon als Kind angeeignet und über die Jahre verbessert habe. Es entspannt mich und hilft mir, gewisse Dinge zu verarbeiten."

___________________

Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Elena Gilbert
MODERATOR | Human
avatar


BeitragThema: Re: Kleines Nebenzimmer mit Kamin   Do Jun 09, 2016 7:36 am

Elena konnte es immer noch nicht fassen. All die Bilder, die Gemälde und Zeichnungen waren tatsächlich von Klaus! Für sie war es schon Überraschung genug gewesen, dass er Kunst sammelte, aber die Tatsache, dass er sie auch noch selbst schaffte, war definitiv zu viel für sie. Jedoch waren es nicht nur die Bilder selbst, es war die Art wie sie gemalt waren, die Ausschmückungen der Details, die warmen Farben und positiven Gefühle die sie vermittelten. Nichts davon erinnerte an das kalte Gemüt des Urhybrids und kurzzeitig fragte sich Elena ob er sie einfach nur hinters Licht zu führen versuchte.

Klaus trat direkt hinter sie und wäre die Doppelgängerin nicht so beschäftigt damit die Neuigkeiten zu verarbeiten, hätte sie bestimmt versucht, mehr Abstand zwischen ihnen beiden zu gewinnen. Ihr Blick lag immer noch auf dem Portrait seiner Schwester, als er antwortete. Sie war eine wunderschöne Frau, auch auf dem Bild kam das perfekt zur Geltung, doch ihre Art machte viel davon zu Nichte, wie sie fand. Natürlich ging Klaus nicht auf ihre Worte über gutes und schlechtes Verhalten ein, was sie allerdings nicht wunderte.

Elena trat wieder in die Mitte des Raumes und ließ ein letztes Mal ihren Blick schweifen. Sie war beeindruckt von dem Talent des Urhybrids und vielleicht half ihr das wirklich dabei zumindest irgendetwas Menschliches in ihm zu sehen. So oder so musste sie mit ihm zusammenarbeiten, da war es zumindest von Vorteil wenn sie in ihm nicht ausschließlich die Reinkarnation des Bösen sah. „Es sind wunderschöne Bilder, Klaus, jedes einzelne davon“ sagte sie der Wahrheit entsprechend und sah ihm dabei direkt in die Augen. Kurz sah sie den menschlichen Klaus vor sich, wie er unschuldig und von den Grausamkeiten der Welt unberührt, auf einer Weide stand und die Freuden der Kunst für sich entdeckte. Zum ersten Mal sah Elena eine Version von ihm, in der er nicht bereits böse auf die Welt gekommen war. Die Frage, was ihn wohl so werden hat lassen, schoss ihr durch den Kopf doch diese behielt sie wohlwissentlich für sich.

Nach einigen Sekunden der Stille, warf sie einen Blick zur Tür. Sie wollte zurück zu Stefan. Bereits jetzt fehlte er ihr und allein der Gedanke sich gleich in seine Arme werfen zu können wärmte sie. „Wenn du nichts mehr brauchst würde ich gerne gehen“ sagte sie, wobei es mehr wie eine Frage klang. Nach ihrem Disput am Tisch traute sie sich keine großen Sprünge mehr zu machen. „Ich versichere dir keine Dummheiten zu machen und ich werde dir immer zur Verfügung stehen, wenn du mich braucht“ fügte sie noch hinzu, in der Hoffnung dann auch tatsächlich zurück zu Stefan zu können.

___________________

Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Niklaus Mikaelson
MODERATOR | Original Hybrid
avatar


BeitragThema: Re: Kleines Nebenzimmer mit Kamin   Mo Jun 20, 2016 12:47 pm

Für Nik war es makaber so viel über sich preiszugeben und das auch noch gegenüber einer Person, die nichts dafür getan hatte und das alles eigentlich nicht wissen sollte! Elena war zwar kein Feind, doch sie verkehrte mit diesen und würde vermutlich selbst alles tun, um von ihm loszukommen. Auch wenn sie stets vehement das Gegenteil behauptete. Im Gegensatz zu Katerina hatte sie bisher allerdings nichts getan, um sein Missfallen zu erregen und ihn etwas tun zu lassen, das sie verletzte. Damit hatte er nicht gerechnet, als er mit ihr den Handel über Damons Leben geschlossen hatte. Gut, es unterschied die Doppelgängerinnen also tatsächlich mehr als nur die Beschaffenheit ihrer schönen Haare.

Das Gespräch war offensichtlich zu Ende, denn der sehnsüchtig nach draußen gerichtete Blick seines Gastes, nachdem er angeblickt und zu seinen Kunstwerken beglückwünscht worden war, verdeutlichte dies. Zu gern würde der Ursprüngliche nun erfahren, was nach den letzten Stunden im Kopf der zierlichen Brünetten vorging, doch sie würde es ihm bestimmt nicht verraten. Er senkte sanft lächelnd den Kopf, schüttelte ihn daraufhin kurz und durchbrach anschließend die kurze Zeit der Stille, ehe der Abschied kam.

"Mir ist klar, dass du dir nur schwer ausmalen kannst, was mich ausmacht und mich zu dem werden ließ, der heute vor dir steht. Meine Beweggründe sind einzigartig und oft grausam, unerbittlich und rücksichtslos, keine Frage. Du musst jedoch verstehen, dass niemand grundlos zu solchen Taten getrieben wird. Jedes Mitglied meiner Familie hat jene Eigenschaften, die du mir zur Last legst. Allerdings geht auch jeder von uns anders damit um. Lass dir von mir gesagt sein, dass ich mich in den vergangenen Jahrhunderten bereits mehr als einmal selbst für mein Tun gehasst habe, allerdings hat sich meine kalte Natur jedes Mal als gerechtfertigt und richtig erwiesen. Es gibt nicht viel, das mein Inneres erwärmen und mich umstimmen kann."

Unbeabsichtigt schweifte sein Blick kurz in die Richtung des Zimmers seiner Schwester, wo sich im Augenblick eben genau diese beiden Wesen aufhielten, die ihn zu Veränderungen bewegen konnten. Dann besann sich der Urhybrid jedoch schnell wieder und deutete mit einer Hand, die andere noch immer auf dem Rücken behaltend, auf die Tür seines Ateliers.

"Nach dir, Liebes."

Sie hatte während des Dinners und auch anschließend nichts getan, um ihn zu verärgern, und es war alles gesagt, also wieso sollte er sie noch länger hier behalten? Vor allem gegen ihren Willen? Stefan hatte wenig verwunderlich die Stellung gehalten und wartete mittlerweile allein auf sein Herzblatt. Hayley war schon vor einiger Zeit gegangen und schien sehr in Eile gewesen zu sein. Bei Gelegenheit würde er sie fragen, was sie denn so Wichtiges zu erledigen gehabt hatte.

Von der jungen Gilbert unbemerkt griff er nach einer kleinen Schatulle, als sie den Raum verließen, und versteckte sie in der Tasche seiner Jacke, ehe Klaus ihr folgte. Den ganzen Weg nach unten blieb er zwei Schritte hinter ihr, beobachtete still, wie sie sich ihre Tasche nahm und danach die Jacke anzog. Ebenso still verharrte er, als sie ihm das Versprechen gab, sich auch weiterhin zu benehmen. Und auch als sie an ihm vorbei zur Eingangstür ging und nach dem Knauf langte, verlor er kein Wort. Erst als sie das kleine Kügelchen umfasste und es herumdrehte, um zu öffnen, sprach er.

"Ich versichere dir, dass ich dich unter den versprochenen Umständen nicht behelligen werde. Zumindest soweit, wie es mir möglich ist."

Ohne eine Miene zu verziehen, holte Nik daraufhin die Schatulle wieder aus seiner Tasche, öffnete sie und zog die Kette, die er Elena einst abgenommen hatte, hervor. Ungefragt legte er sie ihr um und verabschiedete sich mit einem freundlichen Lächeln, bevor er der Dame öffnete, ihr mit eindringlichem Blick versprechend zunickte und hinter ihr die Tür schloss. Er hatte jedes Wort ernst gemeint, und dass die Geste eben verdeutlichen sollte, dass sie von dem Erfahrenen nichts preisgeben durfte, hoffte er zu verstehen gegeben zu haben.

___________________

Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Elena Gilbert
MODERATOR | Human
avatar


BeitragThema: Re: Kleines Nebenzimmer mit Kamin   Di Jun 21, 2016 5:03 pm


Ja, er hatte Recht, es fiel ihr schwer sich auszumalen was den Urhybriden zu dem werden ließ was er heute präsentierte. Natürlich war ihr klar, dass Umstände dazu beitrugen das Böse in einem zum Vorschein zu bringen und er bestimmt nicht so auf die Welt gekommen war, doch sie weigerte sich strikt zu glauben, dass man dem nicht entgegen wirken konnte. Das Leben leitet einen in eine Richtung, aber es ist immer noch die eigene Entscheidung ob man sich leiten lässt oder die Zügel selbst in die Hand nimmt. Das beste Beispiel dafür waren sie und Katherine. Während Katherine sich dazu entschieden hat ihr eigenes Leben zu retten und dafür das ihrer Lieben aufs Spiel zu setzen, wäre Elena augenblicklich gestorben für jeden Einzelnen von ihnen. Das Opfer war groß, das stimmt, aber dennoch immer noch besser als etwas zu werden, das man nicht war.

Nachdem er mit seinem Monolog fertig war, deutete er mit der ausgestreckten Hand in Richtung Türe: “Nach dir, Liebes“. Eine Welle der Erleichterung durchströmte die Doppelgängerin – sie durfte gehen! Sehr zu ihrer Verwunderung hat sich das Ende ihres Treffens bei weitem nicht so unangenehm gestaltet wie der Anfang, aber dennoch war sie froh zurück an Stefans Seite zu kommen. So vieles war heute passiert, so viele Versprechungen, Offenbarungen und Neuigkeiten, dass ihr der Kopf brummte. Klaus war aus Mystic Falls, er sammelte nicht nur Kunst sondern erschuf sie selbst und anscheinend war ihm in seinen jungen Jahren grausames wiederfahren. Was sie allerdings nach wie vor am meisten belastete, war ihr Gespräch am Tisch. Die Vorstellung, er würde sie von den Toten wiedererwecken nur um ihr Blut weiterhin für seine Zwecke zu missbrauchen und sie gleichzeitig damit zwingen in einer Welt ohne Jeremy, Jenna oder Stefan zu leben, brachte sie beinahe um. Erst seit heute begriff sie tatsächlich die Ausmaße ihrer Vereinbarung.

Schweigend gingen sie die marmorne Stiege hinunter in die Eingangshalle. Auch wenn Elena ihn nicht hören konnte, war sie sich sicher, dass Stefan seine Position vor dem Haus nicht verlassen hatte. Niemals würde er sie hier alleine lassen und so sehr sie sich anfangs dagegen gewehrt hatte, war sie jetzt doch dankbar dafür. Schnell schlüpfte sie in ihre Jacke, hängte sich den braunen Lederbeutel über die Schulter und schloss die Hand um den Türknopf. Bevor sie ihn allerdings herumdrehen konnte, trat Klaus neben sie und griff um ihren Hals. Es ging so schnell, dass sie nichts anderes tun konnte als erschrocken die Luft einzuziehen, doch keine zwei Sekunden später stand sie unberührt vor der Eingangstür des Hauses und spürte das vertraute Gefühl von Silber auf ihrem Dekolletee. Wie paralysiert stand sie da, ihr Blick auf Klaus gerichtet der ihr lächelnd zu nickte, die Fingerspitzen auf dem Anhänger den ihr Stefan einst geschenkt hat. Sie wollte etwas sagen, sich bedanken oder einfach nur fragen warum, doch sie brachte kein Wort heraus. Ihr Blickkontakt wurde unterbrochen, als der Urhybrid die Eingangstür schloss und sie damit für heute endgültig freigab.

Eine Sekunde später stand sie immer noch genauso da und vermutlich hätte sich daran auch in den nächsten Augenblick nichts geändert, wäre sie nicht plötzlich von zwei Armen ungestüm in eine Umarmung gerissen worden. Elena hätte ihn nicht einmal sehen müssen um zu wissen, wer das war.
Aus ihrer Starre gerissen, schlang auch sie so fest sie konnte die Arme um Stefans Nacken und barg ihr Gesicht in der Mulde zwischen Schulter und Hals. Sie war so froh wieder bei ihm zu sein, so froh darüber heil aus dem Haus herausgekommen zu sein und gleichzeitig so überfordert mit der gesamten Situation. Tief atmete sie ein und presste sich noch fester an ihn.
Sie wollte ihn riechen. Sie wollte ihn spüren. Sie wollte wieder ganz sein.

___________________

Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Niklaus Mikaelson
MODERATOR | Original Hybrid
avatar


BeitragThema: Re: Kleines Nebenzimmer mit Kamin   Di Jun 21, 2016 7:47 pm

Scheinbar war alles zu ihrer beider Zufriedenheit verlaufen, denn Elena stellte keine weiteren Fragen mehr und brachte selbst, als sie ihre Kette zurückbekam, kein Wort über ihre Lippen. Ihr war zuvor eine zentnerschwere Last von der Seele gefallen, als ihr klar geworden war, dass sie gehen durfte. Nik war klar, dass sie sich das nicht anmerken lassen wollte, doch seine Menschenkenntnis war zu gut, als dass er dies hätte übersehen können. Er konnte in anderen lesen wie in Büchern, wenn er es wollte, und die junge Gilbert war da keine Ausnahme. Still verharrte sie an der Schwelle der Mikaelsons, und obwohl die Tür schon längst geschlossen war und er nichts sehen konnte, wusste der Urhybrid, was draußen vor sich ging. Stefan nahm seine Freundin in Empfang, und zusammen schwelgten sie in dem Glück des Moments, weil sie heil davongekommen waren und niemand verletzt wurde. Gewiss war es das, was beide vor diesem Treffen, dass gerade sein Ende gefunden hatte, über jenes gedacht hatten.

Nik war sich durchaus darüber bewusst, dass seine Verlobte und sein Schwesterherz noch mitten in ihren Planungen versunken waren. Vorhin hatte er mal gehört, dass sie der zierlichen Brünetten ein Kleid schneidern lassen wollten, doch das war nur Zufall gewesen. Wie versprochen hatte er sich verboten hinzuhören, wobei das ohnehin nicht sehr schwer gewesen war, schließlich hatte er in den letzten Stunden selbst zu tun gehabt.

Um nicht zu stören, zog sich der Ursprüngliche in sein Atelier, welches natürlich immer noch einen feinen Hauch des Duftes der Doppelgängerin aufwies, zurück. Stumm begutachtete er die Werke, die er hier hängen hatte, und fasste kurzerhand den Entschluss, dass es wieder einmal Zeit wäre, um zu malen. Jetzt hatte er gerade einen ruhigen Moment und wusste um keine geplanten Ereignisse, weshalb er sich ein Motiv ausdachte und schon wenige Augenblicke später den ersten Pinselstrich setzte.

tbc: Nik's Atelier

___________________

Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
 

Kleines Nebenzimmer mit Kamin

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach oben 
Seite 1 von 1

 Ähnliche Themen

-
» Ein kleines verlassenes Haus in Alabasta
» Ich werde ihr trotzdem etwas Kleines schenken
» Renovierte Waldhütte
» Kleines Problemchem mit meinen Forum...
» Besondere Schule :3

Befugnisse in diesem ForumSie können in diesem Forum nicht antworten
 ::  :: MYSTIC FALLS :: MIKAELSON MANSION-